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Ab in die Matrix

Social Engineers werten die auf sozialen Netzwerken verfügbaren Informationen aus und stellen sie zu einem Profil zusammen, auf dessen Basis sie das Opfer optimal manipulieren können. Das nennt sich Social Media Intelligence, kurz SOCMINT, und ist eine Untervariante der Open Source Intelligence (OSINT). Die Analyse beginne bei den geposteten Bildern, sagt die Social-Engineering-Expertin Christina Lekati. Durch sie lernen die Angreifer die Charaktereigenschaften und den Gemütszustand ihrer Opfer kennen.

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Die Bilder geben einen ersten Einblick, was eine Person so macht und welche Interessen sie hat. Die Körpersprache auf den Bildern zeige zudem, ob eine Person eher offen und selbstbewusst oder verschlossen und introvertiert sei, erklärt Lekati. Ähnliches gelte für die Gesichtsausdrücke: Zeige eine Person auf jedem Bild den gleichen Gesichtsausdruck, könne das darauf hindeuten, dass sie nicht besonders sozial sei.

Aus den Farben der Bilder kann zudem auf den Gemütszustand geschlossen werden. "Dunklere Farben deuten auf unglückliche Personen bis hin zur Traurigkeit und Depression hin", sagt Lekati. Lebendige Farben würden auf glückliche und selbstsichere Menschen hindeuten. Auch wenn eine Person an vielen unterschiedlichen Orten sei, könne von mehr Offenheit ausgegangen werden.

Die Schwachstellen sind das Gegenteil der Wünsche und Ziele

Ähnliches lässt sich mit einer Analyse der Wortwahl und der Ausdrucksweise bewerkstelligen. Aus Posts wie "Was wäre das Leben ohne ein bisschen Risiko" lässt sich beispielsweise eine Abenteuerlust ableiten. Auch eine eher extrovertierte oder introvertierte Art, Ehrgeiz und vieles mehr kann aus den Nachrichten herausgelesen werden. All diese Informationen können in einer Matrix gesammelt und sortiert werden.

  • Eine Matrix hilft dem Social Engineer beim Finden der menschlichen Schwachstellen. (Bild: Christina Lekati/Cyber Risk GmbH)
Eine Matrix hilft dem Social Engineer beim Finden der menschlichen Schwachstellen. (Bild: Christina Lekati/Cyber Risk GmbH)

Aus dieser Matrix können dann Schwachstellen abgeleitet werden. Sie ergeben sich oft aus dem Gegenteil des Selbstbildes und der Wünsche. "Es ist ein psychologisches Prinzip: Wenn du ein Ziel hast, auf das du zurennst, für das du brennst, wirst du dich von dessen Gegenteil fernhalten", sagt Lekati. Ein Beispiel: Ein Mensch, der sich selbst als hart arbeitenden und selbstbewussten Mitarbeiter sieht, der Menschen gerne inspiriert und Ratschläge erteilt, möchte positiv wahrgenommen werden und Menschen beeinflussen.

Entsprechend dürfte die Person nicht gut mit Scheitern, Zurückweisung oder geringer Wahrnehmung bis hin zum Ignorieren umgehen können. Im Gegenteil wird die Person einiges dafür tun, dass dieses Bild nicht eintritt oder wieder korrigiert wird. Hier kann ein Social Engineer ansetzen und die Person beispielsweise durch Zurückweisung zu bestimmten Handlungen nötigen.

Auch die klassischen Schwachstellen, die Social Engineers nutzen, lassen sich über die sozialen Netzwerke bestens herausfinden: etwa die Sorgen und Probleme.

Ich hasse meinen Job

Posten die Zielpersonen beispielsweise etwas über ihre Spielsucht oder Geldsorgen, sind sie wahrscheinlich bestechlich. Sind sie einsam, können sie mit einem Romance-Scam, einer modernen Form des Heiratsschwindels, angegriffen werden.

Menschen, die sich öffentlich verachtend über ihren Arbeitsplatz äußern, eignen sich ebenfalls gut für Social-Engineering-Angriffe: Ihnen sei die Sicherheit in ihrem Unternehmen oft nicht wichtig oder sie kompromittierten sie sogar mit Absicht, erklärt die Social-Engineering-Expertin. Noch beliebter ist jedoch ein anderer Ansatz.

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EdRoxter 14. Aug 2019

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