Smarter Lautsprecher: Echo-Gerät verschickt mitgeschnittene Unterhaltung

Eine Verkettung ungünstiger Umstände - so stellt Amazon einen Vorfall mit einem smarten Lautsprecher dar. Ein Echo-Lautsprecher hat eine Unterhaltung mitgeschnitten und als Alexa-Sprachmitteilung versendet. Der Fall wirft einige Fragen auf.

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Amazons Echo-Lautsprecher
Amazons Echo-Lautsprecher (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Eine Familie in den USA wurde von ihrem Echo-Lautsprecher belauscht und ein Mitschnitt der Unterhaltung an einen Kollegen des Mannes verschickt. So stellt es die Familie dar, die ihren Fall dem regionalen US-Fernsehsender Kiro 7 geschildert hat. Amazon bestätigt den Vorfall, liefert aber ein etwas anderes Bild.

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Nach der Darstellung der Familie hat sich das Ehepaar in der Nähe eines Echo-Lautsprechers unterhalten. In ihrem Haushalt befinde sich in jedem Zimmer ein smarter Lautsprecher, gibt die Familie an. Sie nutzt die Lautsprecher zur Steuerung von Licht, Heizung und Sicherheitstechnik. Seit einiger Zeit bietet Alexa auch eine eine Anruffunktion, die der Nutzer explizit aktivieren muss. Damit auch Personen abseits des eigenen Haushalts angerufen werden können, muss der Anwender dies ebenfalls explizit bestätigten. Im Zuge der Alexa-Anruffunktion können auch gesprochene Mitteilungen an einen Lautsprecher versendet werden.

Nach eigener Aussage hat das Ehepaar nicht bemerkt, dass sich der Alexa-Lautsprecher bei der Unterhaltung aktiviert hat. Smarte Lautsprecher werden mit einem Signalwort aufgeweckt. Dieses Signalwort hängt vom verwendeten digitalen Assistenten ab, mit dem er betrieben wird. Im Fall der Familie wurde das Standard-Singalwort für Alexa verwendet - der Name des Dienstes.

Amazon kann den Vorfall bestätigen, sieht aber einiges anders

Amazon hat diesen Vorfall bestätigt und verweist darauf, dass unglückliche Umstände zusammengekommen seien. Mit Erlaubnis der Familie hat Amazon die Logdateien des Geräts analysiert und so herausfinden können, wie es dazu gekommen sei. Der Echo-Lautsprecher wurde mit einem Signalwort aktiviert, das vom Lautsprecher als Alexa wahrgenommen wurde. Das wurde dann vom Lautsprecher als Befehl verstanden, eine Mitteilung zu senden. Daraufhin hat der Lautsprecher alles Gesagte als Sprachmitteilung aufgezeichnet.

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Laut den Logdateien fragte der Echo-Lautsprecher, an wen die Mitteilung versendet werden sollte. Ein Mensch hat dann einen Kontaktnamen genannt, jedenfalls hat der Lautsprecher das so interpretiert und fragte dann nach, ob der Kontakt korrekt verstanden wurde. Daraufhin hörte der Lautsprecher eine Zustimmung und versendete die Mitteilung. Amazon selbst beschreibt den Fall als eine unwahrscheinliche Kette von Ereignissen, wolle aber nach Möglichkeiten suchen, solch einen Vorfall für die Zukunft zu verhindern.

Familie bestreitet, Nachfragen von Alexa erhalten zu haben

Im Interview bestreitet die Familie, dass der Echo-Lautsprecher irgendwelche Nachfragen getätigt habe. Im betreffenden Raum soll er mit Lautstärke sieben gelaufen sein. Dabei sind Ansagen von Alexa üblicherweise gut zu verstehen. Derzeit ist nicht klar, warum die Familie die Alexa-Rückfragen nicht gehört hat. Wenn sich ein Echo-Lautsprecher aktiviert, leuchtet außerdem ein LED-Leuchtring auf, der anzeigt, dass der Lautsprecher auf einen Befehl wartet. Zudem kann er so eingestellt werden, dass ein Signalton ertönt, sobald ein Befehl erwartet wird. Ob die Familie ihre Geräte so konfiguriert hat, ist nicht bekannt.

Smarte Lautsprecher haben besonders hochempfindliche Mikrofone, um Menschen gut zu verstehen. In der Regel genügt es, die Geräte anzusprechen, ohne in deren Richtung schauen zu müssen. Dabei kommt es vor, dass sich die Geräte versehentlich aktivieren. Aufgrund des Signaltons bleiben solche ungewollten Aktivierungen aber üblicherweise folgenlos.

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