Gute Platzierung von virtuellen Elementen
Interessant ist bei AR-Brillen natürlich immer das Zusammenspiel aus echter Welt und virtuellen Elementen. Bei der Apollo-11-Demo konnten wir eine Saturn-V-Rakete auf dem Boden platzieren und ihr beim Abheben zuschauen. In der Harry-Potter-Demo ist eine Briefeule auf unserer ausgestreckten Hand gelandet. Dafür, dass wir keine Tracker in den Händen hielten, war die Genauigkeit der Eule ziemlich gut.
Der eingebaute Systembrowser lässt sich über Gesten in der Größe verändern. So können wir einfach entscheiden, wie groß das Fenster sein soll. Inhalte werden übrigens immer fixiert, bleiben also an einer Stelle; schauen wir etwa in die entgegengesetzte Richtung, verschwindet die Darstellung aus unserem Sichtfeld.
Vor allem in hellen Umgebungen dürften sich Ablenkungen in der Umgebung durch den eingebauten Verdunklungsmodus beseitigen lassen. Über die Schnelleinstellungen können wir die Gläser der Specs tönen lassen; virtuelle Inhalte ließen sich in unserem Test dann noch problemlos erkennen. In dem Innenraum, in dem wir die Brille ausprobiert haben, war der Hintergrund dann wesentlich weniger störend. Das dürfte vor allem dann praktisch sein, wenn man weniger AR-Inhalte konsumiert und stattdessen mehr VR-Inhalte – etwa einen Film.
Fazit
Die Specs funktionieren als AR-Brille sehr gut: Das Sichtfeld ist recht groß, die Bildqualität von der Schärfe und der Helligkeit gut und die Farben leuchtend. Trotz der Größe der Brille wirkt sie auf der Nase nicht zu schwer – zumindest nicht in der kurzen Zeit, in der wir sie ausprobiert haben.
Die Bedienung mit den Händen funktioniert gut; die zwei verbauten Kameras erfassen die Hände und erkennen in unserem Test zuverlässig, welche Gesten wir machen. Clever finden wir das Menü, das in unserer Handinnenfläche erscheint.
Gewöhnungsbedürftig sind die Prismenstreifen am unteren Bildrand der Brille. Auch der Look ist für uns noch nichts für den Alltag – auf der Straße würden wir die Specs wohl eher nicht tragen. Spannend wird, wie sich die Technologie in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird und wie diese Probleme gelöst werden.
Wir sind uns noch etwas im Unklaren darüber, welchen Einsatzzweck wir für die Specs sehen. Aktuell tendieren wir zu Unterhaltung – für einen täglichen Begleiter wie Metas Smart Glasses halten wir Snaps Brille noch für zu auffällig und klobig. Der Preis von 2.200 US-Dollar dürfte manche Interessenten zumindest zweimal überlegen lassen, sich ein Paar Specs zu kaufen. Aktuell kann die Brille in den USA vorbestellt werden, die Auslieferung soll im Herbst 2026 erfolgen.
Offenlegung: Golem hat auf Einladung von Qualcomm am Snapdragon Summit auf Maui teilgenommen, die Reise- und Hotelkosten wurden anteilig von Qualcomm übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.
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