Schlupflöcher im Verbot
Frühere Vorfälle zeigen, wie sensibel diese Systeme sein können: Discord wurde bereits Ziel eines Datenlecks, als ein externer Altersverifikationsdienst gehackt wurde . Datenschutzrisiken bleiben also real.
Viele Jugendliche zeigen sich entschlossen, die Sperre auszuhebeln. So berichtet der SRF, dass sich Teenager etwa überlegen, zur Altersprüfung das Gesicht eines Elternteils zu verwenden(öffnet im neuen Fenster) .
Entsprechend stiegen die Suchanfragen nach VPN-Diensten und Anonymisierungstools kurz vor Inkrafttreten des Verbots deutlich an: Google-Daten zeigen ein Zehn-Jahres-Hoch bei VPN-Keywords in Australien, Anbieter wie Windscribe meldeten einen Installationsanstieg von 400 Prozent am ersten Tag(öffnet im neuen Fenster) .
Andere Nutzer laden neue Apps herunter, die nicht explizit genannt sind: Fotoplattformen wie Lemon8 oder Yope, die gerade nicht auf der offiziellen Bannliste stehen, katapultierten sich in die australischen App-Charts.
Statt Facebook und Instagram nutzen viele nun Messenger- und Gaming-Apps, die vom Gesetz ausgenommen sind: Whatsapp, Roblox oder Telegram etwa bleiben weiterhin erreichbar(öffnet im neuen Fenster) .
Gerade im Fall von Roblox hinterlässt das einen bitteren Beigeschmack, denn die Plattform steht seit Jahren wegen problematischer Inhalte und dem gezielten Missbrauch durch Pädosexuelle in der Kritik(öffnet im neuen Fenster) .
"Lieber Anthony Albanese, ich habe dein Verbot umgangen"
Auf den verbotenen Plattformen wird offen geprahlt: Teenager schreiben Kommentare wie "Lieber Anthony Albanese [Australiens Premierminister, Anm. d. Red.], ich habe dein Verbot umgangen" oder "Ich bin immer noch hier" .
Manche Jugendliche legen sich neue Accounts an oder melden sich unter falschem Alter wieder an. Wie ein eSafety-Report schon vor dem Gesetz feststellte, konnten Kinder bisher oft durch einfache Falschangaben das Mindestalter bei der Anmeldung umgehen(öffnet im neuen Fenster) .