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Smartwatch: Stunk im Pebble-Land

Pebble -Gründer Eric Migicovsky und das Rebble-Team werfen sich gegenseitig vor, die Arbeit des anderen zu stehlen.
/ Tobias Költzsch
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Eric Migicovsky hat gerade die ersten neuen Pebble-Uhren ausgeliefert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Eric Migicovsky hat gerade die ersten neuen Pebble-Uhren ausgeliefert. Bild: Tobias Költzsch/Golem

Vor dem Start der neuen Pebble-Smartwatches hat der Pebble-Gründer Eric Migicovsky mit dem Team von Rebble einen Vertrag geschlossen. In diesem wird unter anderem geregelt, dass der Rebble-App-Marktplatz und die Rebble-Dienste von Pebble-Nutzern ohne Konto genutzt werden können. Dafür zahlt Pebble an das Rebble-Team einen monatlichen Betrag pro Nutzer.

Nachdem die erste neue Pebble-Smartwatch mittlerweile ausgeliefert wurde, gibt es allerdings Streit zwischen den beiden Parteien. In einem langen Blogpost(öffnet im neuen Fenster) wirft das Rebble-Team Migicovsky und seiner neuen Firma Core Devices, die die Pebble-Uhren herstellt, vor, die Software samt dem Pebble-Store nicht mehr für alle zugänglich machen zu wollen und die Arbeit von Rebble zu stehlen.

Migicovsky hat in einem ebenfalls langen Blogpost(öffnet im neuen Fenster) geantwortet – und den Stein zurückgeworfen: Er wirft Rebble vor, den Zugriff auf die Software verhindern zu wollen. Er schreibt, dass er den Pebble-App-Marktplatz am liebsten Open Source machen und etwa von Archive.org hosten lassen wolle.

Dank Rebble konnten Pebble-Uhren weitergenutzt werden

Das Rebble-Projekt war zeitgleich mit der Abschaltung der ursprünglichen Pebble-Server entstanden. 2018 hatte Fitbit die Server endgültig abgeschaltet; zuvor hatte das Rebble-Projekt den Pebble-Store kopiert. In der Folge hostete Rebble neben dem App-Store bestimmte Dienste wie die Timeline und das Wetter auf eigenen Servern, so dass Nutzer ihre alten Pebble-Uhren weiter verwenden konnten.

Das Rebble-Projekt war für die Wiederbelegung von Pebble essenziell – neben dem Umstand, dass Google den Quellcode von PebbleOS freigegeben hat. Dank Rebble können die neuen Uhren direkt wieder auf alle Apps und Watchfaces von früher zugreifen.

Rebble dürfte Sorge haben, dass das Projekt, an dem über die Jahre viele Personen in ihrer Freizeit viel Arbeit investierten, durch eine Übernahme von Core Devices irrelevant werden könnte. Core Devices hingegen dürfte befürchten, dass die Abhängigkeit von einem externen Anbieter dazu führen könnte, dass die neuen Uhren irgendwann ohne App-Store dastehen.

Pebble-Nutzer wünschen sich eine Einigung

In den Kommentaren unter Migicovskys Blogpost finden sich viele Stimmen, die von einem Missverständnis zwischen den beiden Parteien ausgehen – und sich wünschten, dass die beiden Seiten miteinander sprechen. Rebble fragt seine Nutzer unter dem eigenen Blogpost, wie man vorgehen solle.

Die beiden Möglichkeiten, die Rebble sieht, sind: die eigenen Daten zur Not auch per Gerichtsverfahren schützen oder Eric Migicovsky alles überlassen. Migicovsky hingegen verweist auf die bestehenden Verträge und äußert den Wunsch, dass das Pebble-Ökosystem als Open Source verfügbar gemacht wird.


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