Smartphone-Security: Root-Backdoor macht Mediatek-Smartphones angreifbar

Eine Debug-Funktion für Vergleichstests im chinesischen Markt führt dazu, dass zahlreiche Smartphones mit Mediatek-Chipsatz verwundbar sind. Angreifer können eine lokale Root-Shell aktivieren. Auch Geräte auf dem deutschen Markt könnten betroffen sein.

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Smartphones mit Mediatek-Chipsatz ermöglichen lokale Root-Rechte.
Smartphones mit Mediatek-Chipsatz ermöglichen lokale Root-Rechte. (Bild: Mediatek)

Zahlreiche Android-Smartphones mit Mediatek-SOCs sind für Angriffe anfällig - weil die Hersteller eine zu Testzwecken installierte Debug-Schnittstelle vor der Auslieferung nicht aus dem Code entfernt haben. Der Chiphersteller Mediatek macht die Gerätehersteller für die Schwachstelle verantwortlich - diese sollten mit der Schnittstelle verschiedene Kompatibilitätstests durchführen, diese dann aber vor Auslieferung an die Kunden schließen.

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"Nach dem Testen sollten Gerätehersteller das Debug-Feature deaktivieren, bevor das Gerät an die Kunden ausgeliefert wird. Nachdem wir die externen Hinweise untersucht haben, haben wir herausgefunden, dass einige Hersteller das Feature nicht deaktiviert haben, was ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellt", heißt es in einem Statement des Unternehmens. Betroffen sind nach Angaben von Mediatek selbst "einige" Modelle vorwiegend chinesischer Hersteller, die mit Android in der Version 4.4 laufen. Konkrete Modelle nennt das Unternehmen nicht.

Schwachstelle ermöglicht lokale Root-Rechte

Die Schwachstelle ermöglicht es, Root-Rechte auf dem Gerät zu erwerben und könnte zur Verbreitung von Malware oder der Kompromittierung persönlicher Daten führen. Ist das Debug-Feature im Code vorhanden, kann während des Bootvorgangs der Wert für ro.properties, also Schreibrechte für bestimmte Dateibereiche, aktiviert werden. Auch die Werte für ro.secure und ro.adb.secure können so manipuliert werden, um schließlich Zugriff auf eine lokale Root-Shell zu bekommen.

Der Hacker Justin Case hatte Mediatek auf Twitter im Januar auf die Schwachstelle aufmerksam gemacht. Auch wenn das Team auf seine Tweets reagierte, beklagte er sich über fehlende offizielle Kanäle, um Schwachstellen zu melden. Auch ein strukturiertes Bug-Bounty-Programm scheint es bei Mediatek nicht zu geben, ein Link auf Hackerone führt nur zu einer leeren Beschreibung.

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Geräte chinesischer Hersteller mit Mediatek-Chipsätzen sind auch in Deutschland erhältlich, zum Beispiel verschiedene Geräte der Blade-Serie von ZTE. Auch günstige Tablets von Lenovo sind mit dem Chipsatz ausgestattet und werden mit Android 4.4 ausgeliefert. Ob diese Geräte für die Schwachstelle anfällig sind, können wir derzeit leider nicht klären.

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