Smarter Schalter: Wenn Github mit dem Lichtschalter klingelt

Einfach Home-Automation-Komponenten zusammenklicken, statt sie mühselig selbst zu integrieren, das geht mit dem Webservice IFTTT (If This Then That). Es darf aber trotzdem noch selbst Hand angelegt werden.

Artikel von Michael Schilli veröffentlicht am
Mit dem Webservice If This Then That stellen sich Nutzer ihre Heimautomation zusammen.
Mit dem Webservice If This Then That stellen sich Nutzer ihre Heimautomation zusammen. (Bild: Michael Schill)

Anders als der Name vermuten lässt, ist der Wemo Switch der Firma Belkin kein smarter Lichtschalter, sondern eine smarte Steckdose mit Schalter. Damit können elektrische Geräte mechanisch oder mit mobiler Telefon-App übers heimische WLAN oder gar übers Internet ein- und ausgeschaltet werden. Abgesehen von den immer vorhandenen Sicherheitsrisiken kann der intelligente Schalter gut für Basteleien genutzt werden, und das sogar nur durch einige wenige Klicks samt Anbindung an Dienste wie Github. Für Letzteres sorgt der Dienst Ifttt.com, der in Kombination mit dem Wemo Switch die Umsetzung einiger lustiger Ideen ermöglicht.

Smarter Schalter ohne Registrierungspflicht

Inhalt:
  1. Smarter Schalter: Wenn Github mit dem Lichtschalter klingelt
  2. Github zum Klingeln bringen und selber basteln

Zur Installation erzeugt der Fernschalter nach dem Einstecken in die Steckdose sein eigenes WLAN mit der Kennung WeMo-xxx. Nutzer müssen dann die App für iOS oder Android aufs Smartphone herunterladen und sich mit dem Gerät zunächst über das temporäre Wemo-WLAN verbinden. Die App kommuniziert so mit dem Fernschalter und fordert dazu auf, die SSID und das Passwort des heimischen WLAN einzugeben. Diese Daten werden an den Minicomputer im Schalter geschickt, der daraufhin über das heimische WLAN auf das Internet zugreift und sich selbstständig beim Belkin-Wemo-Service anmeldet.

  • Der Wemo-Switch verspricht schnurloses Einschalten von Elektrogeräten mittels App. (Bild: Michael Schilli)
  • Die App bedient den Schalter übers WLAN oder Web. (Bild: Michael Schilli)
  • Der Service auf Ifttt.com löst Aktionen aus, wenn vordefinierte Ereignisse eintreten. (Bild: Michael Schilli)
  • Die Wemo-App generiert zuerst eine PIN … (Bild: Michael Schilli)
  •  … die Ifttt.com entgegennimmt und mit der es den Wemo-Switch fernsteuern kann. (Bild: Michael Schilli)
  • Jede neue Github-Issue schaltet den Wemo-Schalter ein. (Bild: Michael Schilli)
Der Wemo-Switch verspricht schnurloses Einschalten von Elektrogeräten mittels App. (Bild: Michael Schilli)

Dazu ist keinerlei Registrierung per E-Mail erforderlich, alles läuft anonym ab. Die App kommuniziert mit dem Fernschalter entweder übers WLAN oder, falls das Mobiltelefon außerhalb dessen Reichweite ist, über den Belkin-Service mit dem Internet.

Da der Schalter sich nicht nur über Steuerungsgeräte im lokalen LAN betätigen lässt, sondern auch übers Internet, überwindet das Gerät die NAT-Firewall des heimischen Routers, indem per STUN-Protokoll mit einem Belkin-Server im Internet kommuniziert wird. Das ist aus Sicherheitserwägungen heraus eher bedenklich, da schon ein kleiner Fehler in der Implementierung potenziell eine sehr große Menge an fernsteuerbaren elektrischen Geräten im Internet erzeugt. Dies ist bei Wemo-Geräten bereits geschehen. Vom Betreiben wirklich kritischer Komponenten muss daher dringend abgeraten werden.

Klicken statt programmieren

Stellenmarkt
  1. Mitarbeiter*in (m/w/d) für das Team Support
    Mühlenkreiskliniken AöR, Minden
  2. Softwareentwickler C# / .NET (m/w/d)
    KHS GmbH, Worms
Detailsuche

Ein gravierender Nachteil des Geräts ist, dass es überflüssigerweise ein weiteres proprietäres Protokoll benutzt. Das ist leider die Norm bei den Heimautomations-Produkten, die folglich nur mit den meist nicht sonderlich originellen Apps des Herstellers zusammenarbeiten.

Zwar hat sich ein Startup namens Smartthings im Silicon Valley vorgenommen, die mehr oder weniger proprietären Home-Automation-Protokolle wie Z-Wave, Zigbee oder Wemo im sogenannten Smartthings-Hub zu vereinen und mit offenen Protokollen sowie einer aktiv eingebundenen Developer-Community in neue Dimensionen vorzudringen. Leider funktioniert der Smartthings-Hub bislang nur in den USA, und es ist kein europäisches Modell in Sicht.

Zum Glück hat sich das Unternehmen Ifttt.com vorgenommen, dieses Protokollwirrwarr zu abstrahieren und für Nutzer unter dem Motto "If This Then That" durch einfaches Menüklicken logische Verknüpfungen zwischen Ereignissen herzustellen, deren Integration sonst einiges an Arbeit erfordern würde. Der Service erzeugt aus Bedingungen (This) und ausgelösten Aktionen (That) Regeln, die der Benutzer mit ein paar Mausklicks dauerhaft aufstellt.

"This" ist dabei ein Eingabekanal, etwa "Um diese Uhrzeit" oder "Wenn es regnet". "That" bezeichnet die eingeleitete Aktion wie "Schicke mir eine E-Mail" oder "Poste diese Twitter-Nachricht" oder eben "Schalte dieses Gerät ein".

Bei Ifttt.com finden sich allerlei vorgefertigte Kanäle, die ein Ereignis auslösen: Der Sunrise-Kanal löst bei Sonnenaufgang aus, der Wetter-Kanal bei Sonnenschein oder Regen, diverse Security-Komponenten lösen bei Einbrüchen Alarm aus. Fallende oder steigende Börsenkurse können ebenso Ereignisse zur Folge haben.

Unter den durch Ereignisse ausgelösten Aktionen finden sich E-Mail-Benachrichtigungen, SMS, Push-Nachrichten, An/Aus-Schalter wie eben Wemo und vieles mehr. Die Kombinationsmöglichkeiten von Eingaben und Ausgaben scheinen beinahe unbegrenzt und die Fantasie der beitragenden Entwickler nimmt erstaunliche Ausmaße an.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Github zum Klingeln bringen und selber basteln 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anonymer Nutzer 13. Jun 2016

Naja, ich wollte ne App keinen Server ;-)

dantist 13. Jun 2016

Ich betreibe so eine Lösung zu Hause. Für Kleinkram ok, für ernsthafte Aufgabe ist es zu...

HexaJester 13. Jun 2016

Dafür nutze ich einen Raspberry Pi als Z-Wave Server. Funksteckdosen, die mit Z-Wave...

yeti 13. Jun 2016

Nein, so weit ist das noch nicht. Ich bevorzuge auch weiterhin C++ oder Lua. Und die...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Paramount+ im Test
Paramounts peinliche Premiere

Ein kleiner Katalog an Filmen und Serien, gepaart mit vielen technischen Einschränkungen. So wird Paramount+ Disney+, Netflix und Prime Video nicht gefährlich.
Ein Test von Ingo Pakalski

Paramount+ im Test: Paramounts peinliche Premiere
Artikel
  1. Sicherheit: FBI ist zutiefst besorgt über Apples neue Verschlüsselung
    Sicherheit
    FBI ist "zutiefst besorgt" über Apples neue Verschlüsselung

    Das FBI könnte mit Apples Advanced Data Protection seinen wichtigsten Zugang zu iPhones verlieren. Doch dafür muss die Funktion von Nutzern aktiviert werden.

  2. Smartphones: Huawei schliesst große Patentverträge mit Oppo und Samsung
    Smartphones
    Huawei schliesst große Patentverträge mit Oppo und Samsung

    Huawei hat sich mit den großen Smartphoneherstellern Oppo und Samsung geeinigt, Patente zu tauschen und dafür zu zahlen.

  3. Intellectual Property: Wie aus der CPU ein System-on-Chip wird
    Intellectual Property
    Wie aus der CPU ein System-on-Chip wird

    Moderne Chips bestehen längst nicht mehr nur aus der CPU, sondern aus Hunderten Komponenten. Daher ist es nahezu unmöglich, einen Prozessor selbst zu entwickeln. Wir erklären wieso!
    Eine Analyse von Martin Böckmann

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gaming-Monitore -37% • Asus RTX 4080 1.399€ • PS5 bestellbar • Gaming-Laptops & Desktop-PCs -29% • MindStar: Sapphire RX 6900 XT 799€ statt 1.192€, Apple iPad (2022) 256 GB 599€ statt 729€ • Samsung SSDs -28% • Logitech Mäuse, Tastaturen & Headsets -53% [Werbung]
    •  /