Smartphone-Ortung: Apple kauft Indoor-Navigationspezialisten Wifislam

Die GPS-Lösungen funktionieren in Innenräumen nicht zuverlässig, weil die Satellitenverbindung fehlt. Das Unternehmen Wifislam hat dafür eine Alternative entwickelt, die auf Basis von WLAN funktioniert. Apple hat nach einem Bericht(öffnet im neuen Fenster) des Wall Street Journals WiFiSlam(öffnet im neuen Fenster) für 20 Millionen US-Dollar übernommen.
Mit der Handyortung in Innenräumen könnte Apple seine Navigationslösung erweitern und Anwendern die Möglichkeit geben, auch in großen Gebäuden ihren Weg zu finden. Das bietet sich unter anderem in großen Shoppingmalls an. Wer will, kann eigene Gebäudepläne hochladen(öffnet im neuen Fenster) . Mittlerweile gibt es über 10.000 Karten.
Konkurrent Google hatte schon 2011 für Google Maps eine Funktion(öffnet im neuen Fenster) integriert, die auch Innenräume anzeigt. Das funktioniert innerhalb ausgewählter Gebäude wie Flughäfen, Einkaufszentren und Kaufhäusern.
Google und Apple sind nicht die einzigen Akteure auf dem Markt. Microsoft hat für Bing Maps eine Indoor-Lösung entwickelt(öffnet im neuen Fenster) und mehr als 3.000 Gebäudepläne dafür angekündigt. Die In-Location Alliance(öffnet im neuen Fenster) von Sony, Nokia, Samsung und mehr als ein Dutzend weiterer Unternehmen will ebenfalls die Innenraumortung propagieren.
Die Technik zum Modellieren von Innenräumen in seiner iOS-Kartenanwendung hat Apples schon seit langem im Portfolio. Apple hatte Ende 2011 das schwedische Unternehmen C3 Technologies übernommen , das eine Technik entwickelte, 3D-Städtekarten mit realistischen Gebäudemodellen anzuzeigen. Auch Innenräume können damit generiert werden.
Die Technik von Wifislam(öffnet im neuen Fenster) soll eine Ortungsgenauigkeit von bis zu 2,5 Metern in Innenräumen ermöglichen. Dabei werden nur WLAN-Signale aus der Umgebung genutzt. Grundsätzlich neu ist diese Technik nicht. Apple verwendet zum Beispiel beim iPod Touch, aber auch beim iPhone die WLAN-Ortung. Dabei wird die Datenbank der Firma Skyhook(öffnet im neuen Fenster) genutzt, die die Position zahlreicher WLAN-Hotspots kennt. Je mehr Netzwerksignale empfangen werden, desto genauer gelingt eine Berechnung des Standortes. Innenräume zeigt die Apple-Kartenanwendung jedoch bisher nicht an. Denkbar ist neben einer Navigationslösung auch eine Freunde-finden-Funktion, bei der der eigene Standort Dritten mitgeteilt werden kann.