Smartwatch mit neuem App-Store-Konzept: Pebble-Software ist vollständig Open Source

Es gibt umfangreiche Änderungen am Pebble-Ökosystem: Die gesamte Software rund um die Pebble-Smartwatch wird vollständig als Open Source zur Verfügung gestellt. Damit ändert sich auch die Art und Weise, wie Pebble-Apps angeboten werden können. Der Pebble-Gründer Eric Migicovsky gab die neuen Entwicklungen in einem Blogpost(öffnet im neuen Fenster) bekannt.
Bisher waren bereits 95 Prozent der von Pebble-Produkten verwendeten Software als Open Source verfügbar, diesen Anteil erhöhte das Unternehmen Core Devices nach eigenen Angaben auf 100 Prozent.
Das bezieht sich auf alle Bestandteile, die zum Betrieb der Smartwatch erforderlich sind. Ausgenommen davon sind der Treiber für den Herzfrequenzsensor und etwa die Spracherkennungs-API, die weiterhin nicht als Open Source zur Verfügung stehen werden.
Neues App-Store-Konzept
Die Smartphone-App zur Konfiguration der Smartwatch wurde bisher nicht vollständig als Open Source angeboten. Migicovsky sieht das rückblickend als Fehler. Mit diesem Schritt liegen alle wichtigen Software-Bestandteile von Pebble für die Öffentlichkeit bereit. Die mobile Pebble-App wurde mit Kotlin erstellt und ist für Android und iOS verfügbar und steht als Code über Github(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung. Künftig lässt sich die Pebble-App jederzeit von jeder Person anpassen, wenn nötig.
Die neue Version der Pebble-App nutzt nicht mehr nur einen zentralen App-Store, sondern kann mehrere beliebige Quellen einbinden, um darüber Apps zu beziehen. Die neue Version soll im Laufe der Woche erscheinen. Wer mag, könnte sogar einen eigenen App-Store für die Pebble-Smartwatch betreiben. Zum Start stellt Core Devices einen eigenen App-Store-Feed bereit, über den Apps und Ziffernblätter auch kostenpflichtig angeboten werden können.
Dabei soll jede App und jedes Ziffernblatt aus dem App-Store-Feed von Core Devices auf Archive.org hochgeladen werden, um den Zugriff darauf unabhängig vom jeweiligen App-Store zu ermöglichen. Falls ein App-Store abgeschaltet wird, wären alle Apps dieses Feeds über Archive.org weiterhin nutzbar.
Damit setzt Migicovsky um, was er vor knapp einer Woche als Plan angekündigt hatte. Er gibt an, dass prinzipiell auch kostenpflichtige App-Store-Feeds möglich wären.
Pebble Time 2 kommt Anfang 2026
Änderungen gibt es auch an der Pebble-Hardware. Die kurz vor der Markteinführung stehende Pebble Time 2 erhält ein angepasstes Design und nutzt Schrauben für den Verschluss des Gehäuses. Dadurch sollen die Reparaturmöglichkeiten verbessert werden und bei Bedarf soll sich der Akku bequem tauschen lassen.
Bei der Pebble Time 2 kommt es zu leichten Lieferverzögerungen, die ersten Kunden sollen das neue Modell im Januar 2026 erhalten und somit nicht mehr dieses Jahr. Bis März 2026 oder April 2026 sollen alle Käufer ihre Lieferungen erhalten, heißt es von Core Devices.
Alle Konstruktionsdateien zur Pebble 2 Duo veröffentlicht
Bei der Pebble 2 Duo geht Core Devices noch einen Schritt weiter. Für das Duo-Modell wurden alle elektrischen und mechanischen Konstruktionsdateien veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.
Dazu gehören Kicad-Projektdateien sowie Schaltpläne. Mit diesem Schritt sollen sich die Uhren einfacher reparieren lassen und es wäre sogar möglich, eigene Smartwatch-Modelle auf Basis des Duo-Modells zu bauen. Damit wird die Uhr zu einer Experimentierbasis für künftige Smartwatch-Modelle.



