Smartphone: Studie sieht kaum Zukunft für mobiles Zahlen in Deutschland

Per Smartphone unterwegs bezahlen nur wenige Nutzer in Deutschland - etwa beim Kauf von Bahntickets. Berater glauben nun, dass sich die Technik erst gar nicht flächendeckend durchsetzt, denn es nahen schon neue Verfahren.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Ein Smartphone wird zum Bezahlen verwendet: Genutzt wird hier aber nicht direkt eine Bezahl-App,  sondern Apple Pay.
Ein Smartphone wird zum Bezahlen verwendet: Genutzt wird hier aber nicht direkt eine Bezahl-App, sondern Apple Pay. (Bild: Francois Nel/Getty Images)

Den Kaffee unterwegs, die Einkäufe im Supermarkt, das Essen im Restaurant: Rein technisch könnten die Nutzer in Deutschland all das per Smartphone-App bezahlen. Doch mobiles Zahlen ist hierzulande weit von der flächendeckenden Verbreitung entfernt. Dennoch könnte es schon bald von neuen Techniken abgelöst werden, bevor es sich überhaupt durchsetzt hat. Das zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman.

Das Papier, für das knapp über 2.000 Konsumenten befragt wurden, verdeutlicht, wie schwer sich die Deutschen mit mobilem Bezahlen tun. So hätten erst 7 Prozent der Verbraucher schon einmal mit dem Smartphone bezahlt, etwa mit dem US-Dienst Paypal. Auch könnten sich nur 33 Prozent der Nicht-Nutzer vorstellen, künftig mobil zu zahlen.

Zurückhaltung bei Mobile Payment

Das Potenzial für eine Ausbreitung erscheint daher beschränkt. Selbst junge Nutzer hätten wenig Vertrauen und legten Wert auf Datenschutz, schreiben die Autoren. Deutsche sind traditionell Bargeldfans, auch wenn der Umsatzanteil von Scheinen und Münzen 2017 laut Bundesbank auf unter 48 Prozent sank.

Gerade bei kleineren Beträgen ist das Zahlen mit Münzen und Scheinen beliebt. Bargeld werde hierzulande auch in den kommenden fünf Jahren bei Summen unter 30 Euro die dominierende Zahlungsart bleiben, prognostizierte jüngst eine Studie des Handelsforschungsinstituts EHI. Bei größeren Beträgen nutzten die Deutschen zunehmend bargeldlose Mittel, allen voran Girokarten.

Mobiles Zahlen per Smartphone-App hingegen wird Oliver Wyman zufolge bislang fast nur bei Käufen von Lebensmitteln, Filmen und Spielen sowie Nahverkehrstickets genutzt. Dort gehe es meist lediglich um kleine Summen. Mit einem Umsatzanteil von knapp über null Prozent 2017 spiele mobiles Zahlen keine Rolle.

China zahlt per App

Anders als in China, wo Verbraucher mit Chat-Programmen auf dem Smartphone nebenbei auch zahlen können, gebe es in Deutschland keine Integration in den Alltag, sagt René Fischer, Partner bei Oliver Wyman. Zudem existiere hier keine flächendeckende, händlerübergreifende Lösung.

Überdies biete kontaktloses Zahlen per Giro- oder Kreditkarte eine praktische Alternative. Dabei ist keine PIN oder Unterschrift nötig; es genügt, die Karte an ein Lesegerät an der Kasse zu halten. Das ist hierzulande zwar immer noch eine Nische, doch laut der Studie haben 36 Prozent der Verbraucher zumindest die Möglichkeit, kontaktlos per Karte zu zahlen.

Mobiles Zahlen bietet aus Sicht von Konsumenten schlicht keinen Mehrwert und werde nicht als komfortabel angesehen, folgern die Berater. Neue Bezahlwege etablierten sich aber erst, wenn sie viele Nutzer erreichten, einfach zu bedienen seien, einen Zusatznutzen böten und genug Vertrauen genössen. In Deutschland sei kein Anbieter absehbar, der all das vereine. Auch die Mobile-Payment-Lösungen von Apple, Google und Samsung, die über die Hardware eines Smartphones laufen, sind in Deutschland nicht verfügbar.

Neue Techniken drängen auf den Markt

Stattdessen drängen neue Techniken auf den Markt wie sekundenschnelle Zahlungen (Instant Payments), die deutsche Banken schrittweise einführen. Ein künftiger einheitlicher und sicherer Standard sei eine ernsthafte Konkurrenz - egal ob per Karte oder Smartphone.

Zudem könnten Tech-Konzerne wie Google oder Apple mit neuen Diensten den hiesigen Markt betreten. Auch kassenlose Lösungen wie von Amazon könnten für mobiles Zahlen "bald das Aus bedeuten", sagt Gökhan Öztürk, Partner bei Oliver Wyman. Der Online-Händler experimentiert mit Filialen, in denen sich Kunden beim Betreten per App anmelden und Kameras und Sensoren ihr Kaufverhalten erfassen. Sie können ihre Waren einfach in die Tasche legen und das Geschäft verlassen, das Geld wird von ihrem Amazon-Konto abgebucht.

Selbst Zahlungen per Fingerabdruck oder Iris-Scan seien denkbar, meint Öztürk. Schon die nächste Innovationswelle könne mobiles Zahlen im herkömmlichen Sinne überflüssig machen. Laut Öztürk "drängt sich die Frage auf, ob Mobile Payment künftig überhaupt noch gebraucht wird".

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robinx999 03. Mai 2018

Naja von den Banken selber gibt es in Deutschland aktuell paydirekt und Giropay nur...

TC 02. Mai 2018

Hängt vom Terminal/Konfiguration ab

robinx999 02. Mai 2018

Deshalb habe ich auch eine Spanne geschrieben da es die 5% nur für bestimmte Einkäufe...

quineloe 02. Mai 2018

Wieso sollten Azubis nur Prepaid haben? Ich hatte als Azubi einen Vertrag. Ich war ja...



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