Abo
  • Services:

SoC: Konkurrent will Broadcom für 35 Milliarden Dollar kaufen

Wieder entwickelt sich eine große Übernahme auf dem Markt der Chipentwickler. Broadcom könnte Teil der früheren Hewlett-Packard-Sparte Avago werden.

Artikel von veröffentlicht am
Technik von Broadcom
Technik von Broadcom (Bild: Broadcom)

Das Chipunternehmen Avago Technologies will den Konkurrenten Broadcom kaufen. Das berichteten das Wall Street Journal und die britische Financial Times unter Berufung auf Verhandlungskreise. Geboten werden 35 Milliarden US-Dollar.

Stellenmarkt
  1. Bertrandt Technikum GmbH, Ehningen
  2. über duerenhoff GmbH, Raum Heidelberg

Broadcom wurde vor 24 Jahren gegründet und ist unter anderem für seine SoCs bekannt. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 1,41 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz stieg jedoch nur um 1,5 Prozent auf 8,4 Milliarden US-Dollar. "Es ist für einen kleinen Halbleiterhersteller wirklich wirtschaftlich schwierig zu bestehen", sagte Broadcom-Chef Scott McGregor zu Beginn dieses Jahres. "Die großen Unternehmen werden eine Konsolidierung versuchen."

Avago, das aus der ehemaligen Halbleitersparte von Hewlett-Packard hervorging, hat bereits viele Übernahmen getätigt und verfügt über Hauptquartiere im kalifornischen San Jose und im steuergünstigen Singapur. Der Umsatz lag in den vergangenen zwölf Monaten bei 4,3 Milliarden US-Dollar. Avago gehörte zu Agilent Technologies, das Hewlett-Packard im Jahr 1999 ausgegründet hat. Agilent verkaufte Avago später für 2,66 Milliarden US-Dollar an die Finanzinvestoren Silver Lake und KKR & Co weiter.

Für Avago wäre es die größte Übernahme in der Firmengeschichte. Seit dem Jahr 2013 erwarb Avago Konkurrenten für 8 Milliarden US-Dollar, darunter LSI für 6,6 Milliarden US-Dollar und Emulex für 600 Millionen US-Dollar. Avago hatte vor Bekanntwerden der Übernahmepläne einen Börsenwert von 34 Milliarden US-Dollar.

Chipbranche ist in Bewegung

Die Konsolidierung der Branche ist bereits im Gange: Im März 2015 kaufte NXP den Konkurrenten Freescale. Der niederländische Konzern zahlt 11,8 Milliarden US-Dollar für Freescale aus Texas, das einst zum Motorola-Konzern gehörte. Freescale ist ein Hersteller von ARM-Chips, die für das Internet der Dinge oder auch Automotive-Plattformen, wie im Tesla Model S, verwendet werden.

Intel ist zudem laut unbestätigten Berichten an einer Übernahme des Konkurrenten Altera interessiert. Die Verhandlungen waren gescheitert, weil die Manager sich nach monatelangen Gesprächen nicht auf einen Preis einigen konnten, sie wurden aber offenbar wieder aufgenommen. Der Kauf hätte ein Volumen von über 10 Milliarden US-Dollar. Es wäre der größte Zukauf in der Konzerngeschichte Intels.

Nachtrag vom 28. Mai 2015, 15:34 Uhr

Die Konzerne haben die Übernahme bestätigt. Wenn die Wettbewerbsbehörden zustimmen, soll die Übernahme Ende des ersten Quartals 2016 abgeschlossen sein. Die neue Firma soll den Namen Broadcom tragen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

HubertHans 28. Mai 2015

Die Netxtreme II wurde ja von Qlogic aufgekauft etc. Da gibts doch nur noch Decoder...

Leo K. 28. Mai 2015

Ich hoffe, dass das auch nach der Uebernahme womoeglich beschleunigt so...


Folgen Sie uns
       


Pathfinder Kingmaker - Golem.de live (Teil 2)

In Teil 2 unseres Livestreams wächst nicht nur unsere Party, sondern es gibt auch beim Endkampf jede Menge Drama, Wut und Liebe im Chat.

Pathfinder Kingmaker - Golem.de live (Teil 2) Video aufrufen
NGT Cargo: Der Güterzug der Zukunft fährt 400 km/h
NGT Cargo
Der Güterzug der Zukunft fährt 400 km/h

Güterzüge sind lange, laute Gebilde, die langsam durch die Lande zuckeln. Das soll sich ändern: Das DLR hat ein Konzept für einen automatisiert fahrenden Hochgeschwindigkeitsgüterzug entwickelt, der schneller ist als der schnellste ICE.
Ein Bericht von Werner Pluta


    E-Mail-Verschlüsselung: 90 Prozent des Enigmail-Codes sind von mir
    E-Mail-Verschlüsselung
    "90 Prozent des Enigmail-Codes sind von mir"

    Der Entwickler des beliebten OpenPGP-Addons für Thunderbird, Patrick Brunschwig, hätte nichts gegen Unterstützung durch bezahlte Vollzeitentwickler. So könnte Enigmail vielleicht endlich fester Bestandteil von Thunderbird werden.
    Ein Interview von Jan Weisensee

    1. SigSpoof Signaturen fälschen mit GnuPG
    2. Librem 5 Purism-Smartphone bekommt Smartcard für Verschlüsselung

    Job-Porträt Cyber-Detektiv: Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen
    Job-Porträt Cyber-Detektiv
    "Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen"

    Online-Detektive müssen permanent löschen, wo unvorsichtige Internetnutzer einen digitalen Flächenbrand gelegt haben. Mathias Kindt-Hopffer hat Golem.de von seinem Berufsalltag erzählt.
    Von Maja Hoock

    1. Software-Entwickler CDU will Online-Weiterbildung à la Netflix
    2. Bundesagentur für Arbeit Ausbildungsplätze in der Informatik sind knapp
    3. IT-Jobs "Jedes Unternehmen kann es besser machen"

      •  /