LG zeigte mit dem G5 Mut
Nach dem guten Modell G4 wagte sich der südkoreanische Hersteller LG im April 2016 mit dem G5 an ein modulares Smartphone - zumindest war es ein bisschen modular. Das G5 hatte nicht nur einen wechselbaren Akku, was damals bereits unüblich war, sondern erlaubte es auch, einen Kameragriff oder einen Hardware-DAC anzustecken. Zudem konnte für das Smartphone eine VR-Brille und eine 360-Grad-Kamera gekauft werden.
Das Problem bei den Modulen des G5 war, dass sie nicht hot-swappable waren. Wenn man etwa den Kameragriff anstecken wollte, musste der Akku entnommen werden; dabei ging das Smartphone aus, was aus einem schnellen Wechsel einen längeren Reboot machte. Im Test von Golem.de mussten wir außerdem feststellen, dass das G5 nicht gut verarbeitet war. Das Konzept selbst hatte uns damals aber überzeugt - den Markt offenbar nicht: Das G5 war das erste und letzte Smartphone dieser Art von LG.
Mit dem G6 ein Jahr später schwenkte LG wieder auf ein Smartphone traditioneller Bauart um, das Konzept der Dualkameras behielt der Hersteller aber bei. Ob die modulare Herangehensweise später vielleicht Erfolg gehabt hätte, ist fraglich: Hersteller wie Motorola versuchten es auch mit ansteckbaren Modulen, von denen mittlerweile nichts mehr zu sehen ist. Vielleicht wollen die meisten Smartphone-Nutzer einfach ihr Smartphone aus der Tasche ziehen und es benutzen, ohne vorher neue Module daran zu befestigen. Mittlerweile ist LG komplett aus dem Smartphone-Geschäft ausgestiegen, nachdem noch ein paar weitere ungewöhnliche und erfolglose Modelle präsentiert worden waren.
Yotaphone mit zwei Displays
Das Yotaphone sowie die Nachfolgemodelle Yotaphone 2 und Yotaphone 3 waren recht einzigartige Geräte im Smartphone-Markt: Als einer der ersten Hersteller griff das russische Unternehmen Yota Devices, eine mittlerweile insolvente Tochterfirma von Yota, das Konzept von zwei Bildschirmen bei einem Smartphone auf. Auf der Vorderseite hatten die Geräte ein LC-Display, auf der Rückseite ein E-Paper-Display.
Auf diesem konnte das Android-System gespiegelt werden und etwa E-Book-Reader aufgerufen werden. So ließ sich deutlich akkuschonender auf den Smartphones lesen. Da E-Paper-Displays keinen Strom benötigen, wenn sie das Bild nicht ändern, ließen sich auch Dokumente wie Boarding-Pässe einfach auf der Rückseite der Smartphones parken. Das erste Yotaphone kam im Dezember 2013 auf den Markt, in Deutschland war es ab Anfang 2014 verfügbar. Vorausgegangen waren mehrere Verschiebungen des Starttermins, zwischenzeitlich wurde auch die Hardware noch einmal geändert.
Im Test des ersten Yotaphones fiel uns auf, dass das E-Paper-Display qualitativ nicht so gut war wie damalige Kindle-Reader von Amazon. Außerdem handelte es sich nicht um einen Touch-Bildschirm, die Steuerung erfolgte über eine berührungsempfindliche Leiste. Von Anfang an gab es zudem zu wenige Apps, die tatsächlich sinnvoll mit dem zweiten Display auf der Rückseite interagieren konnten.
Mit der zweiten Version konnte Yota Devices das Konzept deutlich verbessern, vor allem die Qualität des E-Paper-Displays. Die Software blieb aber ein Problem, zudem stieg der Preis von 500 auf 700 Euro. Für ein Nischenprodukt war das 2014 deutlich zu viel. 2017 erschien noch das Yotaphone 3 in China, danach gab es keine neuen Modelle mehr.
Samsung Galaxy Note 7: Das eigentliche Fire Phone
Man soll immer mit einem Feuerwerk enden - daher haben wir uns das Galaxy Note 7 von Samsung für den Schluss unseres Flop-Artikels aufgespart. Das Galaxy Note 7 war Samsungs Stift-Smartphone aus dem Jahr 2016 und führte neben neuen S-Pen-Funktionen auch einen Iris-Scanner zum Entsperren des Smartphones ein. Die Hardware war ansonsten weitgehend identisch mit dem Galaxy S7.
In Erinnerung bleibt das Note 7 aber eher nicht wegen der Funktionen, sondern wegen eines Fabrikationsfehlers beim Akku, aufgrund dessen das Smartphone öfters in Flammen aufging. Zunächst tauschte Samsung bereits verkaufte Geräte gegen vermeintlich sichere Modelle ein - nachdem sich diese im Laufe des Herbstes auch immer wieder mal entzündet hatten, stellte der südkoreanische Hersteller die Produktion ein und nahm das Smartphone vom Markt.
Später drängte das Unternehmen unwillige Kunden, die ihr Note 7 nicht zurückschicken wollten, durch die Deaktivierung der Ladefunktion zum Umtausch. In Flugzeuge konnte man das Smartphone ab Ende 2016 auch nicht mehr mitnehmen: Die Airlines schätzten die Brandgefahr als zu hoch ein.
Samsung erholte sich von dem Note-7-Fiasko erstaunlich gut - was auch an einer recht offenen Kommunikation der Unfallgründe lag. Mit dem Galaxy Note 8 stellte man 2017 einen Nachfolger vor, der nicht Feuer fing. Heute ist Samsung immer noch der größte Smartphone-Hersteller der Welt, die brennenden Note 7 haben sich langfristig nicht negativ auf das Unternehmen ausgewirkt. Auch das Problem mit seinem ersten faltbaren Smartphone konnte daran nichts ändern.
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| Red Smartphone mit angeblichem Holo-Display |










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Ich hatte 2018 das Moto Z sehr günstig neu gekauft und dann noch Akku + Turbo Akku Mod...
AHHHH!!! Und ich habe keines zwischen die Finger bekommen... Ich war ganz hin und weg...
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