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Snapdragon 8 Gen2: Qualcomms neues SoC setzt auf Effizienz, Raytracing und KI

Snapdragon Summit 2022
Qualcomms neuer Snapdragon 8 Gen2 wird bei TSMC gefertigt und bringt neben einer verbesserten Effizienz erstmals Hardware- Raytracing .
/ Tobias Költzsch
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Der Snapdragon 8 Gen2 von Qualcomm (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Der Snapdragon 8 Gen2 von Qualcomm Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Qualcomm hat sein neues System-on-a-Chip (SoC) Snapdragon 8 Gen2 vorgestellt. Wie der Snapdragon 8+ Gen1 wird der Chipsatz bei TSMC im 4-nm-EUV-Verfahren hergestellt. Der vorige Snapdragon 8 Gen1 wurde noch bei Samsungs Foundry produziert.

Mit seiner 1+4+3-Kernkonfiguration soll der Snapdragon 8 Gen2 schneller und effizienter als der Snapdragon 8 Gen1 sein. Qualcomm spricht von einem Leistungszuwachs von 35 Prozent und einer Effizienzverbesserung von 40 Prozent. Der Prime Core ist ein Cortex-X3 mit 3,2 GHz, die vier Performance-Kerne bestehen aus zwei Cortex-A710 und zwei Cortex-A715 mit jeweils 2,8 GHz. Die drei Efficiency-Kerne sind Cortex-A510 mit 2 GHz.

Die Adreno-Grafikeinheit soll verglichen mit der GPU der Vorgänger-SoCs einen Leistungszuwachs von 25 Prozent und eine um 45 Prozent bessere Effizienz bieten. Der Snapdragon 8 Gen2 ist der erste Qualcomm-Chip, der Hardware-Raytracing ermöglicht. Für den Titel des ersten Mobile-SoCs mit dieser Funktion ist Qualcomm eine Woche zu spät dran: Mediatek hat mit dem Dimensity 9200 kurz vor der Snapdragon-Präsentation einen Chipsatz mit Hardware-Raytracing vorgestellt.

Künstliche Intelligenz soll in vielen Bereichen unterstützen

Qualcomm setzt bei seinem neuen Chip stark auf KI-Funktionen. Dank des verbesserten Hexagon-KI-Prozessors soll sich die Leistung KI-gestützter Funktionen um den Faktor 4,35 verbessern. Der Snapdragon 8 Gen2 unterstützt zudem INT4-Interferencing, das schneller, aber weniger präzise als INT8 ist. Qualcomm zufolge soll es allerdings keine nennenswerten qualitativen Verschlechterungen geben. Die Leistung soll um 60 Prozent verbessert werden.

Unter anderem sollen die Verarbeitung von Spracheingaben und Liveübersetzungen schneller sein. Auch Kameras sollen mit dem Snapdragon 8 Gen2 eine verbesserte KI-Verarbeitung bieten. Dafür arbeiten der Hexagon-Prozessor und der Bildprozessor des SoC zusammen. Bereits bei der Aufnahme sollen Kameras so Bildbereiche erkennen und auf diese Weise besser trennen können, sei es für die Bearbeitung nur von Teilen des Bilder oder die bessere Trennung für die Unschärfemaskierung des Hintergrundes. Auch die Schärfe und die Farben sollen generell dank KI verbessert werden. Qualcomm nennt die direkte Verbindung zwischen Hexagon-Prozessor und Bildprozessor Cognitive ISP.

Im Bereich der Mobilfunkverbindungen soll ebenfalls künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen. Der Snapdragon 8 Gen2 ist das erste Qualcomm-SoC, das 5G auf zwei SIM-Karten gleichzeitig ermöglicht; das X70-Modem ist in das SoC integriert. Außerdem wird Wi-Fi 7 unterstützt, Qualcomm zufolge eine Premiere bei einem Mobile-SoC.

Der Sensing Hub des SoC soll Sensorinformationen sowie Audio- und Videosignale verarbeiten und auswerten können. So soll das SoC auf Veränderungen der Umgebung besser und schneller reagieren können. Der Sensing Hub hat beim Snapdragon 8 Gen 2 einen zweiten KI-Kern bekommen. Mit dem Sensing Hub sollen Smartphones beispielsweise automatisch das Display sperren, wenn Nutzer sich vom eingeschalteten Gerät entfernen.

Verlustfreies Audio-Streaming und Raumklang

Der Snapdragon 8 Gen2 unterstützt den AV1-Codec, allerdings aktuell aufgrund rechtlicher Differenzen offenbar nur Decoding. Im Audiobereich kommt das SoC mit einer Unterstützung für Spatial Audio und verlustfreiem 48-kHz-Streaming.

Qualcomm rechnet mit ersten Smartphones mit dem Snapdragon 8 Gen2 noch Ende 2022. Zu den Hardwarepartnern gehören unter anderem Sony, Oneplus, Asus, Motorola, Vivo, Oppo und Xiaomi.


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