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Hoch hinaus

Tatsächlich erfahren Wohnhochhäuser nach den anonymen Blöcken des sozialen Wohnungsbaus der 1970er Jahre eine verblüffende Renaissance. Nicht nur in Frankfurt, auch in Berlin, Hamburg, München oder Köln wird die traditionelle Firsthöhe von gut 20 Metern immer öfter durchbrochen. Gut 50 Projekte stehen in der Planungsphase oder werden bereits gebaut.

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Am Rhein schießt das Opal mit 67 Metern und 20 Stockwerken in die Höhe, in Hamburgs Hafencity gesellt sich zu ersten Hochhäusern in einigen Jahren der 233 Meter hohe Elbtower nahe den Elbbrücken. Dann werden in Berlin bereits die ersten Bewohner in den knapp 120 Meter hohen einstigen Büroturm am Steglitzer Kreisel einziehen.

Billig ist der Drang in die Höhe allerdings nicht. "Das günstige Wohnhochhaus ist außer mit massiver Förderung nur schwer umsetzbar", sagt Ricarda Pätzold, verantwortlich für Stadtentwicklung, Recht und Soziales im Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin (Difu). So liegen auch fast alle neuen Wohnungen im Hochpreissegment mit Quadratmeterpreisen ab 6.000 Euro bis in den fünfstelligen Bereich. Gerne argumentieren die Bauherren, dass die neuen Kolosse auch den Wohnungsmarkt entlasten werden. Doch das ist bei der ungebrochenen Nachfrage von Investoren aus aller Welt alles andere als gewiss.

Einen Joker können Architekten und Bauherren für günstigere Wohnungen aber noch ausspielen: die Modulbauweise. Sie bietet weit mehr als eine Fortsetzung des DDR-Plattenbaus. Ganze Wohneinheiten, komplett vorgefertigt mit Verkabelung und Wasseranschlüssen, können schnell an ein Gerüst aus Stahl und Beton eingehängt werden. So wurde 2017 der 29-stöckige Wohnturm Apex House für 558 Studenten in Wembley nach nur neun Monaten Bauzeit fertiggestellt.

Im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg entstand aus containergroßen Holzmodulen im vergangenen Jahr ebenfalls ein neues Heim für 371 Studenten auf sechs Etagen, das Woodie. Noch sind solche Modulbauten Pilotprojekte mit Investitionen in gleicher Größenordnung wie bei konventionellen Bauten. Doch könnte eine Massenfertigung der Wohnmodule zu sinkenden Baukosten führen. "Aber eine deutliche Senkung vielleicht sogar auf die Hälfte bietet die Modulbauweise auf keinen Fall", dämpft Difu-Forscherin Pätzold allzu große Erwartungen.

"Rein technische Lösungen bringen für mehr bezahlbaren Wohnraum gar nichts", sagt ETHZ-Architekt Schmid. "Es klappt schlicht nicht wegen der hohen Bodenpreise. Und mit günstigen Bauweisen holen wir nur sehr wenig heraus." Auch Pätzold ist überzeugt, dass eine Smart City vor allem sozial gedacht werden muss: "Mit technischem Schnickschnack kommt man da nicht sonderlich weit."

Schmid hält eine andere, nicht minder intelligente Lösung parat: Die privaten Räume in einer Wohnung werden auf ein Minimum reduziert. Dafür sollen in Wohnanlagen mehr Räume kollektiv genutzt werden, mehr gemeinsames Essen und Kochen, Dachlandschaften für alle. Selbst Wohnungen ohne eigene, voll ausgestattete Küche kann er sich - gerade mit Blick auf die Mehrheit von Singlehaushalten in vielen Großstädten - gut vorstellen. "Dafür müssen sich aber soziale Gemeinschaften der Bewohner entwickeln. Das braucht Zeit und Engagement", sagt Schmid.

In eine ähnliche Richtung denkt auch sein Wiener Kollege Wiegand: "Die Räume einer Wohnung müssen intensiver genutzt werden."

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KC85 11. Sep 2019

Die Quintessenz des Beitrags ist für Deutschland gesehen unvollständig oder besser gesagt...

spagettimonster 11. Sep 2019

ich war bei solchen "luxus"-*sanierungen* zu gegen, hab mir das von den handwerkern mal...

CSCmdr 11. Sep 2019

Wieso geht hier eigentlich jeder davon aus, dass man ab einem bestimmten Jahresgehalt...

chefin 11. Sep 2019

Korrekt, Firmen sollten mal drüber nachdenken, raus aufs Land zu ziehen. Eine Glasfaser...

chefin 11. Sep 2019

Die Landflucht ist auf völlig falschen Vorstellungen aufgebaut. Die Menschen sehen den...


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