Abo
  • IT-Karriere:

Social Games: Facebook soll systematisch Minderjährige ausgenutzt haben

Lieber ein paar US-Dollar mehr Umsatz, als Kinder und Jugendliche vor ungewollten Zahlungen mit echtem Geld zu schützen: Diese Geschäftspolitik soll Facebook jahrelang verfolgt haben - und das, obwohl Mitarbeiter intern frühzeitig an Änderungen gearbeitet hatten.

Artikel veröffentlicht am ,
Artwork von Ninja Saga auf Facebook
Artwork von Ninja Saga auf Facebook (Bild: Emagist Entertainment Limited)

Facebook soll jahrelang Kinder und Jugendliche systematisch dazu gebracht haben, möglichst unbemerkt viel Geld ihrer Eltern für Social Games auszugeben. Das berichtet die US-Webseite Revealnews am 24. Januar 2019 mit Bezug auf interne Dokumente und Gerichtsunterlagen, die sich vor allem auf den Zeitraum 2010 bis 2016 beziehen. Die minderjährigen Nutzer sollen in Social Games wie Ninja Saga, Angry Birds und Pet Ville - die alle von unabhängigen Entwicklern auf Facebook betrieben werden - echte Euro oder Dollar ausgegeben haben, etwa über die zuvor hinterlegte Kreditkarte ihrer Eltern.

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Bonn
  2. EDAG Engineering GmbH, Wolfsburg

Das Zahlsystem auf Facebook sei so eingerichtet gewesen, dass die Spieler erst viel zu spät gemerkt hätten, dass sie teils sehr hohe Summen ausgegeben hatten. In einem konkreten Fall sei es um rund 6.500 US-Dollar gegangen. Das habe zu Beschwerden geführt und letztlich dann zu Rückbuchungen durch die Kreditkartenfirmen. Zeitweise seien mehr als 9 Prozent der Zahlungen wieder revidiert worden; üblicherweise liegt diese Quote bei 0,5 Prozent.

Auch den Mitarbeitern bei Facebook fiel laut dem Bericht von Revealnews auf, dass ihr System aus dem Ruder läuft. Deshalb arbeiteten sie aktiv an Lösungen. Eine sehr einfache, bei der schlicht vor jeder Nutzung ein Teil der Kreditkartendaten neu eingegeben werden muss, sei aber nach monatelanger Vorarbeit dann doch nicht verwendet worden, weil das den Umsatz geschmälert hätte.

Bei Beschwerden soll der Kundendienst von Facebook den betroffenen Kunden zeitweise nur virtuelle Güter als Entschädigung angeboten haben - solche Gegenstände hätten schließlich keine echten Kosten verursacht. Außerdem habe das Unternehmen irgendwann versucht, die Rückbuchungen der Kreditkartenunternehmen automatisch anzufechten. Laut Revealnews sei unklar, ob und wie lange das gut gegangen sei.

Facebook selbst wollte auf Anfrage von Revelanews die Vorgänge nicht im Detail kommentieren. Vonseiten des Unternehmens hieß es lediglich, seine Nutzungsbedingungen und die betroffenen internen Abläufe seien im Jahr 2016 überarbeitet worden.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. AMD Upgrade-Bundle mit Sapphire Radeon RX 590 Nitro+ SE + AMD Ryzen 7 2700X + ASUS TUF B450...
  2. (u. a. Sandisk SSD Plus 1 TB für 88€, WD Elements 1,5-TB-HDD für 55€ und Seagate Expansion...
  3. (u. a. Call of Duty: Modern Warfare für 52,99€, Pillars of Eternity II für 16,99€, Devil May...

flasherle 01. Feb 2019

die armen kinder...

jmayer 27. Jan 2019

mich auch nicht :-(

plutoniumsulfat 26. Jan 2019

Passt halt perfekt :D

zenker_bln 26. Jan 2019

Aber dann an Elternstelle sich hinterher beschweren??? Wie heuchlerich ist das denn?

Kakiss 26. Jan 2019

Bis zur Volljährigkeit sogar. 1-7 Nicht geschäftsfähig 8-17 Beschränkt geschäftsfähig...


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy Fold - Hands on (Ifa 2019)

Das Galaxy Fold scheint gerettet: Samsungs Verbesserungen zahlen sich aus, wie unser erster Test des Gerätes zeigt.

Samsung Galaxy Fold - Hands on (Ifa 2019) Video aufrufen
Mädchen und IT: Fehler im System
Mädchen und IT
Fehler im System

Bis zu einem gewissen Alter sind Jungen und Mädchen gleichermaßen an Technik interessiert. Wenn es dann aber um die Berufswahl geht, entscheiden sich immer noch viel mehr junge Männer als Frauen für die IT. Ein wichtiger Grund dafür ist in der Schule zu suchen.
Von Valerie Lux

  1. IT an Schulen Intelligenter Stift zeichnet Handschrift von Schülern auf
  2. 5G Milliardenlücke beim Digitalpakt Schule droht
  3. Medienkompetenz Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?

Funkstandards: Womit funkt das smarte Heim?
Funkstandards
Womit funkt das smarte Heim?

Ob Wohnung oder Haus: Smart soll es bitte sein. Und wenn das nicht von Anfang an klappt, soll die Nachrüstung zum Smart Home so wenig aufwendig wie möglich sein. Dafür kommen vor allem Funklösungen infrage, wir stellen die gebräuchlichsten vor.
Von Jan Rähm

  1. Local Home SDK Google bietet SDK für Smarthomesteuerung im lokalen Netzwerk
  2. GE Smarte Lampe mit 11- bis 13-stufigem Resetverfahren
  3. IoT Smart Homes ohne Internet, geht das? Ja!

Indiegames-Rundschau: Killer trifft Gans
Indiegames-Rundschau
Killer trifft Gans

John Wick Hex ist ein gelungenes Spiel zum Film, die böse Gans sorgt in Untitled Goose Game für Begeisterung und in Noita wird jeder Pixel simuliert: Die Indiegames des Monats sind abwechslungsreich und hochwertig wie selten zuvor.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Überleben im Dschungel und tausend Tode im Dunkeln
  2. Indiegames-Rundschau Epische ASCII-Abenteuer und erlebnishungrige Astronauten
  3. Indiegames-Rundschau Von Bananen und Astronauten

    •  /