Smartphones und Co.: Brände durch Lithium-Ionen-Akkus häufen sich

Bei vielen Bränden in der Abfallentsorgung sind Lithium-Ionen-Akkus immer öfter der wahrscheinliche Verursacher. Schuld ist die wachsende Zahl technischer Geräte.

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Autobatterien, ein Akku und ein Kinderspielzeug wurden in einer Abfallentsorgungsanlage noch rechtzeitig aussortiert.
Autobatterien, ein Akku und ein Kinderspielzeug wurden in einer Abfallentsorgungsanlage noch rechtzeitig aussortiert. (Bild: USA Today Network/Reuters)

Wer im Internet nach Bränden auf Mülldeponien oder in Abfallentsorgungsanlagen sucht, findet zahlreiche Videos von Flammeninfernos, die mitunter komplette Betriebe verschlingen. Brände in Müllentsorgungs- und Recylingbetrieben hat es immer schon gegeben, eine Studie in den USA hat allerdings festgestellt, dass sie in den vergangenen Jahren zugenommen haben.

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Eine weitere Umfrage hat ergeben, dass in 22 kalifornischen Abfallbeseitigungsbetrieben Batterien zu 56 Prozent als Ursache für Feuer ermittelt werden konnten. Auch in Deutschland gehen die Betreiber derartiger Anlagen davon aus, dass bei zahlreichen der gemeldeten Brände nicht fachgerecht entsorgte Batterien und Akkus das Feuer gestartet haben, wie der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) Golem.de auf Anfrage mitteilte. In diesem sind Betreiber von Abfallentsorgungsanlagen organisiert.

"Bei verschiedenen Bränden in Metallschrott- oder Elektroaltgeräterecyclinganlagen wurde von Seiten der Betreiber die Selbstentzündung von Lithium-Batterien als Grund vermutet. Vereinzelt stellte die Feuerwehr bzw. Kriminalpolizei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fest, dass diese Brände durch Lithium-Batterien verursacht wurden", teilt uns eine Sprecherin des VKU mit.

Smartphones, Smartwatches und Tablets gefährden die Abfallentsorgung

Der Alltag wird in Deutschland immer stärker von elektronischen Kleingeräten geprägt, die einen mitunter nicht entfernbaren Lithium-Ionen-Akku verwenden. Smartphones, Tablets, Laptops, Smartwatches - diese Geräte sind allgegenwärtig und werden mitunter in relativ kurzen Abständen ausgetauscht. In herkömmlichen Abfallentsorgungsanstalten haben derartige Geräte nichts zu suchen, zu häufig werden sie aber falsch über den Hausmüll entsorgt.

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Das kann fatale Folgen haben: Ein beschädigter Lithium-Ionen-Akku läuft, anders als etwa eine Alkalibatterie, bei Beschädigung nicht einfach aus, sondern kann eine enorme Hitze entwickeln. Zur Entzündung führen direkte thermale Einflüsse als auch Druck oder eine Beschädigung. Wie Versuche gezeigt haben, können auch speziell abgeschirmte Akkus dabei Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius entwickeln.

In einer Abfallentsorgungsanlage sind die brennenden Akkus von weiterem brennbarem Müll umgeben, Förderbänder können die brennbaren Materialien schnell quer durch die Anlage transportieren. Dabei entstehende Brände führen mitunter zum Komplettverlust der Anlage und zur Gefährdung von Menschenleben.

"Der VKU geht davon aus, dass Lithium-Batterien ein Risiko in der abfallwirtschaftlichen Kette - Sammlung - Transport - Verwertung bedeuten", erklärt uns der Verband. "Daher ist deren separate Erfassung von großer Bedeutung." Endnutzer in Deutschland müssen dem VKU zufolge noch stärker darüber aufgeklärt werden, dass Batterien nicht in den Hausmüll oder in die Gelbe Tonne geworfen werden dürfen.

So müssen entnehmbare Akkus und Batterien aus Geräten entfernt werden, selbst, wenn diese in die Elektroschrottsammlung gegeben werden. Geräte mit nicht entfernbaren Lithium-Ionen-Akkus müssen eigentlich separat vom restlichen Elektroschrott erfasst werden, damit es später nicht in einer Verwertungsanlage zu Bränden kommen kann.

Schulungen und Aufklärungskampagnen für richtigen Umgang mit Akkus

Der VKU entwickelt diesbezüglich ein eigenes Schulungsmodul, um das Personal auf den Wertstoffhöfen für die korrekte Trennung von Lithium-Ionen-Akkus zu sensibilisieren. Auch Endverbraucher sollen beispielsweise durch die Kampagne "Drop it like E-Schrott" der Stiftung Elektro-Altgeräte-Register (EAR) aufgeklärt werden. Letztlich stehen aber auch die Betreiber von Verwertungsanlagen in der Pflicht: Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, Akkus und Batterien vor "in die Substanz eingreifenden Behandlungsschritten" aus den Geräten zu entnehmen - also bevor Smartphones, Tablets und Laptops in die Müllpresse kommen.

Um es Endverbrauchern, Mitarbeitern von Wertstoffhöfen und von Verwertungsanlagen einfacher zu machen, plädiert der VKU kurzfristig für eine erweiterte Kennzeichnung von Geräten, die Akkus oder Batterien enthalten. Außerdem soll es für Hersteller verpflichtend sein, Akkus so zu verbauen, dass sie leicht auszubauen sind. Dadurch sollen mögliche Zwischenfälle in der Entsorgungskette künftig noch weiter reduziert werden.

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tom.stein 15. Apr 2020

Bei uns steht an jedem E-Schrott-Container, dass dort keine Batterien/Akkus eingeworfen...

Eheran 09. Apr 2020

Dann müsste man für die rein spannungsbasierte Anzeige eine andere Spannung erzeugen. Das...

tom.stein 09. Apr 2020

Naja, wer scheißt die Dinger denn mit Verpackung weg? Das meine ich gerade: Außen auf...

Oekotex 08. Apr 2020

Dann macht man ihn eben zahlbar in 3 oder 6 Monaten. Immerhin sparen die Leute ja so...

wurstdings 07. Apr 2020

Daran das der Akkupfand nicht eingelöst wird. Oder du versuchst zu verstehen, was ich...



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