SNCF: Frankreichs Bahn streicht Züge wegen Hitze
Die SNCF hat auf die anhaltende Hitzewelle im Westen Frankreichs mit Streckeneinstellungen reagiert(öffnet im neuen Fenster). In der Region Nouvelle-Aquitaine fahren bis einschließlich Freitag zwischen 10 und 18 Uhr keine Regionalzüge. Die Bahn begründet das damit, die Infrastruktur zu schonen und einen Betrieb unter vertretbaren Komfortbedingungen zu gewährleisten. Am Dienstag wurde in der Region ein Spitzenwert von 44,3 Grad Celsius gemessen.
Auch im Fernverkehr reagierte die SNCF. Mehrere Intercity-Verbindungen wurden gestrichen, darunter Paris-Limoges-Toulouse, Bordeaux-Marseille und Paris-Clermont-Ferrand. Betroffen sind ausschließlich Züge mit älteren Abteilwagen, deren Klimaanlagen den aktuellen Temperaturen nicht mehr gewachsen sind. Reisende auf diesen Strecken mussten auf Alternativen ausweichen oder längere Wartezeiten in Kauf nehmen.
Schiene und Technik setzen Grenzen
Schienen können sich bei extremer Hitze verbiegen, was den sicheren Betrieb gefährdet. Gleichzeitig stoßen die Klimaanlagen älterer Fahrzeuge an ihre technischen Grenzen. Beide Faktoren zusammen ließen der SNCF wenig Spielraum.
Infrastruktur trifft Klimarealität
Temperaturen über 44 Grad im Juni sind in Frankreich keine Ausreißer mehr. Klimaforscher erwarten solche Ereignisse häufiger und intensiver. Für Bahnbetreiber bedeutet das, Infrastruktur und Fahrzeuge auf Szenarien auszulegen, die noch vor zehn Jahren als selten galten.
Die SNCF steht dabei exemplarisch für eine Herausforderung, der sich viele Bahnnetze in Südeuropa stellen müssen. Solange moderne Klimatechnik fehlt und Gleise nicht für solche Temperaturen ausgelegt sind, bleibt die Betriebspause die pragmatischste Antwort auf eine solche Lage.
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