Snapchat: Sicherheitslücke ermöglicht Ausspähen von Nutzern

Sicherheitsforscher haben für den Kurznachrichtendienst Snapchat eine zuvor undokumentierte Programmierschnittstelle und den Quellcode von zwei Sicherheitslücken veröffentlicht. Damit lassen sich Nutzerdaten abfangen und Fake Accounts herstellen. Die Betreiber wurden bereits vor vier Monaten informiert.

Artikel veröffentlicht am , Lars Sobiraj
Eine lange bekannte Sicherheitslücke gefährdet die Privatsphäre der Nutzer.
Eine lange bekannte Sicherheitslücke gefährdet die Privatsphäre der Nutzer. (Bild: Snapchat)

Gibson Security hat eine API für den Kurznachrichtendienst Snapchat und den Quellcode von zwei bekannten Sicherheitslöchern veröffentlicht. Mit den Informationen ist es nach Aussage der Forscher aus Sydney möglich, die bürgerlichen Namen, Benutzernamen und Telefonnummern aller aktiven Snapchat-Nutzer auszuspähen. Bei Testläufen wurden 10.000 Telefonnummern innerhalb von 7 Minuten aufgezeichnet. Die Telefonnummern der kompletten Community lassen sich demnach innerhalb von 20 Stunden erheben, eine schnelle Internetverbindung vorausgesetzt.

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Nachdem die Sicherheitsforscher per Reverse Engineering die genaue Funktionsweise der proprietären Software analysiert hatten, veröffentlichten sie vor vier Monaten die Details zu den noch immer offenen Sicherheitslücken. Mithilfe der angreifbaren Suchfunktion für Kontakte können die Informationen für eine Datenbank zusammengetragen werden. Damit lässt sich beispielsweise das Verhalten von Nutzern ausspähen, Spam verschicken, die Daten verkaufen oder Fake Accounts erstellen. Außerdem wurde öffentlich gemacht, wie Bilder und Filme verschickt und auf den Geräten gespeichert werden. Mit den Angaben ist es ohne Weiteres möglich, die übertragenen Medien von Snapchat zu entschlüsseln.

Sicherheitslücken wegen 10 Zeilen Code

Nach Angaben der Sicherheitsforscher hätte eine Anpassung von etwa zehn Zeilen Code zu einer Schließung der Sicherheitslücken in der Smartphone-App geführt. Gibson Security schickte Ende August 2013 mehrere E-Mails an die Betreibergesellschaft. Darin teilten die Forscher auch mit, wie die Lücken geschlossen werden können. Eine Antwort erhielten sie bis jetzt nicht. Die Freigabe der Programmierschnittstelle ist eine Reaktion auf das Verbot des Snapchat-Clones Snaphax.

Snapchat ist für iOS und für Android erhältlich und wird von Jugendlichen häufig als Sexting-App benutzt, da Bilder sich wenige Sekunden nach dem Verschicken selbst zerstören sollen. Nach Betreiberangaben hat Snapchat alleine in den USA mehr als 26 Millionen Nutzer. Zuletzt wurden pro Tag mehr als 350 Millionen verschickte Fotos gezählt, womit der populäre Fotodienst Instagram überholt wurde. Mitte November bot Facebook eine Übernahme zum Preis von 3 Milliarden US-Dollar an. Das Angebot von Google lag angeblich noch eine Milliarde Dollar darüber.

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