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Premiere des Films Mars Attacks! 1996
Premiere des Films Mars Attacks! 1996 (Bild: Fred Prouser/Reuters)

Snapchat: Wir kommen in Frieden

Premiere des Films Mars Attacks! 1996
Premiere des Films Mars Attacks! 1996 (Bild: Fred Prouser/Reuters)

Dies ist eine Warnung an alle, die Snapchat lieben: Auf der Re:publica und anderswo formieren sich Medienhäuser und Werbeprofis. Sie planen eine Invasion.
Von Patrick Beuth

Liebe Snapchat-Nutzer,
ich weiß, wir haben unsere Differenzen. Euer Internet besteht aus Fotos und Videos, meines aus Buchstaben. Ihr findet, Regenbogenkotze sagt mehr als 1.000 Worte, ich mag Nebensätze. Ihr lest das hier vermutlich nicht einmal. Trotzdem möchte ich euch warnen: Sie sind hinter euch her! Sie kommen, um euch zu holen!

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Mit "sie" meine ich alle, die Snapchat beruflich nutzen, und nicht, weil sie es wollen. Die Spaßbremsen. Die Uncoolen. Die euch schon Facebook versaut haben, zusammen mit euren Eltern.

Sie formieren sich, zum Beispiel in Berlin, auf der Re:publica und der Media Convention, wo sie ihre Veranstaltungen "Snapchat für Erwachsene" nennen und mittlerweile mehr Snapchat- als Twitter-Witze machen. Oder ein paar Meter weiter bei "Happy Snapping", wo jemand namens Felix "in seiner Keynote das Potenzial von Snapchat für Influencer Marketing" umreißt. Klingt bedrohlich, oder?

Vertraut mir: Wenn Sascha Lobo in seinem Re:publica-Vortrag ein halbes Dutzend Snapchat-Anspielungen macht, dann wird es ernst für euch. Sascha ist jetzt 40 Jahre alt und sitzt quasi im Ältestenrat des Internets. Deshalb kann er sehen, was ihr noch nicht sehen könnt: Er hat ganz richtig erkannt, dass ihr nicht gerade auf Medienhäuser und die Werbewirtschaft gewartet habt. Und dass sie trotzdem kommen, angezogen von Zahlen wie diesen: zehn Milliarden Videoabrufe täglich, 100 Millionen täglich aktive Nutzer, die meisten davon zwischen 13 und 34 Jahre alt.

Sie glauben, auf Snapchat könnten sie euch erreichen, auch wenn ihr Snapchat vielleicht nur nutzt, damit ihr für sie unerreichbar seid. Ihr seid einfach so wahnsinnig attraktiv. Nicht im Sinne von hübsch (no offense), sondern im Sinne von werberelevante Zielgruppe. Sogar Snapchat selbst lockt sie an, denn es ist jung und braucht das Geld.

Und wenn Medien und Werber glauben, dass faceswapping und Geofilter das nächste große Ding der Kommunikation sind, dann kommen sie eben dahin, wo gefaceswappt und gegeofiltert wird. Weil sie eure Aufmerksamkeit wollen. Was lustig klingt in einem Netzwerk, das euch Aufmerksamkeitsspannen jenseits von ein paar Sekunden abtrainiert. Aber es ist nicht lustig, es ist unlustiger Ernst.

Noch habt ihr etwas Zeit. Sie sind jetzt in der Phase, in der sie versuchen, Snapchat zu verstehen. Es kursieren erste Anleitungen im legacy web, also in meinem Oldschool-Buchstaben-Internet. Manche sind schon beim learning by doing.

Die Einschläge kommen näher. Macht euch bereit für eine Invasion. Schaut euch den Film Mars Attacks! an. Der ist älter als die meisten von euch, aber pädagogisch wertvoll: Aliens kommen zur Erde, sie machen komische, schnatternde Ak-Ak-Geräusche, die fälschlicherweise übersetzt werden mit Wir kommen in Frieden - und dann legen sie alles in Schutt und Asche.


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Anonymer Nutzer 11. Mai 2016

Sei froh, dass nicht noch irgendwo "rad" steht. Und es war halt schon immer schmerzhaft...

RipClaw 10. Mai 2016

Wenn du ein System zentral startest wird es nie dezentral werden. Jeder kommt mit der...

Eisboer 10. Mai 2016

Warum gehst du davon aus?

aha47 05. Mai 2016

Nehmt meine Armbanduhr! Es ist eine Rolex!

crypt0 04. Mai 2016

+1 Sowas liest man wirklich gern!



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