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Smartphone-Prototyp: Teardown zeigt die komplexe Technik des LG Rollable

Ein Teardown des LG Rollable zeigt das komplexe Innenleben des Prototyps und verdeutlicht, warum das Gerät nie in Serie produziert wurde.
/ Nils Matthiesen
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LG Rollable: Teardown zeigt Technik des unveröffentlichten Handys. (Bild: Youtube / Screenshot Golem.de)
LG Rollable: Teardown zeigt Technik des unveröffentlichten Handys. Bild: Youtube / Screenshot Golem.de

LG war einst ein Schwergewicht der Smartphone-Branche und konkurrierte direkt mit dem Rivalen Samsung. Als der Markt jedoch stagnierte, hatte das Unternehmen Schwierigkeiten, wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Jahr 2021 plante LG, mit einem rollbaren Smartphone Aufsehen zu erregen, doch das Projekt kam nie über die Teaser-Phase hinaus. Fünf Jahre nach LGs Abkehr vom Smartphone-Markt ist nun ein funktionierender Prototyp in einem Video von JerryRigEverything aufgetaucht(öffnet im neuen Fenster) .

Das Gerät nutzt ein flexibles OLED-Panel, das im normalen Zustand wie ein herkömmliches Smartphone wirkt. Durch eine Wischgeste aktivieren zwei kleine Motoren einen Mechanismus, der das Display aus dem Gehäuserücken entfaltet. Dadurch vergrößert sich die sichtbare Fläche um rund 40 Prozent, ohne die zusätzliche Dicke eines faltbaren Telefons.

Die Motoren sind über eine gerade Verzahnung mit einer internen Schiene verbunden. Damit das Panel stabil bleibt, verfügt die Display-Einheit über reißverschlussartige Zähne, die sie während der Bewegung im Rahmen arretieren.

Mechanische Herausforderungen und Haltbarkeit

Im Inneren des Gehäuses ermöglicht ein Geflecht aus beweglichen, federbelasteten Armen, dass das OLED-Panel beim Ausrollen eben bleibt. Akku und Motherboard sitzen in einer Art Fach, das es der Rückseite des Telefons ermöglicht, sich auszudehnen, während das Display in Sichtposition rollt.

Die Komplexität dieser Konstruktion ist beachtlich: Da die Motoren im Betrieb Geräusche verursachen, wurde das Smartphone so programmiert, dass es während des Vorgangs eine Melodie abspielt, um das mechanische Geräusch zu überdecken.

Trotz der beeindruckenden Ingenieursleistung offenbart der Teardown erhebliche Probleme bei der Haltbarkeit. Die Vielzahl an beweglichen Teilen – Motoren, Federn, Schienen und das umlaufende Display – stellt offenbar ein hohes Risiko für Defekte dar. Während bereits herkömmliche Scharniere bei Foldables eine Schwachstelle für Staub bilden können, wäre ein motorisiertes System noch anfälliger gewesen. Zudem hätte die aufwendige Bauweise zu extrem hohen Herstellungskosten geführt.

Da LG das Rollable nie veröffentlichte, ging das LG Wing mit seinem drehbaren Bildschirm als das letzte Smartphone-Release des Unternehmens in die Geschichte ein.


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