SMIC: Chinesischer 7-nm-Chip erscheint wie eine Kopie von TSMC

Der chinesische Chiphersteller SMIC ist in seiner Entwicklung schneller als erwartet. Der Nachrichtendienst Bloomberg berichtet(öffnet im neuen Fenster) sogar von einer überraschenden Entwicklung trotz anhaltender US-Sanktionen und Embargos gegen den Konzern. Und trotzdem: Seit Juli 2022 verkauft SMIC Chips im 7-nm-Verfahren für Bitcoin-ASICs von Minerva. Dabei wurde angenommen, dass chinesische Fabs derzeit in 14 nm fertigen – ein Rückschritt von etwa vier Jahren Entwicklungszeit gegenüber den Marktführern.
Die Techanalysten von Techinsights(öffnet im neuen Fenster) (via Toms Hardware(öffnet im neuen Fenster) ) haben sich den neuen SMIC-Chip genauer angeschaut. Nach dem Reverse Engineering stellten sie fest: Es handelt sich hier wohl um eine relativ genaue Kopie von TSMCs 7-nm-SoCs. "Erste Bilder legen nahe, dass dies eine nahe Kopie des 7-nm-Prozesses bei TSMCs darstellt."
7 nm mit älteren Fertigungsmaschinen
Der aus Taiwan stammende Chiphersteller gilt als ein führendes Unternehmen bei 7 nm und hat SMIC bereits des Öfteren wegen illegaler Kopien verklagt – allerdings sind diese Klagen bereits mehr als zehn Jahre her. Nichtsdestotrotz arbeitet das chinesische Unternehmen weiter profitabel: Im Jahr 2021 stieg der Umsatz um 61 Prozent. Ein Teil der Einnahmen fließt in neue Fabs für insgesamt 5 Milliarden US-Dollar .
Techinsight stellt aber auch klar, dass Unternehmen wie TSMC und Samsung derzeit noch mindestens zwei Nodes Vorsprung haben und ein insgesamt ausgereifteres 7-nm-Verfahren, teils sogar 4 nm verwenden. US-Sanktionen erschweren es für SMIC zudem, neue Maschinen für eine effizientere Produktion von nicht-chinesischen Unternehmen zu erwerben – zumindest, solange diese Maschinen Bauteile US-amerikanischer Unternehmen verwenden. Offenbar schafft es das Unternehmen aber auch mit existierender Technik, zumindest wettbewerbsfähig zu bleiben. Es würde nicht wundern, wenn dies weiterhin so bleibt.