Snowstorm: Olympisches Sportgerät aus dem 3D-Drucker

Der Biathlet Martin Fleig wird mit einem individuell angefertigten Skischlitten bei den Paralympics in Sotschi antreten. Das Sportgerät wurde am Computer entworfen und mit einem 3D-Drucker gebaut.

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Martin Fleig mit Sportgerät aus dem 3D-Drucker: ideal angepasster Skischlitten
Martin Fleig mit Sportgerät aus dem 3D-Drucker: ideal angepasster Skischlitten (Bild: Fraunhofer IWM)

Das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik (IWM) hat ein Verfahren entwickelt, Hochleistungsskischlitten für gehbehinderte Wintersportler zu bauen. Der Biathlet Martin Fleig wird mit einem solchen individuell auf ihn angepassten Sportgerät bei den Winter-Paralympics 2014 in Sotschi antreten.

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Ein solcher Skischlitten besteht aus einem Sitz und fest montierten Skatingskiern. Bislang haben die Athleten oder ihre Betreuer diese in Handarbeit angefertigt. Das soll sich im Rahmen des Projekts Snowstorm ändern, an dem neben dem Freiburger Fraunhofer IWM weitere Forschungsinstitutionen und Unternehmen beteiligt sind.

Biomechanische Bewegungsdaten

Als Vorbereitung wurden zunächst die Belastungen gemessen, denen der Skischlitten beim Langlauf sowie beim Hinlegen und Aufrichten am Schießstand ausgesetzt ist. Aus dreidimensionalen biomechanischen Bewegungsdaten wurde eine Sitzposition für den Sportler errechnet und die Leichtbauform am Computer erstellt.

Daraus wurde dann mit einem 3D-Drucker ein Prototyp gebaut. Er besteht aus dem Hochleistungspolymer Polyamid 12, das per selektivem Lasersintern verarbeitet wird. Der Skischlitten wurde dann mit Sensoren für weitere Belastungsmessungen ausgestattet.

Zweiter Prototyp

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Auf der Basis dieser Daten wurde ein weiterer Skischlitten konstruiert, bei dem an sehr stark belasteten Stellen Kanäle ausgespart wurden. In diese wurden zur Verstärkung Stahldrähte eingeklebt. Biathlet Fleig hat diesen Skischlitten bereits ausgiebig im Schwarzwald Nordic Center und im Trainingslager in Livigno in Italien getestet.

"Wir wollen mit dem Projekt Wege finden, für jeden Sportler den ideal angepassten Skischlitten konstruieren zu können - und das möglichst kostengünstig", sagt Matthias Scherge vom Fraunhofer IWM. Da die körperliche Beeinträchtigung bei jedem Sportler anders ausfalle, brauche jeder ein individuell auf seine Sitzposition angepasstes Sportgerät, um die Kraft optimal einsetzen und Höchstleistungen erzielen zu können.

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