Smartphones: Oneplus und Meizu schummeln bei Benchmarks

HTC und Samsung standen vor einigen Jahren in der Kritik, weil ihre Smartphones bei Benchmark-Apps höhere Taktraten abriefen und so das Ergebnis in die Höhe trieben. Oneplus und Meizu haben diese Taktik zurückgebracht, wie XDA Developers herausfand.

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Das Oneplus 3T hat einen versteckten Benchmark-Modus.
Das Oneplus 3T hat einen versteckten Benchmark-Modus. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Das Team von XDA Developers hat herausgefunden, dass die chinesischen Hersteller Oneplus und Meizu bei einigen ihrer aktuellen Smartphones die Ergebnisse bestimmter Benchmarktests absichtlich in die Höhe treiben. Dazu werden die Ruhefrequenzen der Kerne direkt nach dem Start bestimmter Test-Apps erhöht.

Oneplus 3T hat einen versteckten Benchmark-Modus

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Das XDA-Developers-Team hat dies beim Oneplus 3T bemerkt, nachdem es unter anderem den Geräte-Benchmark Geekbench 4 geöffnet hatte. Die Ruhefrequenz der schwächeren Kerne des Snapdragon 821 beträgt dann 0,98 GHz, die der stärkeren Kerne 1,29 GHz - normalerweise sinken die Taktraten der beiden Kern-Sets auf 0,31 GHz, wenn keine Last vorhanden ist.

Das Problem scheint bei einigen bestimmten Benchmark-Apps aufzutreten. Um ihre Vermutung auf die Probe zu stellen, hat das Team von XDA Developers von Primate Labs, dem Entwickler von Geekbench 4, eine Inkognito-Version des Benchmarks bekommen. Diese entspricht der Geekbench-4-App aus dem Play Store, maskiert sich allerdings als Spiel.

Der Verdacht der absichtlichen Manipulation bestätigte sich: Das Oneplus 3T schraubt die Grundlast nicht hoch, wenn die maskierte Version des Benchmarktests verwendet wird. Bestimmte Testprogramme werden also direkt über den Namen identifiziert, um die Grundfrequenz anzuheben und dadurch ein besseres Gesamtergebnis zu schaffen.

Unterschied bei den Einzeltests ist marginal

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Vergleicht man die ursprünglichen mit den geschummelten Werten, wird ersichtlich, wie albern dieses Unterfangen ist: Sowohl im Single- als auch im Multi-Test des Geekbench 4 liegen die Ergebnisunterschiede im einstelligen Prozentbereich. Werden mehrere Tests hintereinander durchgeführt, bleiben die Werte beim Schummelmodus allerdings stabiler.

Oneplus hat auf Nachfrage von XDA Developers zugegeben, dass es einen höher getakteten Benchmark-Modus gibt und versprochen, diesen im kommenden Update von OxygenOS zu beseitigen. Für bestimmte Spiele wolle man allerdings einen höheren Grundtakt beibehalten. Die Frequenzschummelei wurde übrigens nachträglich eingefügt, zum Start des Oneplus 3T wurden noch keine Werte manipuliert.

Meizu verwendet "Performance Mode" nur bei Benchmark-Tests

Auch der chinesische Hersteller Meizu hat bei seinen neueren Geräten einen speziellen Benchmark-Modus eingeführt, der "Performance Mode" genannt wird und nach dem Start einer Benchmark-App vorgeschlagen wird - die Smartphones halten also definitiv nach entsprechenden Apps Ausschau. Beim Modell Pro 6 Plus ist der Unterschied zwischen dem normalen Balanced Mode und dem Performance Mode eklatant: Statt 604 Punkte schafft das Smartphone dann 1.473 Zähler, da die großen Kerne hinzugeschaltet und die kleinen auf ihrer Maximalfrequenz von 1,48 GHz gehalten werden.

Als das XDA-Developers-Team den maskierten Geekbench 4 startete, erkannte das Smartphone keinen Benchmark-Test und schaltete entsprechend nicht in den Performance Mode. Zwar ist die Frequenzschummelei bei Meizu offen ersichtlich, aber letztlich sinnlos: Dem Nutzer bringt es nichts, zu wissen, dass sein Smartphone in einem speziellen Modus ein starkes Benchmark-Ergebnis erhält, dieser Modus aber bei normalen Spielen nicht abgerufen wird. Der Modus ist nur für Benchmark-Tests gedacht, was in der Tat sehr albern ist.

Eine Überprüfung der Übeltäter von vor ein paar Jahren hat übrigens ergeben, dass diese nicht mehr schummeln. HTC, Samsung, Sony und weitere große Hersteller verwenden bei ihren aktuellen Smartphones keine absichtlich hohen Taktraten.

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