SoC: Sicherheitslücken in Mediatek-Chips in Millionen Smartphones

Forscher haben mehrere Sicherheitslücken in der Firmware von Mediatek-SoCs entdeckt. Betroffen ist beispielsweise Xiaomi.

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Ein betroffener Dimensity-Chip von Mediatek
Ein betroffener Dimensity-Chip von Mediatek (Bild: Mediatek)

Die Sicherheitsfirma Checkpoint hat mit Reverse Engineering der Firmware mehrere Sicherheitslücken in Mediatek-SoCs entdeckt, die in Millionen Smartphones verbaut sind. Dadurch soll sich Schadcode auf dem SoC ausführen lassen. So lassen sich theoretisch Gespräche abhören. Mediatek hat die Lücken mit einem Update im Oktober geschlossen.

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Die Lücken (CVE-2021-0661, CVE-2021-0662, CVE-2021-0663) stecken demnach im Digitalen Signalprozessor (DSP), der für Audiofunktionen zuständig ist. In Verbindung mit Sicherheitslücken (CVE-2021-0673) in OEM-Bibliotheken der Smartphone-Hersteller könnten präparierte Apps Befehle an den Audiotreiber schicken und so Code in die Firmware des DSPs schleusen. Darüber sei es theoretisch möglich, den Audiodatenstrom auszuleiten und auf diese Weise Gespräche abzuhören, schreibt Checkpoint.

Sicherheitslücken auf Xiaomi-Smartphone entdeckt

Als Testgerät für die Angriffe diente Checkpoint ein gerootetes Xiaomi Redmi Note 9 5G-Smartphone mit MT6853- (Dimensity 800U-)Chipsatz. Das Gerät ist seit rund einem Jahr auf dem Markt und läuft mit Android 11. Zu den Sicherheitslücken in der OEM-Bibliothek auf dem Xiaomi-Smartphone nennt Checkpoint noch keine Details. Der Aufwand, die Lücke auszunutzen, sei allerdings sehr hoch, erklärt Checkpoint.

Im Mai dieses Jahres hat Checkpoint eine Sicherheitslücke im Mobile Station Modem (MSM) von Qualcomm entdeckt. Der MSM-Chip kommt in Smartphones von etlichen Herstellern zum Einsatz, darunter Samsung, Google, LG, Oneplus und Xiaomi, und ist für die Mobilfunkverbindung im 2G-, 3G-, 4G- und 5G-Netz zuständig. Durch die Lücke konnten Angreifer auf SMS zugreifen, aber auch die SIM-Karte sperren.

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Bereits im vergangenen Jahr hat die Sicherheitsfirma Lücken in den Snapdragon-SoCs von Qualcomm entdeckt. Insgesamt wurden über 400 Sicherheitslücken entdeckt, mit denen unter anderem die Kontrolle über das Smartphone übernommen werden konnte. Auch ein Ausleiten von Daten, ein Zugriff auf das Mikrofon oder GPS- und Standortdaten waren demnach möglich. Damals veröffentlichte Checkpoint keine Details, weil Smartphones teils nach wenigen Jahren keine Sicherheitsupdates mehr bekommen.

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