Abo
  • IT-Karriere:

Snowden-Dokumente: AT&T half NSA äußerst bereitwillig bei Überwachungen

Die National Security Agency (NSA) hatte bei ihren Überwachungsaktivitäten einen äußerst willigen Vollstrecker: Den US-Telekommunikationskonzern AT&T, der tiefer als bisher bekannt in die Überwachungsmaßnahmen verstrickt ist. Er half auch beim Ausspähen des UN-Hauptquartiers.

Artikel veröffentlicht am ,
AT&T-Gebäude in New York
AT&T-Gebäude in New York (Bild: Ben Hider/Getty Images)

Der US-Telekommunikationskonzern AT&T hat der National Security Agency (NSA) intensiv geholfen, einen Großteil des Internetverkehrs, der durch die Vereinigten Staaten geleitet wurde, zu überwachen und auszuspähen. Das berichtet die New York Times mit Verweis auf Unterlagen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden, die zusammen mit Pro Publica ausgewertet wurden. Auch das Hauptquartier der Vereinten Nationen wurde mit Hilfe von AT&T laut dem Bericht jahrelang überwacht. Es ist bereits länger bekannt, dass AT&T die Arbeit der NSA unterstützte, aber die neuen Dokumente zeigen, dass die Zusammenarbeit über das Bekannte hinausgeht.

NSA lobt gute Zusammenarbeit mit AT&T

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Heilbronn
  2. Hochschule Heilbronn, Heilbronn

Der US-Geheimdienst lobte die gute Zusammenarbeit mit AT&T, wenn es um Überwachungsmaßnahmen des Internets ging. Der US-Telekomriese sei "besonders produktiv" und die Zusammenarbeit wurde als "einzigartig" eingestuft. In einem der Dokumente beschrieb die NSA AT&T als "in hohem Maße kooperativ", in einem anderen wird die "extreme Hilfsbereitschaft" gelobt.

In einem internen Dokument wurden NSA-Mitarbeiter darauf hingewiesen, bei der Besichtigung von AT&T-Geschäftsräumen höflich zu sein, denn "dies ist eine Partnerschaft und nicht nur eine vertragliche Beziehung". Die betreffenden Snowden-Dokumente stammen aus den Jahren 2003 bis 2013. Es ist nicht bekannt, ob die Zusammenarbeit zwischen AT&T und der NSA in dieser Form weiterbesteht.

Dank AT&T hatte die NSA Zugriff auf Milliarden von E-Mails - alles abgedeckt durch passende Gesetze. AT&T half auch beim Abhören von Telefonaten und bei der Überwachung des Internetverkehrs im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York. Möglich wurde dies durch eine geheime richterliche Anordnung.

AT&T erhielt besondere Möglichkeiten

In einem NSA-Dokument aus dem Jahr 2013 wurde die besondere Rolle von AT&T so beschrieben, dass der Telekomriese "einen einmaligen Zugriff auf andere Telekomfirmen und Internetanbieter" habe. Zudem laufe viel internationaler Internetverkehr über die Netze von AT&T. Frühzeitig habe die Firma der NSA über Jahre Zugang zu den entsprechenden E-Mails ermöglicht. Bis 2013 habe AT&T der NSA Zugang zu einer "gewaltigen Datenmenge" verschafft, indem täglich 60 Millionen E-Mails abgefangen worden seien.

AT&T ist für die NSA damit zu einem besonders wertvollen Partner geworden. Das geheime Budget der NSA für die Zusammenarbeit mit AT&T sei mehr als doppelt so hoch wie das der nächstgrößeren gewesen, heißt es in den Geheimdienstdokumenten. AT&T habe Überwachungstechnik in mindestens 17 seiner Internet-Hubs auf amerikanischem Boden installiert. Außerdem gehörten die AT&T-Ingenieure zu den ersten, die neue NSA-Überwachungstechnik ausprobieren durften.

Jahrelange Partnerschaft zwischen NSA und AT&T

Über mehrere Jahrzehnte half AT&T der NSA laut Bericht bereitwillig beim Sammeln von Daten, die bei der Kommunikation innerhalb der USA anfallen: Im Rahmen des Fairview-Programms läuft die Zusammenarbeit zwischen dem Telekommunikationsunternehmen und dem US-Geheimdienst seit 1985. Im September 2003 war AT&T der "erste Partner", für den eine neue Technik zur Datensammlung aktiviert wurde. Dadurch ist nach Angaben der NSA eine "Live-Präsenz im globalen Netz" möglich geworden. Bereits in den ersten Monaten nach Beginn der Operation habe die NSA 400 Milliarden Internet-Metadaten von AT&T erhalten.

Ein AT&T-Sprecher wollte den Bericht nach Aussage der New York Times mit Verweis auf die "nationale Sicherheit" nicht kommentieren.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 83,90€

plutoniumsulfat 18. Aug 2015

Die Quelle ist trotzdem der Rechner. Nutze ich den Rechner offline, sieht man am Kabel...

menno 17. Aug 2015

Ich kann natürlich weder bestätigen noch verneinen, was Rosa Phillips behauptet, doch...

menno 17. Aug 2015

Du verstehst den Unterschied zwischen: "etwas gezwungenermaßen tun" und "mit großem Eifer...

helgebruhn 17. Aug 2015

Welche Rolle spielt das ? Ist/wäre AT&T hierzulande aktiv, müssen die sich an deutsche...

holysmoke 16. Aug 2015

Fühle mich gleich viel sicherer. Hach, wäre heute bestimmt schon 12x durch...


Folgen Sie uns
       


Pixel 3a und 3a XL - Test

Das Pixel 3a und das PIxel 3a XL sind Googles neue Mittelklasse-Smartphones. Beide haben die gleiche Kamera wie das Pixel 3.

Pixel 3a und 3a XL - Test Video aufrufen
Sicherheitslücken: Zombieload in Intel-Prozessoren
Sicherheitslücken
Zombieload in Intel-Prozessoren

Forscher haben weitere Seitenkanalangriffe auf Intel-Prozessoren entdeckt, die sie Microarchitectural Data Sampling alias Zombieload nennen. Der Hersteller wusste davon und reagiert mit CPU-Revisionen. Apple rät dazu, Hyperthreading abzuschalten - was 40 Prozent Performance kosten kann.
Ein Bericht von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Open-Source Technology Summit Intel will moderne Firmware und Rust-VMM für Server
  2. Ice Lake plus Xe-GPGPU Intel erläutert 10-nm- und 7-nm-Zukunft
  3. GPU-Architektur Intels Xe beschleunigt Raytracing in Hardware

Bundestagsanhörung: Beim NetzDG drohen erste Bußgelder
Bundestagsanhörung
Beim NetzDG drohen erste Bußgelder

Aufgrund des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes laufen mittlerweile über 70 Verfahren gegen Betreiber sozialer Netzwerke. Das erklärte der zuständige Behördenchef bei einer Anhörung im Bundestag. Die Regeln gegen Hass und Hetze auf Facebook & Co. entzweien nach wie vor die Expertenwelt.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. NetzDG Grüne halten Löschberichte für "trügerisch unspektakulär"
  2. NetzDG Justizministerium sieht Gesetz gegen Hass im Netz als Erfolg
  3. Virtuelles Hausrecht Facebook muss beim Löschen Meinungsfreiheit beachten

Lightyear One: Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom
Lightyear One
Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom

Ein niederländisches Jungunternehmen hat ein ungewöhnliches Fahrzeug entwickelt, das Luxus und Umweltfreundlichkeit kombiniert. Solarzellen auf dem Dach erhöhen die Reichweite um bis zu 220 Kilometer.
Von Wolfgang Kempkens

  1. Elektromobilität Verkehrsminister will Elektroautos länger und mehr fördern
  2. Elektroautos e.GO Mobile liefert erste Fahrzeuge aus
  3. Volkswagen Über 10.000 Vorreservierungen für den ID.3 in 24 Stunden

    •  /