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Snapdragon 845 im Hands on: Qualcomms SoC ist 25 Prozent schneller und sparsamer

Der Snapdragon 845 wird 2018 in den meisten Oberklassesmartphones stecken. Wir haben vorab die Leistung des Qualcomm-Chips getestet. Fast noch wichtiger ist aber der gesunkene Energiebedarf.

Ein Hands on von Moritz Stückler veröffentlicht am
Ein Prototyp mit Snapdragon 845
Ein Prototyp mit Snapdragon 845 (Bild: Moritz Stückler)

Ende Februar 2018 werden in Barcelona auf dem Mobile World Congress wieder die wichtigsten Smartphones des Jahres vorgestellt - darunter die Topmodelle von LG und Samsung. Sie alle werden eines gemeinsam haben: Im Inneren steckt die neue SoC-Generation (System-on-a-Chip) von Qualcomm, der Snapdragon 845.

Inhalt:
  1. Snapdragon 845 im Hands on: Qualcomms SoC ist 25 Prozent schneller und sparsamer
  2. Dynamiq macht den SD845 sparsamer

Im Oktober 2017 wurden der Chip angekündigt und Änderungen sowie neue Funktionen, verglichen mit dem bisherigen Snapdragon 835, erklärt. Nun stellte Qualcomm in San Diego erstmals Geräte zum Ausprobieren zur Verfügung. Dabei handelte es sich nicht um fertige Smartphones eines bekannten Herstellers, sondern um Referenzgeräte von Qualcomm selbst - sogenannte QRDs (Qualcomm Reference Design). Von diesen Prototypen werden im Verlauf der Entwicklung eines SoC einige hundert Stück für interne Tests hergestellt.

Acht solcher Geräte, darunter eines für Golem.de, standen bereit, um die Geschwindigkeit des Chips zu testen. Relevante Benchmarks wie den 3DMark, den Antutu, den Geekbench und den GFXBench hatte Qualcomm vorinstalliert, aber in modifizierten Versionen, so dass keine Ergebnisse in die jeweiligen Datenbank des Herstellers hochgeladen werden können. Andere Benchmarks konnten wir unter Aufsicht von Qualcomm-Mitarbeitern installieren und ausführen.

Qualcomm selbst testet seine Prototypen vorab mit unter anderem diesen Programmen, um während eines solchen Termins keine Überraschung zu erleben. Die gemessenen Werte lagen am Ende also alle innerhalb der Erwartung von Qualcomm - vorausgesetzt, das Gerät hatte davor ein paar Minuten Zeit zum Abkühlen. Nach dem mehrfachen Ausführen von vielen Benchmarks erhitzen sich nämlich auch die vergleichsweise dicken QRDs deutlich, und die Messwerte sinken geringfügig.

  • Nach etwa einer Stunde Dauer-Benchmarking brechen die Werte des Snapdragon 845 im Geekbench 4 leicht ein. (Foto: Moritz Stückler)
  • Das Referenzgerät von Qualcomm im Benchmark-Betrieb. (Foto: Moritz Stückler)
  • Das Manhatten-Szenario des GFXBench läuft auf dem Snapdragon 845 mit 60 fps. (Foto: Moritz Stückler)
  • Die Referenzgeräte von Qualcomm sind relativ groß, verfügen über zusätzliche Antennen-Anschlüsse und einen relativ kleinen Akku. (Foto: Moritz Stückler)
  • In einer Demonstration vergleicht Qualcomm die Leistungsaufnahme des Snapdragon 835 mit dem neuen Snapdragon 845. (Foto: Moritz Stückler)
  • Durchschnittlich ist das neue SoC in beiden Szenerien etwa ein Drittel sparsamer als sein Vorgänger. (Foto: Moritz Stückler)
Nach etwa einer Stunde Dauer-Benchmarking brechen die Werte des Snapdragon 845 im Geekbench 4 leicht ein. (Foto: Moritz Stückler)
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Die Leistungssteigerung verglichen mit dem Vorgänger, dem Snapdragon 835, beträgt im Mittel etwa 25 Prozent in den von uns verwendeten Benchmarks. Im GFXBench allerdings konnte der Snapdragon 845 fast 40 Prozent zulegen. Auch die Steigerung beim Multithreading-Score von Geekbench 4 fällt mit 30 Prozent hoch aus. Das deckt sich mit unserer Einschätzung nach der Ankündigung des Snapdragon 845. Qualcomm zufolge soll auch die neue Adreno-630-Grafikeinheit rund 30 Prozent schneller geworden sein, im GFXBench (Car Chase Offscreen 1080p) haben wir sogar fast 40 Prozent gemessen. Der Hersteller gibt auch an, dass die Sustained-Performance, also Dauerlast, sehr stabil sei. Leider funktioniert aber der Trepn Profiler weder mit dem Snapdragon 835 noch mit dem Snapdragon 845.

Insgesamt sind die Leistungszuwächse von bisherigen zum neuen SoC mehr als respektabel. Dennoch fällt die Steigerung nicht so deutlich aus wie beim Schritt von der bisher vorletzten (Snapdragon 821) zur aktuellen Generation (Snapdragon 835), was wohl unter anderem daran liegt, dass der SD835 und der SD845 beide in einem 10-nm-Verfahren gefertigt werden. An die Werte von Apples A11 Bionic aus dem iPhone X kommt der Snapdragon 845 nur teilweise heran. Im Geekbench 4 verliert er deutlich, während er im Antutu-Benchmark vor dem A11 Bionic liegt.

Snapdragon 845Snapdragon 835Apple A11 Bionic
3DMark Slingshot Extreme Unlimited (Overall)4339 Punkte (+17 %)3701 Punkte (Basis)3950 Punkte
3DMark Slingshot Extreme Unlimited (CPU)3325 Punkte (+19 %)2786 Punkte (Basis)1878 Punkte
3DMark Slingshot Extreme Unlimited (GPU)4753 Punkte (+16 %)4085 Punkte (Basis)5989 Punkte
Geekbench 4 (Singlethread)2449 Punkte (+20 %)2049 Punkte (Basis)4240 Punkte
Geekbench 4 (Multithread)8415 Punkte (+30 %) 6473 Punkte (Basis)10452 Punkte
GFXBench (Car Chase, Off-Screen 1080p)35 fps (+35 %)26 fps (Basis)n.v.
GFXBench (Manhattan 3.1, Off-Screen 1080p)61 fps (+40 %)43 fps (Basis)45 fps
GFXBench (T-Rex 2.0, Off-Screen 1080p)148 fps (+24 %)119 fps (Basis)146 fps
Snapdragon 845 Benchmarks

Daher weist Qualcomm explizit darauf hin, dass solche synthetischen Programme mit Vorsicht zu genießen seien. Sie können nur die CPU, die Grafikeinheit, den Arbeitsspeicher oder gar den NAND-Flash testen. Viele Komponenten eines komplexen SoCs werden von solchen Benchmarks nicht berücksichtigt, etwa das Zusammenspiel einzelner Blöcke für Deep Learning (Inferencing) oder schlicht Audio- und Fotoqualität. In diesen Bereichen lassen sich insgesamt nur schwer objektive Vergleiche anstellen.

Für die Bewertung einer neuen SoC-Plattform darf deswegen also nicht nur die reine Leistungssteigerung herhalten. Gerade im Mobile-Bereich ist gleichzeitig die Akkulaufzeit eines der wichtigsten Kriterien, für welche die Energie-Effizienz des Chips entscheidend ist.

Dynamiq macht den SD845 sparsamer 
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