Abo
  • Services:

Smartphone: Hacker können Gespräche über Gyroskop abhören

Ein Forscherteam hat in einem Versuch erfolgreich Gespräche über das eingebaute Gyroskop von Smartphones abgehört. Android-Geräte sind gefährdeter als iPhones.

Artikel veröffentlicht am , Thorsten Schröder
Das Gyroskop in Smartphones kann Gespräche mithören.
Das Gyroskop in Smartphones kann Gespräche mithören. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Nicht nur das Mikrofon macht Smartphones anfällig für das Abhören von Gesprächen. Ein Forscherteam aus Stanford und Israel hat jetzt einen Weg gefunden, Gespräche über das eingebaute Gyroskop abzuhören. Smartphones nutzen das Kreiselinstrument, um sich anhand der Schwerkraft zu orientieren. Bewegungsempfindliche Spiele greifen ebenso auf den Sensor zurück wie die Bildstabilisierung der Kamera.

Stellenmarkt
  1. BG-Phoenics GmbH, München, Frankfurt
  2. Stadtwerke München GmbH, München

Wie Wired schreibt, programmierte die Gruppe für ihren Test eine App, die die Schallwellen analysiert, die vom Gyroskop eingefangen werden. Das Brisante: Anders als etwa das Mikrofon kann der Nutzer einer App den Zugang zu dem Sensor nicht verweigern.

Spracherkennungssoftware erkennt 65 Prozent der genannten Ziffern

Gyroskope in Smartphones verfügen über eine winzige Platte, die sich bewegt, sobald sich das Gerät bewegt. Wie die Forscher jetzt zeigten, ist die Platte jedoch so empfindlich, dass sie auch vibriert, wenn sie menschliche Stimmen wahrnimmt, die einer Frequenz von 200 Hertz entsprechen. Die Frequenz der meisten Stimmen bewegt sich zwischen 80 und 250 Hertz.

In einem Testlauf ließen die Forscher Personen die Zahlen von eins bis zehn sowie die Silbe "oh" aufsagen, die im Englischen der Zahl Null entspricht. Die Spracherkennungssoftware konnte auf einem Android-Smartphone so 65 der Zahlen identifizieren, solange sich die Person in der Nähe des Smartphones befand. So könnten Hacker zum Beispiel Kreditkartennummern ausspähen. In 84 Prozent der Fälle konnte die Software bestimmen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte. In 65 Prozent der Fälle konnte die Software die Stimmen von fünf verschiedenen Personen richtig zuordnen.

Auch die Nutzung von Firefox ist riskant

Es sei gefährlich, Anwendungen direkten Zugang zu der Hardware zu geben, ohne die Funktionsweise einzuschränken, sagte einer der Wissenschaftler Wired. "Damit werden akustische Informationen an das Gyroskop weitergegeben", sagte Dan Boneh, Informatiker an der Universität von Stanford. In einem Jahr könnte die Sprachqualität so gut sein, dass ganze Gespräche mitgehört werden könnten, hieß es.

Das Risiko besteht laut Wired nicht nur bei Apps. Selbst die Nutzung von Firefox auf einem Android-Gerät kann demnach ein Problem darstellen. Der Browser erlaubt eine Frequenz von bis zu 200 Hertz. Eine ungesicherte Seite könnte so Gespräche mithören, ohne dass der Nutzer eine entsprechende App auf seinem Smartphone installiert hat. Safari und Chrome beschränken die Frequenz auf 20 Hertz.

iOS-Geräte besser geschützt

iPhones sind gegen das Abhören besser abgesichert als Android-Geräte. Das Betriebssystem erlaubt Apps nur die Nutzung von Frequenzen von bis zu 100 Hertz - das verringert die Chance, dass Gespräche über Gyroskop abgehört werden können.

Das Forscherteam will die Ergebnisse in dieser Woche auf der Usenix Sicherheitskonferenz in San Diego vorstellen. Die Wissenschaftler riefen die Hersteller mobiler Betriebssysteme dazu auf, die Frequenzen zu beschränken, mit denen Anwendungen auf das Gyroskop zugreifen könnten.

Bereits 2011 hatte ein anderes Forscherteam gezeigt, dass Smartphones anhand der Schwingungen des eingebauten Beschleunigungssensors erkennen können, welche Tasten auf einer Tastatur gedrückt werden, die sich in der Nähe befindet.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)
  2. 4,25€

Anonymer Nutzer 19. Aug 2014

Wobei dazu muss man ja schon sagen, dass ob iOS oder Android (tausende Verschiedene...

TheUnichi 18. Aug 2014

Und was bitte ist daran nicht objektiv? Dort werden doch nur Fakten genannt. Dadurch...

Anonymer Nutzer 18. Aug 2014

....asdf.... Wer hat den Fehler gefunden? ;)

derats 18. Aug 2014

https://forum.golem.de/kommentare/security/smartphone-hacker-koennen-gespraeche-ueber...

M. 18. Aug 2014

Die verlinkte Wired-Quelle sagt 65%: http://www.wired.com/2014/08/gyroscope-listening...


Folgen Sie uns
       


Ubitricity ausprobiert

Das Berliner Unternehmen Ubitricity hat ein eichrechtskonformes System für das Laden von Elektroautos entwickelt. Das Konzept basiert darauf, dass nicht die Säule, sondern der Kunde selbst für die Stromzählung sorgt.

Ubitricity ausprobiert Video aufrufen
Raumfahrt: Großbritannien will wieder in den Weltraum
Raumfahrt
Großbritannien will wieder in den Weltraum

Die Briten wollen eigene Raketen bauen und von Großbritannien aus starten. Ein Teil des Geldes dafür kommt auch von Investoren und staatlichen Investitionsfonds aus Deutschland.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Esa Sonnensystemforschung ohne Plutonium
  2. Jaxa Japanische Sonde Hayabusa 2 erreicht den Asteroiden Ryugu
  3. Mission Horizons @Astro_Alex fliegt wieder

KI in der Medizin: Keine Angst vor Dr. Future
KI in der Medizin
Keine Angst vor Dr. Future

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz können schwer erkennbare Krankheiten früher diagnostiziert und behandelt werden, doch bei Patienten löst die Technik oft Unbehagen aus. Und das ist nicht das einzige Problem.
Ein Bericht von Tim Kröplin

  1. KI Mit Machine Learning neue chemische Reaktionen herausfinden
  2. Elon Musk und Deepmind-Gründer Keine Maschine soll über menschliches Leben entscheiden
  3. Medizintechnik Künstliche Intelligenz erschnüffelt Krankheiten

Automatisiertes Fahren: Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau
Automatisiertes Fahren
Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau

Der Staupilot im neuen Audi A8 soll der erste Schritt auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren sein. Doch die Verhandlungen darüber, was solche Autos können müssen, sind sehr kompliziert. Und die Tests stellen Audi vor große Herausforderungen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Nach tödlichem Unfall Uber entlässt 100 Testfahrer für autonome Autos
  2. Autonomes Fahren Daimler und Bosch testen fahrerlose Flotte im Silicon Valley
  3. Kooperationen vereinbart Deutschland setzt beim Auto der Zukunft auf China

    •  /