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Eure Geschichten aus den 1980ern

➤ Mein Informatikunterricht begann 1986 in der 7. Klasse, als Informatik-AG an einer Schule in NRW. Am Start: der Apple ][e – einer der ersten kleineren Rechner, ausgestattet mit einem 6502-Prozessor, 64 kB Arbeitsspeicher und einer 5,25"-Floppy mit 128 kB Kapazität.

Das Beste, was wir damit anstellten, waren BASIC-Programme mit Turtle-Grafik – quasi unsere ersten Versuche, Labyrinthe algorithmisch zu lösen. Ein bis zwei Jahre später programmierten wir dann schon Lorenz-Attraktoren und Lissajous-Figuren. Inhaltlich waren wir damit dem regulären Lehrplan weit voraus, und ich bin unserem damaligen Lehrer bis heute dankbar für sein Engagement.

Trotz all dieser Anstrengungen hat es leider nicht gereicht, um in der Oberstufe ein eigenes Unterrichtsfach Informatik zu etablieren – dafür war die Zeit damals wohl noch nicht reif. Erst im Zweitstudium habe ich Informatik abgeschlossen, und zwar genau zum Zeitpunkt des Platzens der Dotcom-Blase. Die anschließende Jobsuche war entsprechend hart.


➤ Es war in den 80er Jahren an der TU-Dresden. Während der Seminarleiter über die Möglichkeiten des DOS-Prompts sprach, waren wir in den hinteren Reihen der PC1715-Arbeitsplätze bereits damit beschäftigt, den Norton Commander irgendwie lauffähig zu machen. Wenn die Festplatte beim Einschalten an einem der PCs nicht hochlief, bekamen wir den Tipp, dem Gehäuse mal kurz einen Ruck zu geben, was dann auch meist zum Erfolg führte.

Jahre später kamen die Professoren gelegentlich ins Wohnheim, um auf den PCs der Studenten zu arbeiten, die erheblich leistungsstärker waren als die PCs in der Fakultät. Fei nach dem Motto: "Sie haben doch da schon einen 386er. Kann ich den mal benutzen?"


➤ Wir hatten damals auf der Realschule (1983-1986) ZX81 und Commodore 128. Auf denen haben wir Dinge wie Sortieralgorhythmen (Bubble- und Quicksort), Game of Life, Balkendiagramme usw. programmiert, in Basic.


➤ Unsere ersten vier Rechner in der Schule waren 286er – von Apple!!! Dazu diese herrlich grün schimmernden Monitore, bei denen vermutlich schon das Einschalten mehr Rechenleistung erforderte als heute eine Mondlandung.

In der großen 15-Minuten-Pause durften wir dann tatsächlich an die Geräte. Und wenn alles optimal lief, hatte man bis zum Pausengong ein DOS-Programm geschrieben, bei welchem zwei X/Y-Koordinaten konfiguriert und durch eine Linie miteinander verbunden wurden.

Die absoluten Profis unter uns schafften es sogar, dieser Linie eine von, ich glaube, sagenhaften 256 Farbabstufungen zu verpassen. Das müsste 1984 gewesen sein. Realschule 10. Klasse.


➤ Netzwerk, Windows was ist das? So muss ich beginnen: zum Unterricht 1987-89. In Erinnerung, die gute Erklärung vom Lehrer bzgl. Datenschutz und Datenverknüpfung. Wir haben mit einer anonymen Umfrage und einem Gewinnspiel damals schon die Zuordnung der Teilnehmer mit 90 Prozent hinbekommen.

Ach, natürlich noch die Punkte in Klausuren. Nie wieder hatte ich Lehrer mit so niedrigen Punkten. Das Ganze war an Commodore-PC10s für je 2 Schüler und PC20 für den Lehrer, noch schön mit DOS und Diskettenwechseln. Logo und die Turtle lernten wir auch. Insgesamt würde ich sagen, es hat einen schon geprägt, wenn man als Admin heute tätig ist ....


➤ 1982 auf dem Gymnasium in Bremen, der erste Informatikkurs. Geräte: 2 Apple, 48 kB RAM, mit Language Card 16 kB, 2× Floppy 5,25, 2 monochrome grüne Monitore, 1 Nadeldrucker. Dann stand da noch ein Commodore PET 2001 mit Datasette und 4 kB RAM.

Der Lehrer, eigentlich Mathe und Physik, sehr nett, aber leider noch nicht sonderlich fortgebildet, was er auch kundtat. Man hatte ihm den Kurs aufgenötigt. Er präsentierte uns ein IBM-Buch: "Wie erklären Sie jemandem, der Sie fragt, wie ein Computer funktioniert, wie ein Computer funktioniert?" und las uns daraus einige Kapitel vor.

Dann gab es eine Einführung in die Apple-II-Computer und erste Gehversuche. Als Programmiersprache und -umgebung haben wir UCSD Pascal erlernt. Lerninhalt: Booten des Systems, die Hauptmodule (Filer, Editor und Compiler) des Systems und erste Schritte in der Programmierung. Die Programme wurden immer komplexer, das war so quasi unser Lerninhalt.

In unserer Freizeit durften wir die Geräte auch nutzen. Ich fing am PET 2001 an. Weil ich ein absoluter Noob war, kam ich nicht an den Apple-II. Neben kleinen Programmen, mit denen ich mir die Grundlagen beibrachte, hat mir der Computer einen Kasten Bier eingebracht.

Ein Crack aus dem Informatikkurs hatte einen Kopierschutz für die Programme entwickelt. Man konnte sie von der Datasette laden, aber nicht wieder abspeichern. Die Wette mit ihm war: eine lauffähige Kopie eines Programmes zu erstellen. Auf Softwareebene hätte ich das niemals hinbekommen, aber ich hatte zu Hause einen Doppel-Cassettenplayer, natürlich mit Kopierfunktion ;-). Ruckzuck eine Kopie gezogen, in der Schule getestet, Kiste Bier kassiert und gemeinschaftlich geleert.

Später dann saß ich auch an einem Apple-Computer und habe in Basic und Maschinensprache (so richtig mit Op-Codes, A2= LDY##, A9= LDA##, 60=RET usw.) und später dann auch mit einem Assembler gearbeitet.


➤ 1 PC und 14 Schüler drumherum konnten dem Lehrer zuschauen, wie er zuerst die DOS-Diskette reinschob und danach Windows 2.x per Diskette startete. Wir durften brav zusehen.


➤ Informatik hatte ich ab Mitte der 1980er. Ich selbst steckte dank Heimcomputer längst tief in der Materie drin, schrieb Programme in BASIC und vor allem Assembler.

Den ersten Lehrer, den wir hatten, unterrichteten wir. Er verteilte Referate, die wir halten mussten, und setzte sich dann selbst in die Klasse, um zuzuhören. Er hatte wirklich gar keine Ahnung, hielt zum Beispiel ein 3½"-Diskettenlaufwerk für eine Festplatte. Trotzdem nahm er sich wichtig. Wegen ihm verschwanden leider auch schnell die wenigen Mitschülerinnen, die sich in das Wahlfach getraut hatten.

Nach den Sommerferien bekamen wir einen anderen Lehrer. Er hörte sich an, was wir bisher gemacht hatten. Je länger er zuhörte, desto stiller wurde er. In der nächsten Woche verkündete er dann, dass wir noch einmal ganz von vorn anfangen werden. Er war wirklich fit und konnte gut erklären. Bei ihm konnte ich tatsächlich etwas lernen.

Fairerweise muss man hinzufügen: Der Informatikunterricht wurde damals von engagierten Lehrern angeboten, die das in Eigeninitiative machten. Die Computer stammten aus Spenden, es gab nicht einmal einen Lehrplan, ganz zu schweigen von einem Leistungskurs. So gesehen durfte ich mich glücklich schätzen, dass das Fach überhaupt angeboten wurde.


➤ Ich habe 1990 mein Abitur an einem kleinen Gymnasium im westlichen Münsterland gemacht. Informatik startete für mich ab der Klasse 9 als Wahlpflichtfach. Im Abitur hatte ich If als drittes Abiturfach.

In der Schule gab es zwei Computerräume, die anfangs noch mit Terminals ausgestattet waren, die an einen Server angebunden waren, auf denen OS/9 lief. Am Gymnasium gab es zwei If-Lehrer, die gemeinsam mit uns das Abenteuer Informatik als Schulfach erlebten. Sie waren ziemlich fit, aber unter uns waren einige Nerds, die ihnen bald den Rang abliefen – ich übrigens aus. Cool war, dass zwei von uns den Schlüssel für den Computerraum bekamen. Dadurch durften wir auch nachmittags die Rechner benutzen.

Wir haben ohne Ende programmiert. Von Assembler über Basic, Modula-2 und Oberon. Niklaus Wirth von der ETH Zürich besuchte uns sogar für mehrere Tage und wollte unser Feedback zu seinen Programmiersprachen hören. Wenn ich daran denke, waren wir anderen Schulen meilenweit voraus. Firmen aus dem Ort kamen auf uns zu und fragten nach Software, die wir als Projekte erstellten.

So fragte die Sparkasse nach einem Börsenprogramm, das die aktuellen Börsenkurse per Akustikkoppler abrufen konnte, und auf einem DIN-A2-Plotter wurden die Charts ausgegeben. Alles von Hand programmiert, doppelt verkettete Listen, opaque-Datentypen, eine wilde Mischung aus Maschinensprache, verrückten Steuersequenzen und einer minimalistischen Bildausgabe auf nicht grafikfähigen Terminals. 1988 wurden die Terminals dann durch grafikfähige Rechner ersetzt, die aber weiterhin als Clients am OS/9-Server hingen. Also fuchsten wir uns in die Programmierung eines eigenen Fenstersystems hinein, damit die Mäuse einen Sinn bekamen.

Keiner nutzte Mäuse, per Shortcut ging alles wesentlich schneller (das ist bei mir heute noch so ...). Der Editor war der microEmacs. Eine krasse Zeit. Hätten wir geahnt, in welche Richtung die IT gehen würde, wir wären alle reich heute. Ich weiß aber nur von einem der damaligen Nerds, der in die Informatik gegangen ist und heute an einer Uni einen If-Lehrstuhl hat. Alle anderen haben richtige Berufe erlernt.

Ich selber wurde Lehrer für Mathematik und Chemie. Informatik auf Lehramt konnte man damals an kaum einer Uni studieren. If habe ich später in einem Zertifikatskurs nachgeholt. Heute unterrichte ich hauptsächlich If, aber diesen extremen Biss, sich in Dinge hineinzufuchsen, bis sie funktionieren, gibt es leider heute nur noch extrem selten bei den Schülerinnen und Schülern. Hach, was waren das Zeiten ...


➤ In meiner Schulzeit, die sich von Anfang der 70er bis Anfang der 80er erstreckte, wurden eher klassische Werte vermittelt. Die Mädels bekamen Unterricht in Handarbeit und die Jungs hatten das Fach Werken, wo eher Kenntnisse in der Metallverarbeitung vermittelt wurden.

1982 begann ich eine Ausbildung in einem medizinisch-technischen Berufszweig. Vielleicht hat auch der im Haus vorhandene Medizintechnikerzweig dazu beigetragen, dass es zumindest einen Unterricht gab, in dem rudimentäre Grundlagen der Computertechnik vermittelt wurden. Eine weitergehende Schulung gab es jedoch nicht. Kenntnisse in Softwareanwendungen wurden später durch Learning by doing vermittelt.

Als technikaffiner Mensch konnte ich allerdings auf zeitgenössische Hardware zurückgreifen, die mir zum Teil zu Studienzwecken für eine gewisse Zeit von einem Fachlehrer zur Verfügung gestellt wurde.


➤ Als in unserem Gymnasium in den 80ern der Informatikunterricht eingeführt wurde, hatte die Schule nur ein von einer Firma ausrangiertes System mit zwei Arbeitsplätzen und Textterminals. Das System startete von einer 8-Zoll-Diskette und der Lehrer wusste weniger darüber als manche Schüler. Irgendwann gab der Computer nur noch merkwürdige Antworten auf die Kommandos (z.B. auf Run kam "run, run, run, who thinks about my legs"). Der Lehrer war zunächst verzweifelt. Wie sich herausstellte, hatte ein Schüler das Betriebssystem auf der Diskette durch eine eigene Scherzvariante ersetzt.


➤ Mein Informatikunterricht fand ab 1987 in der DDR statt. 8 Bit im KC85 mussten ausreichen. Der Lehrer kannte sich gut aus und erklärte uns den klassischen Aufbau von Computern – CPU, ROM, RAM, Bus usw. Programmierprojekte in BASIC folgten. Das Thema hat mich sofort fasziniert und schnell stieß ich an die Grenzen des Machbaren mit den Maschinen.


➤ Mein Informatikunterricht fand auf einem Gymnasium in der Mittelstufe Anfang der 1980er Jahre vor einem Sammelsurium von Computern statt. Es gab nicht für jeden Schüler einen eigenen Computer, aber der Lehrer schaffte es, im Verlauf des Schuljahres noch zusätzliche Computer zu organisieren. Er war engagiert und kompetent, und man merkte, wie wichtig es ihm war, uns dieses Wissen zu vermitteln.

Erinnern kann ich mich noch an den Sinclair ZX81, der unser Standardmodell war, und den Commodore PET, von dem wir zwei Stück hatten. Der Commodore war natürlich der begehrteste, denn mit seiner vollwertigen Tastatur und seinem monochromen Monitor entsprach er am ehesten dem, was wir als richtigen Computer empfanden. Es gab kein Internet, kein Windows, kein Netzwerk, keinen Drucker, keine Disketten.

Wie ich hatten die meisten meiner Mitschüler keine oder nur wenig Vorkenntnisse. Vorkenntnisse hatte ich aus der Grundschule insofern, als ich dort schon die Umrechnung von Dezimalzahlen ins Binärsystem (und umgekehrt) erlernt hatte. Wir waren allesamt Jungs, Mädchen waren nicht dabei.

Nachdem wir mit der Hardware und der Funktionsweise eines Computers vertraut gemacht worden waren, ging es recht schnell ans Eingemachte: das Programmieren in BASIC. Die Programme waren rückblickend recht simpel, aber es genügte, um die Grundzüge des Programmierens zu erlernen. Zum Schluss schnupperten wir auch etwas in die Maschinensprache hinein. Es hat mir so großen Spaß gemacht, dass ich mir einige Jahre später einen C64 kaufte, auf dem ich auch reichlich programmierte.


➤ Ich bin Abiturjahrgang 1985, das vorweg – Informatik war damals ein vollkommen neues Lehrfach. An meiner altsprachlichen Schule wurde in der Mittelstufe eine Informatik-AG angeboten, die in der Physiksammlung an einem Commodore-CBM-Rechner mit Datasette stattfand. Das war spannend und interessant, hatte aber natürlich mit Informatik nicht viel zu tun.

In der Oberstufe wurde dann eine Kooperation mit dem benachbarten technisch-wissenschaftlichen Gymnasium eingegangen, die mit dem Jahrgang vor meinem begann. Dort war nicht nur die Rechnerausstattung eine ganz andere – ein Mannesmann-Kienzle-9066-System mit drei, später fünf Terminals, Drucker und Fest- und Wechselplatten unter MTOS stand zur Verfügung – sondern, viel wichtiger, gleich zwei "richtige" studierte Informatik-Lehrer und ihr sehr engagierter älterer Kollege, der eigentlich Mathematik unterrichtete.

Der Unterricht orientierte sich – es stand ein Pascal-Compiler zur Verfügung – an Niklaus Wirths Algorithmen und Datenstrukturen und war das Beste, was uns passieren konnte. Eine grundsolide Informatik-Grundausbildung mit allem, was das Herz begehrt, und für die ich heute noch dankbar bin.


➤ Da möchte ich 2 Anekdoten teilen: Mein Gymnasium hatte ab 1985 einen recht gut ausgestatteten Computerraum, mehrere IBM 286/368 und sogar einen Mac mit grafischer Oberfläche. Freunde und ich machten uns regelmäßig einen Spaß daraus, die Bildschirmkabel von gegenüberstehenden Rechnern zu vertauschen. Auf unserem Bildschirm erschien, was gegenüber eingetippt wurde. Schnell abgetippt sahen auch die Schüler gegenüber "ihren" Text – so lange, bis deren Computer dank unserer Eingaben ein freches/unverschämtes Eigenleben entwickelte. Die Lehrer haben es mitbekommen und hatten selbst ihren Spaß daran, gaben den anderen "hilfreiche Tipps", während sie sich das Lachen verkniffen.

Schlimm wurde es in der Berufsschule bei der Ausbildung zum Datenverarbeitungskaufmann (!). Die zuständige Lehrerin hatte keine Ahnung und war froh, dass eine Gruppe von 4 Schülern den Unterricht basierend auf den von ihr mitgebrachten Unterlagen geschmissen hat. Dieser Unterricht hat wenig zu meiner Karriere beigetragen.


➤ Ich hatte von 1980-1982 (bis zum Abitur) eine Stunde pro Woche eine freiwillige Informatik-AG in einem Technik-Gymnasium. Dort wurden wir im ersten Jahr in Basic, im zweiten Jahr in Fortran unterrichtet. Der Computer hatte eine Festplatte im Nebenraum mit 1 Megabyte und war so groß wie ein Kühlschrank. Ich programmierte mit Fortran die Grafik für das Spiel Vier gewinnt, mit dem man wirklich zu zweit spielen konnte.

1984 kaufte ich mir bei Aldi dann einen Commodore 16 (C16) und programmierte mir eine kleine Textverarbeitung für kleine Referate, um dann auf einem Drucker Matrizen zu drucken. Das ging, wenn man das Farbband des Druckers herausnahm. Diese konnte ich dann auf einem Matrizendrucker vervielfältigen. Ich bin aber nicht in der IT-Branche gelandet.


➤ Mein Schulunterricht ist schon ein Weilchen her. An meinem Hamburger "Gümmi" hat Ende der 80er ein interessierter Deutschlehrer ein Fach namens Informatik angeboten. Da damals nur ungefähr sechs Jungs des Jahrganges überhaupt einen Computer besaßen (C64 oder C128) fanden sich, ich glaube, fünf von ihnen voller Hoffnung in dem Unterricht ein. Ich selbst war interessiert, habe mich aber mangels Computer nicht getraut. Den Berichten meiner Mitschüler zufolge bestand der Unterricht daraus, einfache Basic-Befehle zu lernen und einzutippen. Also ausschließlich Dinge zu tun, die sie schon konnten. Kommentar eines Mitschülers damals: "Das ist Zeitverschwendung."

Als interessante Anekdote von dem Lehrer ist mir in Erinnerung geblieben, dass er erzählt hat, wie er an einem Kongress zur künstlichen Intelligenz teilnehmen wollte und ihn vor der Uni ein Prof. fragte, was er mit KI am Hut hätte. Der Lehrer fragte, was KI denn heißen würde, woraufhin er die Antwort bekam. Wer das nicht wisse, dem wäre auch die natürliche fremd.

Angesichts der Überheblichkeit, mit der besagter Lehrer bei uns Schülern unterwegs war, fanden wir das natürlich lustig. Aus heutiger Sicht denke ich, dass er das immerhin versucht hat. Wie oft hat man damals Sätze wie "Der Computer nimmt uns allen die Arbeitsplätze weg!" hören und lesen müssen?


➤ Anfang der 1980er hatten wir zwar einen Computerraum mit PET2001 (6502 CPU mit 8KB RAM und Kassettenrekorder), aber keine Lehrer für den Unterricht. Der Deal zwischen dem Fachbereichsleiter und uns Schülern war dann, dass wir den Schlüssel zum Raum bekommen, wenn wir dafür den Unterricht halten. Die Schulbibliothek hatte sogar schon einige Bücher und ein Computermagazin abonniert und wir bekamen einige Vorbereitungszeit, damit wir uns selber beibringen konnten, was wir dann im Unterricht an die interessierten anderen Schüler weitergeben würden. Natürlich haben wir zugesagt. Nur uns selbst durften wir keine Noten geben.


➤ Ja also meine Schulzeit lag in den 80ern – also zu einer Zeit, als Computer für die meisten Bürger noch eher ein Fremdwort war. Bei uns im Osten gab es in der Schule auch keinen Informatikunterricht, den bekam man erstmalig in der Lehre vorgesetzt.

Besonders erinnere ich mich da noch an meine erste Stunde des sogenannten Informatikunterrichts. Unser Informatiklehrer – sonst ein ganz normaler Lehrer, spezialisiert auf einen anderen Fachbereich – kam mit stolzgeschwellter Brust, ein kleines Wägelchen vor sich herschiebend, in das Klassenzimmer. Auf dem Wägelchen befand sich dann ein mehr oder weniger loser Haufen an nagelneuen Computer-Komponenten, welchen er vor unseren Augen zusammenstecken und zum Leben bringen wollte.

Der Computer war, seiner Aussage nach, erst vor kurzem der Schule bereitgestellt worden und wir waren die erste Klasse, an welcher das Teil dann ausprobiert werden sollte.

Naja, die Idee war gut und sicher auch dem Lehrplan geschuldet, nur hatte der Informatiklehrer so gar keinen Plan, wie das funktionieren sollte. Nach erfolglosen 10 bis 15 Minuten erbarmte ich mich dann seiner deprimierenden Position und bot an, das Gerät für ihn in Betrieb zu nehmen. Nun muss man natürlich wissen, dass ich familiär bedingt (mein Vater war Mitarbeiter in der Entwicklungsabteilung eines Robotron-Betriebs) bereits gelegentlich Zugang zu den Rechnern der KC85- und KC87-Reihe hatte und mich nebenher damals auch bereits mit BASIC beschäftigt hatte.

Der Lehrer nahm jedenfalls mein Angebot dankend an, wonach ich ihm dann Stück für Stück zeigte, was er wo anzustecken hatte (Strom, Monitor, Tastatur) und wo die Programm-Kassette in den zugehörigen Kassettenrekorder unterzubringen war. Und selbstverständlich hat er auch lernen dürfen, wie er das Programm dann von der Kassette zu starten hat. Bei dem betreffenden Modell handelte es sich übrigens um einen KC85/3.

So wurde der Informatiklehrer vorübergehend zum Informatikschüler, was sicher auch für ihn eine neue Erfahrung war. In der nächsten Unterrichtsstunde hat er das alles dann auch selbst geschafft – er hatte also gut zugesehen und -gehört.


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