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Mehr Nutzungsdichte

Die Nutzungsdichte, nicht die Baudichte müsse in einer Stadt erhöht werden. Auch Ideen der Tiny-Houses könnten in Wohnungen mit zeitgemäßen Grundrissen einfließen. Etwa Klappbetten, um aus dem Schlaf- ein Wohnzimmer zu machen. "Beispiele in Hongkong zeigen, dass so etwas nicht als Zeichen von Armut begriffen wird", sagt Wiegand. Eine hochwertige Ausstattung stelle selbst ein zahlungskräftiges Klientel sehr zufrieden. Zudem mache eine deutlich erhöhte Nutzungsdichte nicht nur das Wohnen bezahlbarer, es sei wegen geschonter Ressourcen zudem auch ökologisch sinnvoll.

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Smart Occupancy nennt Wiegand sein Konzept der erhöhten Nutzungsdichte. In der Arbeitswelt setzt sich dieses Prinzip zunehmend durch. So gehören Coworking-Spaces, in denen man sich in Großstädten für einige Stunden einen Arbeitsplatz mieten kann, zum Alltag von meist Freiberuflern in der Kreativwirtschaft. Das britische Unternehmen Wework treibt die Idee noch weiter. Sie bieten bereits in Metropolen rund um den Globus Arbeitsplätze auf Zeit an. Nicht nur für einzelne Selbstständige, sondern auch für ganze Mitarbeiterkolonnen von Konzernen.

Die Nachfrage steigt stetig, bietet es doch auch eine Möglichkeit zur Kostensenkung für große Unternehmen. "Genau das erhöht die Nutzungsdichte deutlich, und Wework ist ein hoch profitables Unternehmen", sagt Wiegand. Sollten in Zukunft mehr Unternehmen solche Angebote nutzen, sinkt auch der Bedarf an Büroflächen in den Innenstädten. Daraus ergäben sich gute Chancen für neue Wohnungen.

"Wir können durch eine intelligente Organisation von Gebäuden und auch Freiflächen unsere Städte viel smarter machen", sagt Wiegand. Und zudem mehr Einwohnern Platz bieten, ohne neu bauen zu müssen. Doch über Coworking-Spaces hinaus wird die Nutzungsverdichtung noch weitestgehend vernachlässigt.

An diesem Punkt kommen die Kommunen wieder ins Spiel. In Zürich etwa realisierte die Genossenschaft Kalkbreite schon 2014 ein Projekt mit 88 Wohnungen auf der Fläche eines ehemaligen Tramdepots. Die gut 230 Mieter haben zwar relativ kleine Wohnungen, finden aber stattdessen Platz auf der 2.500 Quadratmeter großen Dachterrasse und rund 600 Quadratmeter zusätzlichen Gemeinschaftsflächen. Zudem verzichten alle auf ein eigenes Auto, sodass nur zwei Parkplätze fürs Carsharing gebaut wurden.

Genossenschaften gelten in Zürich als bevorzugte Partner für mehr bezahlbaren Wohnraum. Per Bürgerentscheid soll der Anteil an Genossenschaftswohnungen von 25 auf 30 Prozent gesteigert werden. "Klares Vorbild ist aber Wien", sagt ETHZ-Forscher Schmid. Seit fast 100 Jahren setzt die österreichische Hauptstadt konsequent auf sozialen Wohnungsbau. Zwei Drittel der 1,8 Millionen Wiener leben in einer geförderten Wohnung oder einer Gemeindewohnung zu einem Mietzins von meist deutlich unter zehn Euro pro Quadratmeter.

"Wien gibt bisher so viel Geld für soziales Wohnen aus wie ganz Deutschland", sagt Difu-Mitarbeiterin Pätzold. Ein Großteil davon fließt zweckgebunden über eine Wohnbausteuer ins Stadtsäckel. Ein wichtiger Nebeneffekt: Dieses System sicheren Wohnens zu moderaten Mieten bis zum Lebensende macht eine Eigentumswohnung als Altersvorsorge überflüssig. Auch in Deutschland sollte der Wohnungsmarkt von diesem Anspruch entlastet werden, sagt Pätzold. "Denn wenn es um die Rente geht, wird jeder einzelne zum Spekulanten. Und das führt zur Teuerung."

Schlechter leben die Wiener auch ohne eigene Immobilien mit ihrer europäisch einzigartigen Wohnungsförderung jedenfalls nicht. Im Städteranking der weltweit lebenswertesten Städte, erstellt von Analysten der britischen Wirtschaftszeitschrift Economist, belegt die Stadt aktuell Platz 2 hinter Melbourne. Im Quality of Living-Ranking der Unternehmensberatung Mercer steht Wien sogar seit neun Jahren an der Spitze von 231 Metropolen weltweit. Zum Vergleich: London kommt trotz Wirtschaftskraft, dichter Infrastruktur und prallem Kulturprogramm nur abgeschlagen auf die Plätze 53 und 41.

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KC85 11. Sep 2019

Die Quintessenz des Beitrags ist für Deutschland gesehen unvollständig oder besser gesagt...

spagettimonster 11. Sep 2019

ich war bei solchen "luxus"-*sanierungen* zu gegen, hab mir das von den handwerkern mal...

CSCmdr 11. Sep 2019

Wieso geht hier eigentlich jeder davon aus, dass man ab einem bestimmten Jahresgehalt...

chefin 11. Sep 2019

Korrekt, Firmen sollten mal drüber nachdenken, raus aufs Land zu ziehen. Eine Glasfaser...

chefin 11. Sep 2019

Die Landflucht ist auf völlig falschen Vorstellungen aufgebaut. Die Menschen sehen den...


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