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Snapdragon 690: Qualcomm bringt 5G in die Mittelklasse

Hinzu kommen überraschend starke CPU -Kerne.
/ Marc Sauter
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Der Snapdragon 690 bringt 5G in die Mittelklasse (Bild: Qualcomm)
Der Snapdragon 690 bringt 5G in die Mittelklasse Bild: Qualcomm

Qualcomm hat den Snapdragon 690 vorgestellt und damit den ersten 600er-Chip für Mittelklasse-Smartphones, der auch 5G unterstützt. Bisher ist das Oberklasse- oder Highend-SoCs wie dem Snapdragon 865 oder dem Snapdragon 768G vorbehalten.

Beim Snapdragon 690 handelt es sich um ein 2+6 Design mit acht Kryo-560-CPU-Kernen. Zwei davon basieren auf dem schnellen Cortex-A77 mit 2 GHz, den es bisher nur im Snapdragon 865 gab – ein Novum für die Mittelklasse also. Qualcomm spricht von 20 Prozent mehr CPU-Performance verglichen zum Snapdragon 675. Die sechs anderen Kerne sind modifizierte Cortex-A55 mit 1,7 GHz. Die Adreno-619L-Grafikeinheit soll gleich 60 Prozent flotter sein als die Adreno 612 des Snapdragon 675. Das 32-Bit-Interface spricht LPDDR4X-1866-Speicher an.

Der Snapdragon 690 integriert ein Snapdragon X51 genanntes 5G-Modem. Das soll bis zu 2,5 GBit/s im Downstream und bis zu 1,2 GBit/s im Upstream erreichen. Anders als das Snapdragon X52 im Snapdragon 765(G) und im Snapdragon 768G beherrscht das Snapdragon X51 allerdings kein mmWave, sondern aggregiert einzig Kanäle im sub-6-GHz-Frequenzbereich. In Europa liegt der Fokus derzeit (noch) auf Sub-6-GHz, womit größere Flächen abgedeckt und vorhandene LTE-Stationen genutzt werden können. Im LTE-Netz schafft das Snapdragon X51 bis zu 1,2 GBit/s und bis zu 210 MBit/s.

Aufgrund des Spectra 355L genannten Image Signal Processor (ISP) kann der Snapdragon 690 als erster 600er-Chip auch 4K-HDR-Videos mit 30 fps aufnehmen. Ebenfalls eine Neuerung für die Mittelklasse ist der Digital Signal Processor (DSP) namens Hexagon 692 mit Tensor-Einheiten für künstliche Intelligenz, diese wird beispielsweise zur Spracherkennung verwendet. Qualcomm lässt den Snapdragon 690 im 8LPP-Verfahren bei Samsung Foundry produzieren, Geräte mit dem SoC werden für das zweite Halbjahr 2020 im 400-Euro-Segment erwartet.


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