Smarte Putztrends der CES 2026: Die Putzroboter erheben sich
Hausarbeit ist besonders entspannend, wenn man sie nicht selbst machen muss. Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas zeigten Smart-Home-Marken neue robotische Arbeitshilfen, die den Haushalt gewissenhafter und komfortabler pflegen sollen als bisherige Technik.
Mit Laseraugen ausgestattet finden sich immer mehr Mähroboter auch in komplexen Rasenrevieren zurecht. Getunte Wischtechnik lässt Putzflundern den Boden noch etwas hygienischer wienern. Um mehrere Etagen zu putzen, erklettern oder gar überfliegen sie womöglich bald Treppen. Vielleicht übernehmen schon bald bearmte Roboter auf Rollgestellen die pflegenden Handgriffe, auf die Menschen keine Lust haben und zu denen Bodenflundern zu untalentiert sind.
Wir ordnen die smarten Putztrends der CES 2026 im Folgenden nach Praxistauglichkeit, beginnend mit allem, was in Kürze im Handel erscheint. Dann gehen wir zu den Zukunftsvisionen, die bis zur Marktreife noch Feinschliff brauchen.
Wischrollen mit Mini-Waschanlage setzen sich beim Wienern durch
Die meisten Saugroboter können den Boden zusätzlich wischen, wenn es sich nicht gerade um die billigsten Modelle handelt. Wie reinlich sie die Fläche wienern, hängt auch von der verwendeten Wischtechnik ab. Der Trend geht zum Einsatz einer vertikal rotierenden Faserrolle, die quer zur Fahrtrichtung angeordnet ist.
Sie schrubbt Flecken nicht zwingend besser weg als horizontal rotierende Tellermopps oder schlapp hinterhergezogene Wischtücher. Der Vorteil liegt in einer kontinuierlichen Zwischenreinigung. Aufgenommenen Dreck streift die Rolle an Gummilippen im Robotergehäuse ab. Ein Wassertank benetzt sie mit sauberem Wasser. Dadurch berührt sie den Boden immer mit frisch gespülten Fasern, putzt ihn hygienischer. Die anderen Wischtechnikansätze brauchen für den Waschvorgang zwingend einen Boxenstopp in der Basisstation des Roboters.
Alle namhaften Marken setzen mindestens bei kostspieligen Luxusgeräten auf den angesagten Wischansatz. Auch Hersteller Roborock, der sich Techniksprüngen beim Wischen traditionell verweigert, ist inzwischen von der Rolle. Sein neues Modell Qrevo Curv 2 Flow wird hierzulande als erstes Roborock-Modell mit einer Wischwalze putzen.
Ebenfalls auf Wischwalzen setzen die Vorzeigeputzflundern Mova S70 Ultra Roller, Narwal Flow 2 sowie Ecovacs Deebot T90 Pro Omni und die beiden Ecovacs-Modelle der Reihe Deebot X12. Die Geräte X12 Pro Omni und X12 Omnicyclone haben noch einen zusätzlichen Wassertrick auf Lager. Erkennt ein eingebauter Infrarotsensor heftige Flecken auf dem Boden, besprühen die Roboter sie mit Hochdruckstrahlen aus zwei Düsen, um den Schmutz vorzubehandeln.
Für keines der Geräte nannten die Hersteller Verkaufspreise. Alles unter 1.000 Euro wäre überraschend. Der Narwal-Neuzugang erscheint im April. Die anderen Marktstarts sind unbekannt.
Mit Laserauge und Kamera das Rasenrevier im Blick
Mähroboter kürzen das Gras desto gründlicher und unfallfreier, je besser sie sich darauf zurechtfinden. Eine Drahtbegrenzung des Rasens ist längst aus der Mode gekommen, weil es unbequem ist, sie zu verbuddeln und zu flicken. Satellitensignale, etwa per GPS, waren zwischenzeitlich der wichtigste Wegweiser. Weil man dafür eine Basisstation in den Garten stellen muss und die Signale durch Bäume und Wände gestört werden können, sind sie nicht mehr allzu beliebt.
Inzwischen setzen die maßgeblichen Hersteller überwiegend auf eingebaute Navi-Sensorik in Form von Lidar und Kameras. Sie kommt ohne die genannten Nachteile aus. Was als zaghafter Trend in den vergangenen beiden Gartensaisons begann, wird der kommende Mainstream sein, wie die CES zeigte. Praktisch alle relevanten Neuzugänge folgen diesem Technikpfad.
Luxusschnitthilfen
Was technisch möglich ist, demonstrieren etwa die neuen Luxusmähroboter Mammotion Luba 3 AWD, Dreame A3 AWD Pro, Segway Navimow X4 und Roborock Rockmow X1 Lidar. Alle versprechen eine präzise Navigation mit 360-Grad-Blick. Mammotion, Dreame und Roborock montieren dazu Laserkuppeln auf die Gehäuse. Zusätzlich sind vorne zwei Kameras an Bord, die auf Hindernisse achten. Segway Navimow kombiniert für Rundumsicht und Hinderniserkennung zwei nach vorne und je eine zur Seite guckende Kamera, Lidar ist nicht an Bord. In allen Fällen schlaut KI die Bildanalyse auf, so dass die Roboter im Idealfall weder Blumen überfahren noch Igel verletzen.
Für möglichst korrekte Positionsdaten ergänzen Mammotion und Segway Navimow weiterhin Satellitendaten, etwa per GPS. Eine separate Basisstation brauchen sie dafür aber nicht, sie beziehen Korrekturdaten via Mobilfunk (NetRTK).
Trendgemäß handelt es sich um geländegängige Kraftprotze. Vier separat motorisierte Räder bewegen sie über den Rasen. Alle Modelle sollen rund 80-prozentige Steigungen bewältigen können. Für besonders präzises Wenden auf wenig Platz können die Modelle von Segway und Roborock die Vorderräder nach links und rechts lenken. Für einen interessanten Show-Effekt sorgt der Luba, dessen Chassis an das von Formel-1-Boliden erinnert.
Der Luba ist bereits zu Preisen zwischen 2.300 und 3.200 Euro auf der Herstellerseite bestellbar. Es gibt drei Akkuvarianten für Flächen zwischen 1.500 und 5.000 Quadratmeter. Eine angekündigte Variante für 10.000 Quadratmeter ist noch nicht gelistet.
Der Dreame A3 AWD Pro ist ab März für 2.599 Euro (3.500 qm) und 2.999 Euro (5.000 qm) erhältlich. Das Roborock-Modell ist für 2.000 qm ausgelegt, der X4 je nach Variante für 4.000 und 6.000 qm. Verkaufspreise und -starts stehen nicht fest.
Was man nicht erklettern kann, muss man erfliegen
Die meisten Saugroboter sind deutlich weniger geländegängig als Mähroboter. Treppenstufen können sie bisher nicht überwinden. Hersteller arbeiten an Steighilfen, die den Robotern ermöglichen, sich zu einer anderen Etage zu begeben und dort weiter zu putzen.
Roborock zeigte einen Prototyp namens Saros Rover, der Stufen mit mehrgelenkigen Radbeinen überwindet. Sie lassen sich unabhängig voneinander anheben und absenken. Dadurch sind kleine Sprünge, agile Drehungen, plötzliche Stopps und Richtungswechsel möglich. Der Ansatz wirkt sehr viel praxistauglicher und weniger aufwendig als die Technikpfade der Prototypen, die Dreame, Mova und Eufy auf der Ifa 2025 zeigten. Das Trio braucht kletterfähige Fähren, in die die Roboter zum Transport hineinfahren. Die Transporthilfen sind sperrig und daher für schmale Treppen ungeeignet. Wann der Saros Rover marktreif ist und was er dann kostet, ist unbekannt.
Das Problem unwegsamer Treppenstufen lässt sich womöglich auch anders lösen. Mova zeigte auf der CES eine Art Transportdrohne, die einen Saugroboter eine Treppe hoch- und runterfliegen soll. Das Duo hört auf den Arbeitstitel Mova Pilot 70. Auf der Messe wirkten die Flugmanöver nicht immer souverän. Weil es heikel ist, sich mit scharfkantigen Rotoren in engen Wohnräumen zu bewegen, haben sich Smart-Home-Flugobjekte bisher nicht durchgesetzt. In Bezug auf die Zukunft des Pilot 70 hielt sich Mova bedeckt. Ob aus dem aufsehenerregenden Messe-Gag ein praxistaugliches Produkt wird, ist völlig offen.
Menschenähnliche Haushaltshilfen
Womöglich sind spezialisierte Putzroboter bloß eine Zwischenstation zu menschenähnlichen Haushaltshilfen mit Armen, die nicht so eingeschränkt agieren müssen wie die Bodengeräte mit ihren Kriechapparaten.
Die bei Saugrobotern aktive Marke Switchbot sowie Elektronikkonzern LG stellten auf der CES Prototypen von Haushaltsrobotern vor. Der Switchbot Onero H1 und der LG Cloid haben Kopf, Arme und Hände, bewegen sich aber auf einem Sockel mit Rollen statt auf Beinen. Beide Geräte sind als Multitalente konzipiert und sollen sich um Aufgaben kümmern, die schwer durch Spezialmaschinen automatisierbar sind. Das Duo kann laut Herstellern Speisen servieren, Schubladen und etwa Kühlschranktüren öffnen sowie Wäsche zusammenlegen.
Zu diesem Zweck können beide ihre Gliedmaßen in mehreren Freiheitsgraden bewegen und sind den Herstellern zufolge feinmotorisch begabt. In den kontrollierten Produktpräsentation erfüllten die Roboter ihre wenigen Aufgaben. Wie souverän sie in der echten Welt agieren, ist anhand dessen aber schwer abzuschätzen.
Switchbot spricht davon, dass das Gerät zu "erschwinglichen" Preisen "in Kürze" auf der Herstellerseite vorbestellbar sei. Als Verkaufspreis sind 10.000 Euro und ein Lieferdatum bis Ende 2026 im Umlauf. LG äußert sich noch nicht zu Kosten und Verfügbarkeit.
Selbst wenn es noch länger dauert und kostspieliger wird, ist es ein bemerkenswertes Signal, dass sich haushaltsnahe Elektronikmarken mit der Produktkategorie befassen. Bisher sind vor allem Firmen aktiv, die Industrieanwendungen im Fokus haben. Womöglich ist der Einzug humanoider Roboter im Haushalt nicht mehr so fern, wie es noch bis vor kurzem schien.
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