Smartwatch 2 im Hands on: Sonys neue Smartwatch kann tauchen

Sonys neue Smartwatch 2 soll mit allen Geräten mit Android 4.0 und höher kompatibel sein und steht damit deutlich mehr Nutzern zur Verfügung als Samsungs Galaxy Gear . Golem.de hat sich Sonys Uhr angeschaut und mit der Galaxy Gear verglichen.

Die Smartwatch 2 hat ein deutlich flacheres und kompakteres Gehäuse als die Uhr von Samsung. Um das Display herum ist ein Rahmen aus gebürstetem Aluminium angebracht, die Oberseite ist komplett aus Glas. Das Design hat Sony an das der jüngsten Xperia-Smartphones angelegt. So finden Nutzer auch bei der Smartwatch 2 den typischen großen Einschaltknopf an der Seite. Das Armband bei unserem Modell ist aus Gummi, ein Metallarmband soll es auch geben. Insgesamt ist die Uhr sehr gut verarbeitet und wirkt edler als das Konkurrenzprodukt von Samsung.




Der LCD-Touchscreen der Smartwatch 2 ist mit 1,6 Zoll etwas kleiner als der der Galaxy Gear und hat mit 220 x 176 Pixeln auch eine geringere Auflösung. Dies macht sich direkt nach dem Einschalten bemerkbar: Bildschirminhalte wirken auf der Smartwatch 2 deutlich weniger scharf und klar als auf Samsungs Modell.
Im Schlafmodus zeigt die Smartwatch 2 einfach die Uhrzeit an. Dies funktioniert auch, wenn sie nicht an ein Smartphone gekoppelt ist. Drückt der Nutzer einmal auf den Einschaltknopf, wird die Uhrzeit heller angezeigt. Ein weiterer Druck bringt den Nutzer auf den Startbildschirm. Hier findet er die installierten Apps.
Weitere Apps über das Smartphone installieren
Ist die Smartwatch 2 mit einem Smartphone verbunden, werden unter anderem eingehende SMS, E-Mails, neue Facebook-Statusmeldungen oder Twitter-Nachrichten angezeigt. Die Verbindung läuft über Bluetooth und kann auch einfach über NFC aufgebaut werden. Über eine spezielle App für das Smartphone können wie bei den vorigen Smartwatches von Sony weitere Apps wie Wetternachrichten, Timer und andere installiert werden. Diese stehen in Googles Play Store bereit und müssen nicht direkt von Sony stammen.
Keine echte Telefoniefunktion
Telefonieren können Nutzer mit der Smartwatch 2 wie mit den vorigen Sony-Smartwatches nur indirekt. Über die Uhr können Telefonate angenommen werden, die Sprachausgabe und -eingabe erfolgt jedoch nicht über das Gerät selbst. Um zu telefonieren, ohne das Smartphone aus der Tasche zu nehmen, muss ein Headset angeschlossen sein. Samsungs Galaxy Gear hingegen ermöglicht Telefonate direkt über die Uhr.




Eine Kamera wie in der Galaxy Gear hat Sonys Smartwatch nicht. Bei vergangenen Modellen gab es jedoch Apps, mit denen die Kamera des verbundenen Smartphones gesteuert werden konnte. Das Sucherbild wurde dann auf der Uhr angezeigt. Ob das auch mit dem neuen Modell möglich ist, konnten wir nicht überprüfen.
Staub und Wasser sind kein Problem
Die Smartwatch 2 ist nach IP57 staubresistent und wasserdicht. Bis zu 30 Minuten lang soll die Uhr in einer Tiefe von maximal 1 Meter aushalten, ohne Schaden zu nehmen. Auch diese Funktion hat Sony schon bei anderen neuen Xperia-Smartphones und dem Xperia Tablet Z eingebaut.
Im Unterschied zur Galaxy Gear wird die Smartwatch 2 nicht komplett mit Wischgesten gesteuert, unterhalb des Bildschirms sind drei Sensortasten eingebaut. Mit diesen kann der Nutzer in den Menüs zurückgehen, zum Hauptmenü zurückkehren oder das Menü einer App aufrufen. Durch den Startbildschirm blättert er jedoch wie bei der Galaxy Gear mit Wischgesten.
Gute Reaktion, flüssige Bedienung
Die Smartwatch 2 reagiert trotz Betriebssystem im Betastatus besser auf Eingaben als die Galaxy Gear, insgesamt wirkt die Bedienung flüssiger. Zwischen den Seiten des Startbildschirms lässt sich ohne große Verzögerung blättern. Bis zum Marktstart will Sony die Software noch aktualisieren, dann soll die Uhr noch flüssiger zu bedienen sein. Samsungs Galaxy Gear hingegen zeigte in unserem Kurztest merkliche Ruckler, das System wirkte nicht ausgereift.
Längere Akkulaufzeit als Galaxy Gear
Über einen Micro-USB-Anschluss wird die Smartwatch 2 geladen. Eine Akkuladung soll laut Sony bei normaler Benutzung mit dauerhafter Zeitanzeige für drei bis vier Tage reichen. Bei sparsamer Nutzung sollen sogar bis zu sieben Tage mit dauerhafter Zeitanzeige möglich sein. Dies ist deutlich mehr als die maximal zwei Tage, die Samsung für die Galaxy Gear angibt.




Einer der womöglich wichtigsten Unterschiede zur Galaxy Gear ist die Kompatibilität von Sonys Uhr. Die Smartwatch 2 soll mit jedem Smartphone mit Android 4.0 und höher verbunden werden können. Das bedeutet, dass knapp 70 Prozent der in Verwendung befindlichen Android-Geräte damit verwendet werden können. Anders sieht es bei Samsungs Smartwatch aus: Sie funktioniert aktuell nur mit dem Galaxy S4, lässt man die noch nicht verfügbaren Modelle Galaxy Note 3 und das neue Galaxy Note 10.1 außen vor. Im Oktober 2013 sollen noch das Galaxy S3 und das Galaxy Note 2 hinzukommen, Smartphones von Fremdherstellern und ältere Samsung-Geräte sind nicht kompatibel.
Fazit
Sonys neue Smartwatch 2 sieht gut aus und bietet einen guten Funktionsumfang. Für zahlreiche Interessenten dürfte sie spannender sein als Samsungs Galaxy Gear, da sie mit viel mehr Geräten kompatibel ist und eine längere Akkulaufzeit haben soll. Auch der Wasser- und Staubschutz nach IP57 dürfte im Alltag praktisch sein.
Dafür fehlen dem Nutzer die Galaxy-Gear-Funktionen wie eine Kamera und eine eingebaute Telefoniefunktion. Zudem ist der Bildschirm weniger scharf und farbenfroh als der der Galaxy Gear. Dafür ist die Smartwatch 2 weniger klobig und sieht unserer Meinung nach schicker und hochwertiger aus als Samsungs Uhr.
Für einen angestrebten Preis von 200 Euro halten wir momentan Sonys Smartwatch 2(öffnet im neuen Fenster) trotz des geringeren Funktionsumfangs für die bessere Smartwatch. Einen Generationswechsel bei den Smartwatches läutet allerdings auch sie nicht ein. Sony will die Smartwatch 2 Ende September 2013 oder Anfang Oktober 2013 in Deutschland auf den Markt bringen.



