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Social Media: Autoversicherung will Kunden über Facebook einstufen

Wer sich gewählt ausdrückt und keinen Quatsch bei Facebook postet, soll ein vorsichtigerer Autofahrer sein – das glaubt die britische Admiral-Versicherung und verspricht niedrigere Beiträge. Dafür will der Versicherer Profile durchsuchen, was Facebook aber nicht besonders toll findet.
/ Tobias Költzsch
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Die britische Admiral-Versicherung will Facebook-Posts analysieren, um die Versicherungskosten zu berechnen. (Bild: Screenshot: Golem.de)
Die britische Admiral-Versicherung will Facebook-Posts analysieren, um die Versicherungskosten zu berechnen. Bild: Screenshot: Golem.de

Die britische Autoversicherung Admiral bietet mit Firstcarquote(öffnet im neuen Fenster) einen Tarif an, bei dem die Versicherungsstufe vom Nutzungsverhalten bei Facebook beeinflusst werden kann. Kunden, die den Tarif wählen, können dem Versicherer die Erlaubnis erteilen, das eigene Facebook-Profil zu scannen und nach Anzeichen für eine Persönlichkeit zu suchen, die eine sichere Fahrweise verspricht. Verpflichtend ist die Nutzung nicht, sie soll aber zu niedrigen Beiträgen führen können.

Beiträge und Likes werden untersucht

Laut The Guardian(öffnet im neuen Fenster) will Admiral Beiträge und Likes der Nutzer untersuchen und darauf basierend entscheiden, ob es sich um eine verantwortungsvolle Persönlichkeit handelt oder nicht. Förderlich für diese Einschätzung sollen kurze, prägnante Sätze, die Benutzung von Listen und fest vereinbarte Verabredungen mit spezifischer Zeit sein.

Die Verwendung von Begriffen wie "abends" soll demnach wenig verantwortungsvoll erscheinen. Auch die Nutzung von vielen Ausrufezeichen soll eher gegen eine positive Einschätzung sprechen.

Bei positiver Facebook-Einschätzung verspricht Admiral einen um fünf bis 15 Prozent niedrigeren Beitragssatz als gewöhnlich – was sich lohnen würde, da die Autoversicherungsbeiträge in Großbritannien sehr hoch sind. Mit dem Service zielt der Versicherer auf junge Menschen, die zum ersten Mal eine Versicherung abschließen müssen.

Facebook soll Zugang gesperrt haben

Admiral soll eigenen Angaben zufolge keinen permanenten Zugriff auf die Facebook-Daten bekommen, sondern nur eine Momentaufnahme. Dennoch findet Facebook das Konzept offenbar nicht gelungen: Der Open Rights Group zufolge(öffnet im neuen Fenster) hat das Unternehmen Admiral den Zugang zu Facebook-Profilen gesperrt – die Praktiken verstoßen gegen die Richtlinien des sozialen Netzwerks. Das Versicherungskonzept ist damit offenbar bereits gescheitert.


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