Snapdragon Ride: Qualcomm entwickelt Plattform für autonomes Fahren

Chiphersteller Qualcomm will eine Rechnerplattform für selbstfahrende Autos auf den Markt bringen. Im Vergleich zur Konkurrenz soll der Snapdragon Ride einen wichtigen Vorteil haben.

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Qualcomm bietet mit dem Snapdragon Ride eine eigene autonome Plattform an.
Qualcomm bietet mit dem Snapdragon Ride eine eigene autonome Plattform an. (Bild: Qualcomm)

Der US-Chiphersteller Qualcomm will in den Markt für selbstfahrende Autos einsteigen. Das Unternehmen kündigte am 6. Januar 2020 auf der Computermesse CES in Las Vegas eine Plattform auf der Basis der neuen Prozessorfamilie Snapdragon Ride Safety (System on Chips/SoC), eines Beschleunigers (Snapdragon Ride Safety Accelerator) und eines Softwarepaketes für autonomes Fahren an (Snapdragon Ride Autonomous Stack). Die Plattform solle sowohl fortgeschrittene Assistenzsysteme der Stufe 2 abdecken als auch für vollautonome Systeme wie selbstfahrende Taxis oder Lkw geeignet sein, hieß es in der Pressemitteilung.

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Die Snapdragon-Ride-Plattform basiere dabei auf skalierbaren und modularen Hochleistungs-Multi-Core-CPUs, energieeffizienten AI- und Bilderkennungs-Engines und einer Grafikeinheit. Die Plattform aus einer Kombination von SoCs und Beschleuniger könne je nach Bedarf für jedes Marktsegment verwendet werden. Die Rechnerleistung reiche dabei von 30 Tera-Operation pro Sekunde (Tops) für teilautomatisierte Anwendungen (Stufe 1 bis 2) bis hin zu 700 Tops für vollautomatisierte und autonome Systeme (Stufe 4 bis 5).

Keine Wasserkühlung erforderlich

Die elektrische Leistungsaufnahme solle selbst bei den Hochleistungssystemen nur 130 Watt betragen, so dass eine passive Kühlung oder Luftkühlung ausreichend sei. Durch die Vermeidung einer Flüssigkeitskühlung könnten die Kosten reduziert und die Zuverlässigkeit erhöht werden.

Aufgrund der erforderlichen Rechenleistung und der höheren Sicherheitsanforderungen beim autonomen Fahren gehen Autoentwickler davon aus, dass der höhere Strombedarf eine Flüssigkeitskühlung erforderlich macht. Während heutige Controller 35 bis 40 Watt benötigten, könnten die Steuergeräte in einigen Jahren "im Bereich von 250 Watt und 800 Watt Verlustleistung liegen", hatte Chefingenieur Rainer Denkelmann vom Automobilzulieferer Aptiv (früher Delphi) im Mai 2019 auf einer VDI-Tagung in München gesagt.

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Die im Oktober 2017 von Nvidia vorgestellte Plattform Drive PX Pegasus sollte noch eine Leistung von 500 Watt bei 320 Tops benötigen. Die neue Drive AGX Orin verbraucht bei 400 Tops nur noch 130 Watt. Damit wäre Qualcomm mit dem Snapdragon Ride aber immer noch effizienter. Zudem verspricht Qualcomm, dass die SoCs und Beschleuniger über eine Ausfallsicherheit nach der höchsten Stufe ASIL D verfügen (ASIL = Automotive Safety Integrity Level). Laut Denkelmann setzt dies beispielsweise eine redundante Systemarchitektur mit parallelen Zentralrechnern und zusätzlichen Prozessoren für Sicherheit und Bilderkennung voraus.

Testfahrzeug ohne Lidar

Laut Qualcomm soll die Plattform den Autoherstellern und Zulieferern voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 für Vorentwicklungen zur Verfügung stehen. Im Jahr 2023 könnten möglicherweise die ersten Fahrzeuge damit ausgestattet werden. Die Autohersteller und Zulieferer sind jedoch nicht auf das Softwarepaket angewiesen, sondern können ihre eigene autonome Software darauf einsetzen.

Ein von Qualcomm auf der CES gezeigtes Versuchsfahrzeug nutzte laut Medienberichten dabei lediglich Kameras und Radare zur Wahrnehmung der Umgebung. Allerdings soll die Plattform auch die Sensorauswertung mit Hilfe von Laserscannern (Lidare) unterstützen.

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