Snapdragon 835: Erst Samsung, dann alle anderen

Geht es nach ungenannten asisatischen Quellen in einem Forbes(öffnet im neuen Fenster) -Bericht, so haben Qualcomm und Samsung eine Art Exklusivvertrag geschlossen: Samsung fertigt Qualcomms Snapdragon 835 in den eigenen Fabs und Qualcomm verkauft die Chips nahezu ausschließlich an Samsung. Daran soll sich bis Mitte April 2017 nichts ändern, denn am 14. des Monats erscheine das Galaxy S8. Erst nach diesem Zeitpunkt werde Qualcomm größere Mengen des Snapdragon 835 auch an andere Hersteller liefern.
Zu den angeblich Benachteiligten gehören unter anderem HTC und LG: Im neuen HTC U Ultra steckt noch der Snapdragon 821, welcher wiederum schlicht ein Speedbump des noch älteren Snapdragon 820 von 2015 ist. In LGs kommendem G6-Smartphone steckt ebenfalls der Snapdragon 821, berichtet Forbes mit Verweis auf eine Primärquelle, was ein zeitlicher Vorteil wäre. In der Vergangenheit hatte sich LG schon einmal für einen langsameren Chip entschieden - wenn auch ungewollt. Statt des bei längerer Last drosselnden Snapdragon 810 verbaute der Hersteller im G4 den weniger hitzigen Snapdragon 808.
Samsung verbaut seit Jahren Snapdragons
Die enge Zusammenarbeit zwischen Qualcomm und Samsung ist indes auch nicht neu: Die Südkoreaner verwenden seit Jahren die eigenen Exynos-Chips und Qualcomms Snapdragon-Modelle für die Galaxy-Smartphone-Reihe. Eine Ausnahme war das Galaxy S6, bei dem Samsung komplett auf Qualcomm-Komponenten verzichtet . Als Chip wird der Exynos 7420 verbaut, selbst das Modem stammt aus eigener Produktion.
Während Samsung gestern Details zu den brennenden Galaxy Note 7 verkündete , wurde Qualcomm von der US-Handelskommission FTC (Federal Communications Commission) verklagt : Der Hersteller habe Apple günstigere Patentzahlungen für die Zusage gegeben, im iPhone keine Modems anderer Anbieter zu verwenden. Apple verklagte daher Qualcomm.