Abo
  • Services:

Smarter Lautsprecher: Nur treue Apple-Fans kaufen den Homepod

Der Homepod wird vor allem von treuen Apple-Fans gekauft. Aber das führt zu einem Problem: Die Verkaufszahlen für den Siri-Lautprecher brechen erheblich ein. Es ist offen, ob Kunden wegen des hohen Preises oder der vielen fehlenden Funktionen von einem Kauf absehen.

Artikel veröffentlicht am ,
Apples Homepod
Apples Homepod (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Zum Start konnte Apple mit dem Homepod punkten: Der Siri-Lautpsrecher kam auf 5.200 verkaufte Stück am ersten Tag in den USA. Aber schon kurz danach brachen die Verkaufszahlen erheblich ein, hat das Marktforschungsunternehmen Slice Intelligence ermittelt. Bereits am zweiten war der Verkauf auf 500 Geräte abgerutscht, am dritten Tag wurden noch 200 Stück verkauft. Und auch in den kommenden Wochen blieben die Verkaufszahlen gering, zitiert Bloomberg aus weiteren Slice-Intelligence-Zahlen.

Stellenmarkt
  1. ABB AG, Frankfurt am Main, Mannheim, Ratingen
  2. HiSolutions AG, Berlin

Nach Erhebungen der Marktforscher hat sich bisher Amazons Echo Show am ersten Verkaufstag am besten verkauft - gemessen an anderen smarten Lautsprechern. 7.500 Kunden besorgten sich den Echo Show in den USA am ersten Tag, am zweiten Tag waren es immer noch 3.500 Käufer, am dritten Tag fanden sich 1.500 Kunden, die sich einen Echo Show zulegten.

Im Vergleich dazu hat Apple zumindest am ersten Verkaufstag ordentliche Zahlen abgeliefert. Der iPhone-Hersteller hat bislang selbst keine Verkaufszahlen zum Homepod veröffentlicht. Das deutet darauf hin, dass das Interesse aus Apples Sicht nicht gerade rekordverdächtig gewesen ist. Denn der Hersteller nennt sonst gerne mal Verkaufszahlen, wenn das Unternehmen dadurch einen Rekord brechen kann.

Nach Analyse der Marktforscher wurde der Homepod von treuen Apple-Fans gekauft. 45 Prozent der Homepod-Käufer haben sich auch das iPhone X zugelegt. 92 Prozent der Homepod-Käufer sind männlich und die meisten haben smarte Lautsprecher bisher gemieden. 74 Prozent der Homepod-Käufer haben auf Apples Lautsprecher gewartet und kennen keine anderen smarten Lautsprecher. Damit bemerken Homepod-Käufer auch eher nicht, welche Defizite Apples eigener digitaler Assistent hat.

Generell kann der Homepod nur mit einem anderen Apple-Gerät in Betrieb genommen und konfiguriert werden. Wer also kein Apple-Gerät besitzt, kann den Homepod nicht nutzen. Hier macht sich Apple einen möglichen Markt selbst kaputt. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass es Apple mit dem Homepod nicht gelingt, nennenswert neue Kunden zu gewinnen. Denn Apples Ansatz schließt auch alle Spotify-Nutzer aus, denn das Abspielen von Musik auf Sprachzuruf geht nur mit Apples eigenem Musikabodienst. Alle Musikstreamingangebote der Konkurrenz werden ausgesperrt.

Nicht-Apple-Fans meiden den Homepod

Genau dieses Problem belegen die Ergebnisse der Marktforscher für die Wochen nach dem Verkaufsstart. Lag der Homepod-Marktanteil am Anfang bei 10 Prozent, fiel dieser drei Wochen später auf 4 Prozent. Damit gehen auch die Umsätze zurück. Anfangs lag der Homepod-Umsatzanteil im Bereich smarter Lautsprecher bei 72 Prozent und sackte dann im Februar und März 2018 auf 19 Prozent ab. Zum Vergleich: Amazon erzielte in diesen beiden Monaten mit den Echo-Geräten einen Umsatz von 68 Prozent.

Google hat dieser Übermacht von Amazon und Apple derzeit wenig entgegenzusetzen. Der Google-Home-Anteil beim Umsatz lag in den beiden Monaten gerade einmal bei 8 Prozent. Sonos schaffte mit seinem One-Lautsprecher 5 Prozent Umsatzanteil.

Der Analyst Gene Munster geht davon aus, dass Apple in diesem Jahr 7 Millionen Homepods verkauft, nächstes Jahr werden es fast 11 Millionen Stück. Amazon wird dieses Jahr nach seiner Schätzung 29 Millionen Echo-Geräte verkaufen und diesen Wert nächstes Jahr auf 39 Millionen steigern. Für Google-Home-Lautsprecher sieht Munster dieses Jahr 18 Millionen verkaufte Geräte und 2019 dann 32 Millionen.

Apple musste den Verkaufsstart des Homepod verschieben - eigentlich sollte der Homepod noch im Dezember 2017 auf den Markt kommen, der Verkauf begann dann aber erst im Februar 2018. Trotzdem war nicht alles am Homepod fertig. Bis heute bietet er keine Multiroom-Funktionen und zwei Homepods können auch nicht als Stereopaar gekoppelt werden. Wann diese Funktionen nachgereicht werden, ist nicht bekannt.

Nach dem Homepod-Verkaufsstart sorgten Berichte für Aufruhr, dass Apples Lautsprecher Möbel beschädigt. Nach Angaben von Bloomberg arbeite Apple an einer Lösung, dieses Problem mit neuen Homepod-Modellen in den Griff zu bekommen. In Deutschland soll der Homepod im Frühjahr auf den Markt kommen. In unserem Test des Homepods waren wir mit dem Klang zufrieden, der für diese Gerätegröße starke Tiefbass muss aber auch bezahlt werden - und er passt nicht bei aller Musik, weil der Homepod den Mittenbereich vernachlässigt. Die enge Konzentration auf das Apple-Ökosystem bedeutet zudem unliebsame Einschränkungen.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 23,95€
  2. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 26.02.)
  3. 46,99€
  4. 17,95€

Unix_Linux 13. Apr 2018

Ich bin mir sehr sicher, daß die Markt Dominanz von Amazon zur Verbreitung des echo...

ElK0 13. Apr 2018

Warum stellt man sich die Frage ob es eins von den beiden(zu teuer/zu wenig Funktion) ist...

Kondratieff 13. Apr 2018

Dass der Lautsprecher, in Anbetracht der relativ hohen Kosten bei fehlenden Funktionen...

nixidee 12. Apr 2018

Kein normaler Mensch kauft sich so einen Briefbeschwerer.

nixidee 12. Apr 2018

Komisch, alle Tests sprechen das Gegenteil aber wenn der Fanboy das sagt. Wie...


Folgen Sie uns
       


V-Rally 4 - Golem.de live

Michael schaut sich die PC-Version von V-Rally 4 an, die in einigen Punkten deutlich besser ist als die Konsolenfassung.

V-Rally 4 - Golem.de live Video aufrufen
Interview Alienware: Keiner baut dir einen besseren Gaming-PC als du selbst!
Interview Alienware
"Keiner baut dir einen besseren Gaming-PC als du selbst!"

Selbst bauen oder Komplettsystem kaufen, die Zukunft von Raytracing und was E-Sport-Profis über Hardware denken: Golem.de hat im Interview mit Frank Azor, dem Chef von Alienware, über PC-Gaming gesprochen.
Von Peter Steinlechner

  1. Dell Alienware M15 wird schlanker und läuft 17 Stunden
  2. Dell Intel Core i9 in neuen Alienware-Laptops ab Werk übertaktet

NGT Cargo: Der Güterzug der Zukunft fährt 400 km/h
NGT Cargo
Der Güterzug der Zukunft fährt 400 km/h

Güterzüge sind lange, laute Gebilde, die langsam durch die Lande zuckeln. Das soll sich ändern: Das DLR hat ein Konzept für einen automatisiert fahrenden Hochgeschwindigkeitsgüterzug entwickelt, der schneller ist als der schnellste ICE.
Ein Bericht von Werner Pluta


    Battlefield 5 im Test: Klasse Kämpfe unter Freunden
    Battlefield 5 im Test
    Klasse Kämpfe unter Freunden

    Umgebungen und Szenario erinnern an frühere Serienteile, das Sammeln von Ausrüstung motiviert langfristig, viele Gebiete sind zerstörbar: Battlefield 5 setzt auf Multiplayermatches für erfahrene Squads. Wer lange genug kämpft, findet schon vor der Erweiterung Firestorm ein bisschen Battle Royale.

    1. Dice Raytracing-Systemanforderungen für Battlefield 5 erschienen
    2. Dice Zusatzinhalte für Battlefield 5 vorgestellt
    3. Battle Royale Battlefield 5 schickt 64 Spieler in Feuerring

      •  /