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Smartphones: Huawei versucht nicht mehr, die besten Produkte zu machen

Das Handelsembargo der USA gegen Huawei zeigt Wirkung, wenn auch anders als geplant.
/ Achim Sawall
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Huawei-Gründer und -Chef Ren Zhengfei (Bild: Huawei)
Huawei-Gründer und -Chef Ren Zhengfei Bild: Huawei

Wegen des Handelskriegs der USA kann Huawei keine modernen Komponenten für Smartphones mehr einkaufen und macht darum Kompromisse bei diesen Produkten. Huawei-Chef Ren Zhengfei sagte laut der Mitschrift einer Fragerunde mit Beschäftigten des Konzerns, der Nikkei Asia(öffnet im neuen Fenster) vorliegt: "Aufgrund der Beschränkungen durch die USA in den vergangenen zwei Jahren versuchen wir nicht mehr, die besten Komponenten zu verwenden, um die besten Produkte herzustellen" . Huawei verwende stattdessen andere "geeignete" Komponenten, um hochwertige Produkte herzustellen, was die Rentabilität des Unternehmens verbessert habe, sagte er.

Seit Huawei keine Google-Apps mehr auf seinen Geräten vorinstallieren darf, sind die Verkäufe im Ausland stark zurückgegangen. Zudem hat das Unternehmen Schwierigkeiten, an Smartphone-Bauteile wie moderne SoCs zu kommen, wodurch auch der Markt in China eingebrochen ist. Durch das zusätzliche Nutzungsverbot von US-Technologie für Huawei kann der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC keine SoCs mehr für Huaweis Chipbereich Hisilicon produzieren. Weltweit ist jeder Auftragshersteller, der Chip-Maschinen aus den USA benutzt, von dem Verbot betroffen.

Schwerpunkt auf Sicherung von 6G-Patenten

Der Umsatz von Huawei brach in der ersten Hälfte dieses Jahres um 29 Prozent ein. Es handelt sich um den größten Rückgang aller Zeiten, wobei der Umsatz der Consumer-Gruppe, zu der Smartphones gehören, um 47 Prozent auf 135,7 Milliarden Yuan (21 Milliarden US-Dollar) sank.

Ren sagte, dass Huawei die Entwicklung seiner eigenen Halbleiter über seinen Chipentwickler HiSilicon Technologies nicht aufgeben werde. Huawei habe in mehr als 20 Chip-bezogene Unternehmen investiert, berichtete Nikkei Asia.

"Wir werden HiSilicon erlauben, weiterhin den Himalaya zu erklimmen, aber die meisten unserer Beschäftigten werden Kartoffeln anbauen und Schafe und Rinder am Fuße des Berges weiden lassen, um denjenigen, die den Berg besteigen, einen stetigen Nahrungsfluss zu bieten" , sagte der Huawei-Gründer.

"Unsere Forschung zu 6G ist eine Vorbereitung auf einen regnerischen Tag, und wir wollen den Boden der 6G-Patente erobern" , sagte Ren bei der Versammlung im August. "Wir dürfen nicht warten, bis 6G rentabel wird, da das Warten uns aufgrund fehlender Patente einschränken würde."

Huawei hält bereits die meisten standardessentiellen Patente (SEPs) für die 5G-Technologie. SEPs decken Technologien ab, die in branchenweiten Standards verwendet werden.


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