Abo
  • Services:

Smartphones: Broadpwn-Lücke könnte drahtlosen Wurm ermöglichen

Erneut findet sich eine schwerwiegende Sicherheitslücke in der Broadcom-WLAN-Firmware. Der Entdecker der Lücke präsentierte auf der Black Hat ein besonders problematisches Szenario: Eine solche Lücke könnte für einen WLAN-Wurm, der sich selbst verbreitet, genutzt werden.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Ein geradezu lehrbuchhafter Buffer Overflow ist der Grund für die Broadpwn-Sicherheitslücke.
Ein geradezu lehrbuchhafter Buffer Overflow ist der Grund für die Broadpwn-Sicherheitslücke. (Bild: Coolcaesar, Wikimedia Commons/CC-BY-SA 3.0)

Mit Broadpwn ist ein weiteres Mal die Firmware von WLAN-Chips in Smartphones in den Fokus von Angreifern gerückt. Die Firma Exodus hat die entsprechende Sicherheitslücke in einem Talk auf der Black Hat vorgestellt, weitere Hintergründe liefert ein Blogpost. Im Frühjahr erst hatte Googles Project Zero einen Angriff auf Broadcom-WLAN-Chips präsentiert, mit dem auch eine Übernahme der Kontrolle über das Smartphone möglich war.

Inhalt:
  1. Smartphones: Broadpwn-Lücke könnte drahtlosen Wurm ermöglichen
  2. Buffer Overflow wie aus dem Lehrbuch
  3. Wurm-Infektion von Smartphones über die Luft

Laut Nitay Artenstein von Exodus sind echte Remote Exploits heutzutage selten. Die meisten Exploits verlangen irgendeine Art von Nutzerinteraktion, etwa das Aufrufen einer Webseite. Schutzmechanismen wie die Speicherrandomisierung ASLR (Address Space Layout Randomization) sowie nicht ausführbare Speicherbereiche (DEP, Data Execution Prevention) und eine reduzierte Angriffsfläche machen es fast unmöglich, moderne Betriebssysteme einfach über das Netzwerk anzugreifen.

90er-Style-Security ohne ASLR

Doch Schutzmechanismen wie ASLR sind heutzutage zwar auf Betriebssystemen - mit Ausnahme einiger Linux-Distributionen - üblich, im Bereich von Firmwares ist das Sicherheitsniveau aber laut Artenstein eher 90er-Jahre-Style. Daher bieten diese sich als Angriffsvektor an. Auf Smartphones sind dabei insbesondere der Baseband-Chip und der WLAN-Chip interessant.

Praktisch alle modernen Highend-Smartphones nutzen WLAN-Chips von Broadcom. Egal ob iPhone, Samsung Galaxy oder Google Nexus und Pixel - in den meisten Modellen ist ein Broadcom-Chip verbaut. Broadcom-Chips nutzen auf ihrem internen System kein ASLR. DEP ist zwar vorhanden, wird aber nicht korrekt verwendet.

Stellenmarkt
  1. tecmata GmbH, Wiesbaden
  2. Visteon Electronics Germany GmbH, Karlsruhe

Zu Hilfe kam den Forschern von Exodus, dass der Quellcode der eigentlich proprietären Firmware von Broadcom vor einiger Zeit unbeabsichtigt geleakt wurde. Auf Github findet man eine Kopie einer älteren Version.

Als Angriffsvektor bot sich der Association-Mechanismus von WLAN-Chips an. Wenn ein Smartphone sich mit einem WLAN-Netz verbindet, werden dabei auch bei verschlüsselten Verbindungen zunächst einige unauthentifizierte Nachrichten ausgetauscht.

Eine Herausforderung hier war, dass der Angreifer den Namen eines WLANs kennen muss, zu dem das Smartphone sich auch automatisch verbindet. Allerdings lässt sich einfach herausfinden, welche WLANs ein Smartphone bereits kennt, denn das System schickt automatisch sogenannte Probe Requests mit den Namen bekannter WLANs. Daher muss der Angreifer nur einen der Namen sniffen und kann anschließend einen Fake-Accesspoint mit diesem Namen und dem Exploit aufsetzen.

Buffer Overflow wie aus dem Lehrbuch 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. bei Alternate kaufen
  2. 127,85€ + Versand
  3. 120,84€ + Versand

Some0NE 31. Jul 2017

Mist, ist das alles schrecklich... :( Da wird es Zeit für GPL Firmware.

4dos 29. Jul 2017

"Immer diese Kids mit ihrer , zu meiner Zeit haben wir <ältere Unterhaltungstechnik...

icked 29. Jul 2017

Um mir selbst zu antworten: Wie ein Blick in Reddit verrät, scheint "Wi-Fi Privacy...

FreiGeistler 28. Jul 2017

Nicht darüber berichten... Aber von einer Erwähnung in einem Forum war nicht die Rede? ;-)

Neuro-Chef 28. Jul 2017

Ich dachte beim Überfliegen des News-Tickers zuerst, jetzt käme wieder so ein Artikel...


Folgen Sie uns
       


Wir fahren den Jaguar I-Pace - Bericht (Genf 2018)

Wir sind den Jaguar I-Pace in Genf probegefahren und konnten ihn trotz nassem Wetter nicht aus der Spur bringen.

Wir fahren den Jaguar I-Pace - Bericht (Genf 2018) Video aufrufen
Dell XPS 13 (9370) im Test: Sehr gut ist nicht besser
Dell XPS 13 (9370) im Test
Sehr gut ist nicht besser

Mit dem XPS 13 (9370) hat Dell sein bisher exzellentes Ultrabook in nahezu allen Bereichen überarbeitet - und es teilweise verschlechtert. Der Akku etwa ist kleiner, das spiegelnde Display nervt. Dafür überzeugen die USB-C-Ports, die Kühlung sowie die Tastatur, und die Webcam wurde sinnvoller.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Ultrabook Dell hat das XPS 13 ruiniert
  2. XPS 13 (9370) Dells Ultrabook wird dünner und läuft kürzer
  3. Ultrabook Dell aktualisiert XPS 13 mit Quadcore-Chip

P20 Pro im Kameratest: Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz
P20 Pro im Kameratest
Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz

Mit dem P20 Pro will Huawei sich an die Spitze der Smartphone-Kameras katapultieren. Im Vergleich mit der aktuellen Konkurrenz zeigt sich, dass das P20 Pro tatsächlich über eine sehr gute Kamera verfügt: Die KI-Funktionen können unerfahrenen Nutzern zudem das Fotografieren erleichtern.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android Huawei präsentiert drei neue Smartphones ab 120 Euro
  2. Wie Samsung Huawei soll noch für dieses Jahr faltbares Smartphone planen
  3. Porsche Design Mate RS Huawei bringt 512-GByte-Smartphone für 2.100 Euro

Facebook-Anhörung: Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle
Facebook-Anhörung
Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle

In einer mehrstündigen Anhörung vor dem US-Senat hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg sein Unternehmen verteidigt. Doch des Öfteren hinterließ er den Eindruck, als wisse er selbst nicht genau, was er in den vergangenen Jahren da geschaffen hat.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Facebook Verschärfte Regeln für Politwerbung und beliebte Seiten
  2. Facebook Messenger Zuckerbergs Nachrichten heimlich auf Nutzerkonten gelöscht
  3. Böswillige Akteure Die meisten der zwei Milliarden Facebook-Profile ausgelesen

    •  /