Smartphone und Co.: USB-C soll einheitlicher Ladekabel-Standard in Europa werden
Einheitliche Ladekabel für Handys und andere Geräte rücken näher. Die EU-Parlamentarier einigten sich am 20. April 2022 auf ihre Position zu dem Vorhaben: In Europa soll nur noch USB-C verwendet werden. Damit können nun die finalen Verhandlungen zwischen Europaparlament und den EU-Staaten beginnen.
Eine Einigung könnte diesen Sommer erzielt werden – wenn dies gelingt, würde das einheitliche Ladekabel voraussichtlich Mitte 2024 in der EU Realität werden. In vielen Punkten sind sich die Positionen der EU-Staaten und des EU-Parlaments bereits recht nah. Beide Seiten wollen etwa, dass einheitlich USB-C verwendet wird.
Ein einziger Standard zum Aufladen von Smartphones, Laptops oder Kopfhörern spare Ressourcen, vermeide Tausende Tonnen Elektroschrott und schone den Geldbeutel der Verbraucherinnen und Verbraucher, sagte die Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im EU-Parlament, Anna Cavazzini (Grüne). Sie freue sich darüber, dass sich das Parlament dafür einsetze, dass mehr kleinere Geräte unter die neuen Regeln fallen sollen und auch für kabelloses Laden bis 2026 ein einheitlicher Standard gefunden werden solle.
Frage nach einheitlichem Standard ist alt
Vor mehr als zehn Jahren brachte die Kommission die Ladekabel-Frage erstmals auf den Plan. 14 Hersteller – unter ihnen auch Apple – einigten sich in einer Selbstverpflichtung auf einen einheitlichen Standard für Handy-Netzteile. Bei den Buchsen in Smartphones und Tablet-Computern sind mittlerweile drei übriggeblieben: USB-C, Apples Lightning-Anschluss sowie Micro-USB bei sehr preiswerten Geräten. Micro-USB wird aber kaum noch verwendet.
Nach Angaben der EU-Kommission fallen jährlich geschätzt 11.000 Tonnen Elektroabfall durch entsorgte und nicht benutzte Ladegeräte an. Davon könnten durch die neuen Regeln knapp 1.000 Tonnen eingespart werden.
Apple verwendet bei seinen Smartphones immer noch seinen mehrere Jahre alten Lightning-Anschluss, bei den iPads aber bereits USB-C. Denkbar ist, dass der Hersteller bis 2024 sowieso komplett auf USB-C umgestiegen wäre – auch bei seinen iPhones und auch ohne den Druck der EU.
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