Snapdragon 800: Qualcomm setzt weiter auf Fixed-Function-Units

Statt immer mehr ARM-Kernen entwickelt Qualcomm für seine SoCs lieber spezielle Funktionseinheiten. Ein Beispiel ist der Videoprozessor HQV, der auf einem Tablet Full-HD-Videos auf 4K skalieren kann.

Artikel veröffentlicht am ,
Full-HD nach 4K per Tablet
Full-HD nach 4K per Tablet (Bild: Golem.de)

"Man kann sich nicht ganz davon entkoppeln", sagte Qualcomms Marketing-Direktor Georg Schweighofer Golem.de auf der CES über den Trend zu immer mehr Kernen in ARM-SoCs. Während Samsung schon bis zu acht Cores einsetzt, kommt Mediatek auf 12 Kerne. Das Wettrüsten ist wie vor 10 Jahren bei PCs nun bei den Prozessoren für Smartphones, Tablets und andere Geräte in vollem Gange.

Qualcomm bleibt aber auch bei den neuen Snapdragon 802 und 805 bei Quad-Cores. Sie werden immer weiter durch spezielle Funktionseinheiten, sogenannte Fixed-Function-Units ergänzt, die nur eine Aufgabe beherrschen - dabei aber sehr sparsam sind. Anders als bei PCs ist die Leistungsaufnahme in mobilen Geräten oft der entscheidende Faktor bei der Auslegung eines Chips. Die reine Rechenleistung kann mehrfach vorhanden sein, wenn nur die Spezialeinheit viel weniger Energie benötigt als etwa der ARM-Kern.

Da Qualcomm aus der Zeit der Signalprozessoren (DSP) viel Erfahrung mit solchen Units hat, werden diese auch ständig weiterentwickelt. Ein Beispiel ist der Videoprozessor HQV, den Qualcomm in den Snapdragon 805 eingebaut hat. Wie auch die seit einigen Generationen bei PC-Grafikkarten vorhandenen De- und Encoder kümmert sich der HQV nur um Video, auch wenn man dafür Programme für die GPU verwenden könnte. "Die kann bei Video aber ruhig etwas anderes machen oder abgeschaltet werden", sagte ein Qualcomm-Entwickler.

Ganz wie die PC-Lösungen beherrscht der HQV zudem das Skalieren und die Bildverbesserung. In Las Vegas führte Qualcomm ein recht unscharfes Full-HD-Video vor, das von einem Tablet per HDMI 2.0 an einen 4K-Fernseher geschickt wurde. Dabei brachte der Snapdragon die Bilder auf die native Auflösung des TVs und führte eine Kantenschärfung sowie Filterung von Kompressionsartefakten durch. Die Einstellungen waren dabei offenbar so geschickt gewählt, dass nur selten überscharfe Details zu erkennen waren und das Bild insgesamt viel besser wirkte. Es empfiehlt sich, unser Video in HD und Vollbild anzusehen, um den Effekt ganz erfassen zu können. Schon aus zwei Metern Abstand wirkte der 4K-Fernseher in der Realität fast so, als würde er mit nativem Ultra-HD-Material angesteuert werden.

Als weiteren Vorteil sieht Qualcomm seinen Ansatz, immer auch Versionen der SoCs mit eingebauten Funkmodulen anzubieten: "Volle Integration ist unser Ziel", sagte Georg Schweighofer. Andere Hersteller, die das nicht beherrschen, erwähnen die für mobile Geräte essenzielle Funkanbindung bei ihren Ankündigungen gar nicht - so wie beispielsweise Nvidia, das bei seiner Ankündigung des Tegra K1 mit besonders großer GPU darüber kein Wort verlor.

Laut Schweighofer soll sich diese Integration kombiniert mit Fixed-Function-Units bei bald kommenden Techniken auszahlen, etwa bei dem oft als "Volte" abgekürzten Voice-over-LTE, dem Telefonieren per schnellem Datennetz. Dabei können dann Funkmodul- und Spezialeinheiten für die De- und Encodierung von Sprache zusammenarbeiten und die ARM-Kerne weitgehend abgeschaltet werden. Für den Nutzer soll Volte zwar keine wesentliche Verbesserung der Sprachqualität bringen, die Verbindungen sollen sich aber sehr schnell aufbauen. Das liegt auch daran, dass bisher zum Stromsparen erst die LTE-Verbindung getrennt wird und in der Folge auf 2G oder 3G umgeschaltet wird. Auch die Synchronisierung von Daten per LTE kann dann beim Telefonieren weiterlaufen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Lala Satalin... 13. Jan 2014

Im Prinzip haben wir noch Akkutechnik aus den frühen 80ern.

Dadie 12. Jan 2014

Fixed-Function-Units sind eben "Fixed-Function". Dahinter steckt im Grunde ein ASIC mit...

kaibuech 12. Jan 2014

Lol...keine Hexenwerk, einfach Windows. Das passt etwa genau so gut. Über die Theorie...

Natchil 12. Jan 2014

Gibt es erst mal kein 4k für mich. Als nächstes gibt es da wohl erst mal einen ganz...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
T-1000
Roboter aus Metall kann sich verflüssigen

Ein Team aus den USA und China hat einen Roboter entwickelt, der seinen Aggregatzustand von fest zu flüssig und zurück ändern kann.

T-1000: Roboter aus Metall kann sich verflüssigen
Artikel
  1. Trotz Exportverbot: Chinesische Kernforscher nutzen weiter US-Hardware
    Trotz Exportverbot
    Chinesische Kernforscher nutzen weiter US-Hardware

    An Chinas wichtigstes Kernforschungszentrum darf seit 25 Jahren keine US-Hardware geliefert werden. Dennoch nutzt es halbwegs aktuelle Xeons und GPUs.

  2. Apple: MacBook Pro braucht wegen Lieferproblemen nur kleine Kühler
    Apple
    MacBook Pro braucht wegen Lieferproblemen nur kleine Kühler

    In den neuen MacBook Pro mit M2 Pro und M2 Max sitzen kleinere Kühlkörper. Der Grund sind Probleme in der Lieferkette.

  3. Virtualisieren mit Windows, Teil 3: Betrieb und Pflege von VMs mit Hyper-V
    Virtualisieren mit Windows, Teil 3
    Betrieb und Pflege von VMs mit Hyper-V

    Hyper-V ist ein Hypervisor, um VMs effizient verwalten zu können. Trotz einiger weniger Schwächen ist es eine gute Virtualisierungssoftware, wir stellen sie in drei Teilen vor. Im letzten geht es um Betrieb und Pflege der VMs.
    Eine Anleitung von Holger Voges

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PCGH Cyber Week - Rabatte bis 50% • Acer Predator 32" WQHD 170Hz 529€ • MindStar-Tiefstpreise: MSI RTX 4090 1.982€, Sapphire RX 7900 XT 939€ • Philips Hue bis -50% • Asus Gaming-Laptops bis -25% • XFX Radeon RX 7900 XTX 1.199€ • Kingston 2TB 112,90€ • Nanoleaf bis -25% [Werbung]
    •  /