Snapdragon 8cx im Test: Qualcomm rückt an Intel heran

Der Snapdragon 8cx ist trotz 7 Watt statt 15 Watt überraschend schnell, zumindest wenn native ARM64-Apps verwendet werden.

Ein Test von veröffentlicht am
Wafer mit Snapdragon 8cx
Wafer mit Snapdragon 8cx (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Seit Qualcomm den Snapdragon 8cx (SC8180X) vor fast anderthalb Jahren angekündigt hat, waren wir gespannt, wie sich der ARM-basierte Chip in Ultrabooks schlägt. Mit dem Surface Pro X ist bisher nur ein Detachable mit einer modifizierten Version namens Microsoft SQ1 im Handel, das Galaxy Book S hingegen ist ein klassisches Clamshell-Gerät. Wir haben den Snapdragon 8cx darin vermessen.

Inhalt:
  1. Snapdragon 8cx im Test: Qualcomm rückt an Intel heran
  2. Benchmarks des Snapdragon 8cx

Der Chip ist Qualcomms mittlerweile drittes Design eines SoCs, das nicht für Smartphones, sondern (auch) für Notebooks ausgelegt wurde. Der Snapdragon 835 hatte nur einige Firmware-Anpassungen, beim Snapdragon 850 gab es dann erhöhte Taktraten und ein gelockertes Power-Limit. Der Snapdragon 8cx - das cx steht für Compute Extreme - wird nicht in Smartphones verwendet, der Chip wurde exklusiv mit Blick auf Windows-10-Ultrabooks entwickelt.

Im SoC stecken acht Kerne, genauer zwei Cluster mit Kryo-495-Cores. Die vier schnelleren basieren auf Cortex-A76 (2,84 GHz) und die langsameren sowie effizienteren auf Cortex-A55 (1,8 GHz). Das 128- statt 64-Bit-Interface bindet LPDDR4X-4266-Speicher an, auch der L3- sowie der System-Cache sind größer als bei Smartphone-Designs wie dem Snapdragon 865. Konkrete Details zur Adreno-680-Grafikeinheit liegen uns nicht vor, Qualcomm äußert sich zu den eigenen GPUs ohnehin seit Jahren nicht mehr hinsichtlich der Technik.

Unsere Messwerte zeigen, dass Qualcomm beim Snapdragon 8cx verglichen mit dem Snapdragon 850 die L1-Cache-Latenz um ein Drittel verringert und die L2-Cache-Bandbreite verdoppelt. Das Speicherinterface mit LDDR4X liefert effektiv einen 50 Prozent höheren Durchsatz, zumal es noch einen System-Cache unbekannter Größe als Zwischenstufe gibt. Dieser fehlt dem Snapdragon 850 komplett, was bedeutet, dass der Chip weniger Daten lokal und somit diese nicht zur schnelleren Verarbeitung vorhalten kann.

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Bevor wir den Snapdragon 8cx gegen andere Ultrabook-Chips vergleichen, vorneweg noch etwas Hintergrund: Das SoC erfordert Windows 10 on ARM als Betriebssystem, damit x86-Win32-Anwendungen emuliert werden, denn eine x86-64-Bit-Unterstützung fehlt. Allerdings gibt es mittlerweile mehr native ARM32-/ARM64-Software, darunter Browser wie Microsofts Edge und Mozilla Firefox, aber bisher nicht Googles Chrome. Auch verbreitete Anwendungen wie Spotify müssen emuliert werden und stottern etwas.

Für unsere Benchmarks haben wir, soweit möglich, ARM64-Software genutzt, eine Ausnahme ist Microsoft Office 365 mit CHPEs, also x86-DLLs mit ARM-Code. Bei den browserbasierten Messungen kam der aktuelle Edge mit Chromium-Technik zum Einsatz. Wichtig ist zudem zu wissen, dass der Snapdragon 8cx mit bis zu 7 Watt und der Snapdragon 850 mit bis zu 5 Watt laufen, die beiden Intel-Chips hingegen mit 15 Watt und kurzfristig auch mehr.

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Benchmarks des Snapdragon 8cx 
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pica 06. Mai 2020

Eigentlich sollte es doch machbar sein ein mobil Gerät wahlweise als dual oder als single...

nohoschi 05. Mai 2020

Ich denke Intel durch ARM zu ersetzen ist kein wirklicher Gewinn, selbst wenn die selbe...

mxcd 04. Mai 2020

Dass Mobiltelefon und Notebook irgendwann so ziemlich das gleiche sein könnten ist als...

M.P. 02. Mai 2020

Die 18 Stunden, die "Xim" für das Lenovo-Gerät genannt hat, wurden in diesem Test auch...

Xim 30. Apr 2020

Du weißt aber schon, wie hoch die Produktions-Kosten so eines Dies war. Mit 80mm² hat...



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