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Smartphone: Apples neue iPhones sollen teurer werden

Obwohl die USA und China im Zollkrieg abrüsten, reichen Sparmaßnahmen in der Lieferkette von Apple wohl nicht aus – die iPhones sollen teurer werden.
/ Tobias Költzsch
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Vor allem Apples Pro- und Max-Geräte werden am effizientesten in China gefertigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Vor allem Apples Pro- und Max-Geräte werden am effizientesten in China gefertigt. Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Apple soll den Preis seiner kommenden iPhone-Modelle erhöhen wollen. Das berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) (WSJ) unter Berufung auf Personen bei Apple, die mit den Vorgängen vertraut sein sollen. Gleichzeitig soll das Unternehmen sehr darauf bedacht sein, keinen Zusammenhang zu Donald Trumps Zollchaos herzustellen.

Nach der Einführung von Strafzöllen seitens der US-Regierung sind die gegenseitig verhangenen Zölle zwischen China und den USA eskaliert. Die beiden Länder verkündeten jüngst eine Einigung , nach der die Strafzölle vorläufig jeweils um 115 Prozentpunkte gesenkt werden. Übrig bleibt ein Zoll von 30 Prozent auf chinesische Güter, die in die USA importiert werden.

Offenbar reichen Sparmaßnahmen in der Zulieferkette nicht aus, um die in jedem Fall gestiegenen Zölle auszugleichen, ohne dass Apples Gewinnmarge leidet. Das berichten Insider aus den Zulieferbetrieben. Entsprechend soll Apple sich dazu entscheiden, die Preise anzuheben.

Verbindung mit Zöllen soll in jedem Fall vermieden werden

Die Preissteigerung soll allerdings in jedem Fall mit neuen Funktionen begründet werden. Laut den Quellen des WSJ soll Apple es absolut vermeiden wollen, die Zölle als Ursache für eventuell höhere Preise erscheinen zu lassen. Wie stark die Preiserhöhung sein wird, ist nicht bekannt.

Als vor kurzem das Gerücht aufkam, dass Amazon plane, die Auswirkungen der höheren Zölle auf seiner Webseite auszuweisen, schaltete sich die US-Regierung direkt ein. Der Vorgang wurde als "feindliche Handlung" bezeichnet, Amazon ruderte daraufhin zurück.

Denkbar ist, dass Apple Derartiges verhindern will. Während Donald Trumps erster Amtszeit hatte Apple-CEO Tim Cook noch erreicht, dass Elektrogeräte wie Smartphones und Tablets von den damals ebenfalls bereits erhöhten Zöllen für Produkte aus China ausgenommen wurden. Das gelang Cook dieses Mal nicht.

Verlagerung der iPhone-Produktion ist nicht trivial

Apples Geräte werden fast ausschließlich in Asien gefertigt, der Großteil in China. Apple will die Fertigung in Indien und Vietnam ausbauen, die Produktion der komplexeren Pro- und Max-Smartphones ist in China aber wesentlich effizienter. Ob Apple wie von Donald Trump erhofft jemals in den USA iPhones herstellen lassen wird, ist vollkommen unklar. In der Vergangenheit äußerte sich Tim Cook diesbezüglich negativ.


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