Erstmalige Analyse des Snet

Nach Angaben von Pujol und Scott entwickelte sich das Snet (Street Network) im Jahr 2011, indem kleinere Nachbarschaftsnetze verknüpft wurden, die für Computerspiele im Mehrspielermodus und für Filesharing aufgebaut worden waren. Im vergangenen April und Mai sei zum ersten Mal versucht worden, die Besonderheiten des Netzes mit seinen inzwischen rund 100.000 Nutzern in der Hauptstadt Havanna zu analysieren. Die Forscher von Universitäten aus Michigan, Colorado und Kuba hatten ihre Ergebnisse bereits auf der Internet Measurement Conference im November 2017 in London präsentiert (PDF).

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Demnach betreiben Hunderte von Teilzeit-Administratoren die verteilten Netze, die Namen wie Habana Net, Playa oder Wifinet tragen. Verknüpft werden sie durch sogenannte Pillars (Säulen), die meist über WLAN-Richtfunkantennen miteinander kommunizieren. Die Säulen sind wiederum mit den Knoten der einzelnen Netze verbunden. Während ein einzelner Knoten per WLAN und Ethernet bis zu 200 Nutzer verbinde, könnten an einer Säule Dutzende regionaler Knoten angeschlossen sein. Nach Angaben der Administratoren ist jede Säule mindestens mit zwei anderen Säulen verbunden.

Keine Hardware teurer als 100 US-Dollar

Die Hardware ist den Forschern zufolge sehr günstig. Es seien keine Geräte gefunden worden, die in den USA mehr als 100 US-Dollar kosteten, sagte Scott. Allerdings müssten die Nutzer in Kuba in der Regel das Doppelte dafür bezahlen. Für die Säulen würden typischerweise Nanostations von Ubiquity Networks verwendet, für die Knoten Mikrotik-Router wie der SXT Lite5. Als Server dienten in der Regel Desktoprechner oder Laptops.

Der Analyse zufolge verwendet das Snet nur private IP-Adressen nach RFC 1918. Während die meisten Dienste über ihre IP-Adresse direkt zu erreichen seien, sei neuerdings auch eine DNS-Infrastruktur mit dem Suffix .snet aufgebaut worden. Die Messungen im Snet hätten mehrfach Routingschleifen ergeben. Nach Ansicht der Forscher sind diese Schleifen ein Symptom dafür, dass das OSPF-Routing und die manuelle Koordinierung zwischen den Säulen an ihre Grenzen stießen. Es sei zu erwarten, dass sich die Probleme bei einer zunehmenden Größe und Komplexität des Netzes verschärften.

Bis zu 250 MBit

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Immerhin schafft das Snet eine durchschnittliche Übertragungsrate von 120 MBit/s, mit Spitzenwerten von 250 MBit. Datenintensive FTP-Anwendungen, um beispielsweise das Wochenpaket herunterzuladen, sind demnach von 3 Uhr morgens bis zum Mittag begrenzt. Außerhalb dieser Zeit seien FTP-Dienste auf 1 KBit pro Sekunde gedrosselt.

Die Forscher zeigten sich beeindruckt von der Fülle der Dienste und Inhalte im kubanischen Snet. Es gebe eine Reihe florierender Chaträume, Foren und Informationsquellen wie Wikipedia oder Onlinekurse von Coursera. Thematisch widmeten sich viele Seiten Spielethemen. Allein die Wifinet-Foren, ein interner Nachrichtenkanal, habe rund 56.000 Nutzer. Ein eigenes Entwicklernetz für Open-Source-Software, Netlab, habe sogar eine Suchmaschine für das Snet, Carola, entwickelt. Die am häufigsten verlinkte externe Seite sei der Kleinanzeigendienst Revolico.com. Doch warum stört sich die Regierung nicht an dem unregulierten Treiben im Snet?

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 Snet in Kuba: Ein Internet mit Billigroutern und ohne PornoSoftware bis zu acht Jahre veraltet 
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udnez 19. Jan 2018

Es gibt auch noch das Guifi Netz: https://de.wikipedia.org/wiki/Guifi.net Hat in etwa...

Crass Spektakel 10. Jan 2018

NNTP war nicht wirklich geläufig in den 1990ern, vieleicht am Ende als das Usenet seine...

Crass Spektakel 10. Jan 2018

Hört sich nicht viel anders an als die ersten Netzwerke in Deutschland. Fidonet war z.B...

ThomasSV 10. Jan 2018

zumindest das "auf die Insel schmuggeln" dürfte Dank Satelliten nicht allzu schwer sein...



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