Mögliche Produktionsausweitung bei höherer Nachfrage

Die erweiterte Fertigung in Bocholt würde sich allerdings nur dann wirtschaftlich lohnen, wenn die Nachfrage nach den Geräten stimmt. Dabei setzt das Unternehmen auch auf andere Firmen in der Region, etwa den Hersteller des Kartons für das GS185. Der Lokalpatriotismus drückt sich auch auf riesigen Plakaten mit dem Slogan "Made in Bocholt" aus. Gigaset hofft, dass das Label "Made in Germany" bei der Vermarktung des GS185 hilft, seinen Marktanteil zu steigern.

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Bei der Betrachtung der aktuellen Marktzahlen ist jedoch durchaus Zweifel angebracht, inwieweit Gigaset mit seinen Smartphones einen nennenswerten Teil des Marktes für sich gewinnen kann. In den Statistiken der großen Marktforschungsinstitute kommt das Unternehmen nicht vor, auch die Wahrnehmung im Alltag ist eher gering. Vor einigen Jahren hatte das Unternehmen zusammen mit dem FC Bayern München eine Werbekampagne für sein damaliges Top-Gerät gestartet, es darf aber bezweifelt werden, dass die Fußballer privat wirklich ein Gigaset-Smartphone verwendet haben.

  • Eine der Bestückungsrollen für die SMT-Maschinen der DECT-Telefon-Fertigung (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zwei Mitarbeiterinnen der GS185-Fertigungslinie (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • In der U-förmigen Fertigungsstraße des GS185 durchlaufen die Arbeiterinnen alle Arbeitsschritte. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Unterstützt werden sie von Robotern, die im Zusammenspiel mit den menschlichen Kollegen arbeiten. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Hier platziert ein Roboter einen Akku im Gehäuse des GS185. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die finale Befestigung des Akkus erledigt die Arbeiterin. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Roboter spulen nicht stur ein Programm ab, sondern reagieren auf Anweisungen der Arbeiterinnen - beispielsweise auf Anstupsen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Hier wird die Abdeckung des Mainboards montiert. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Arbeiterinnen schrauben die Abdeckung nicht selbst fest; das wird durch Roboter erledigt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Einsetzen des SIM-Trays geschieht manuell. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • In diesen Testkammern werden die Funkeigenschaften jedes montierten Smartphones überprüft. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Eine Arbeiterin an der Teststation, in der unter anderem der Touchscreen und die Kamera getestet werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • In dieser Teststation wird die Elektrik vor dem Einsetzen des Akkus getestet. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die U-förmige Montagestraße (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Hier wird die finale Android-Software aufgespielt. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Bestimmte Schritte können nur manuell ausgeführt werden, beispielsweise das Einstecken der Kabel. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Ein Laser brennt Schutzzeichen und den Markennamen auf die Rückseite des Smartphones. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Aufspielstation für die Android-Software (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Recovery-Menü des frisch aufgespielten Android (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das fertig montierte GS185 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Eine Arbeiterin an der Teststation, in der unter anderem der Touchscreen und die Kamera getestet werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die Konkurrenz aus Asien scheint zu groß - trotz höherem Ausschuss bei der Produktion und stellenweise schlechterem Problemmanagement. Das GS185 kostet im Onlinehandel um die 180 Euro, dafür erhalten Nutzer ein Einsteiger-Smartphone mit HD-Display, Snapdragon-425-Prozessor und, 2 GByte RAM und einzelner 13-Megapixel-Kamera. Das Redmi 2s von Xiaomi kostet im offiziellen französischen Onlineshop ebenfalls 180 Euro, kommt dafür aber mit einem besseren Prozessor, mehr Speicher und einer Dualkamera. Günstigere Einsteigergeräte von weiteren chinesischen Herstellern sind über Importeure ebenfalls erhältlich.

Dort ist mit Sicherheit der Service schlechter: Die meisten chinesischen Hersteller werden kein eigenes Reparaturzentrum wie Gigaset haben, in dem die Vorgabe gilt, dass ein zu reparierendes Gerät möglichst am gleichen Tag instandgesetzt an den Besitzer zurückgehen soll. Auch werden die meisten preiswerten Smartphones nicht mit der jüngsten Android-Version bespielt, wie es Gigaset macht. Die Marktzahlen zeigen aber auch, dass vielen Nutzer dies egal zu sein scheint: Xiaomi ist mittlerweile auf Platz vier der weltweit erfolgreichsten Smartphone-Hersteller gerutscht, in den Top 10 befinden sich mit Oppo und Huawei weitere chinesische Unternehmen. Auch Samsung und Apple lassen in China fertigen.

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Gegen diese Konkurrenz kann ein kleiner Hersteller wie Gigaset realistisch betrachtet kaum ankommen - erst recht nicht mit einem einfachen Standardgerät wie dem GS185. In unseren Gesprächen war aber ersichtlich, dass das Unternehmen das Konzept weiterführen will, auch mit mehr Mitarbeitern und weiteren Fertigungsstrecken. Was für ein Gerät als nächstes geplant ist, wollte Gigaset aber nicht verraten.

"Made in Germany" für hochpreisige Smartphones?

Möglicherweise ist das Konzept im höherpreisigen Segment vielversprechender: Ein Oberklassegerät, dessen Teile zu einem nicht unerheblichen Teil in Deutschland gefertigt wurden, hätte einen klaren Unique Selling Point gegenüber der Konkurrenz. Dass viele Teile wie das SoC, der Speicher oder auch die Kamera aus Asien stammen, wäre bei einem qualitativ hochwertigen Gehäuse und einer selbst hergestellten Platine sowie einer Handmontage verschmerzbar. Den finalen Zusammenbau per Hand könnte Gigaset sogar noch als Werbemittel einsetzen.

Von derartigen Überlegungen scheint das Unternehmen aktuell aber noch weit entfernt zu sein - die Herstellung von DECT-Telefonen dominiert angesichts der Verkaufszahlen das Geschäft. Interessant ist aber, wie die Manager von Gigaset überlegen, die Erfahrung mit diesem Herstellungsprozess für andere Produkte zu nutzen. Gleichzeitig sollen Erfahrungen mit neuen Produktionsprozessen wie den smarten Robotern in die bisherigen Abläufe einfließen und diese mittelfristig merklich verändern.

All dies setzt aber voraus, dass die Nachfrage nach Gigasets "Made in Germany"-Smartphones steigt. Trotz des Optimismus der Manager und dem Willen, die Fertigung in Deutschland auszuweiten, ist das bei der aktuellen Marktlage kein selbstverständliches Szenario. Da Gigaset eine gewinnorientierte Aktiengesellschaft ist, kann das auch bedeuten, dass die Fertigung in Deutschland genauso schnell wieder vorbei ist, wie sie angefangen hat.

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 Neues Fabrikkonzept dank intelligenter Roboter
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Golressy 16. Aug 2018

"Das Unternehmen ist Marktführer bei DECT"? Kann ich gar nicht verstehen. Ich finde die...

Der Spatz 12. Aug 2018

Es würde ja schon reichen wenn Fahrradnavigationen oder Fahrradccomputer auf...

Maceo 01. Aug 2018

Du bist nicht allein, ich habe auch keine Tattoos, in der Familie keiner und die...

scrumdideldu 24. Jul 2018

Wieso sollte das Sondermüll sein? Weil es eben keine 400-500 Euro kostet und nicht jeden...

Ben Stan 19. Jul 2018

http://www.sellerforum.de/images/smilies/applaus01.gif



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