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Smarte Lautsprecher: News-Angebote oft unzureichend an Alexa angepasst

Viele deutsche Medienhäuser bieten spezielle Nachrichten-Skills für Alexa an. Allerdings sind die Inhalte nicht immer an die Bedürfnisse von Lautsprechern angepasst. Nutzern smarter Lautsprecher werden die wesentlichen Informationen auch mal vorenthalten. Es gibt aber auch Vorbilder.

Artikel veröffentlicht am ,
Für Alexa sollten Medienhäuser ihre Inhalte anpassen.
Für Alexa sollten Medienhäuser ihre Inhalte anpassen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Viele Medienhäuser gehen nicht auf die Bedürfnisse von Nutzern smarter Lautsprecher ein. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Medienmagazins Meedia, das sich etliche Nachrichten-Skills für Alexa-Lautsprecher angehört hat. Die meisten Nachrichten-Skills verwenden einfach ihre geschriebenen Texte und lassen diese von Alexa vorlesen. Dabei gibt es für die Hörer meist nur die Überschrift und den Einleitungsabsatz. Nicht immer ist darin der Kern der Nachricht enthalten.

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Als unrühmliches Beispiel nennt Meedia das Alexa-Skill von Spiegel Online. Das Nachrichtenportal lässt Alexa die Dachzeile, die Überschrift und einen zusammenfassenden Absatz vorlesen, wie sie so auch auf der Webseite erscheinen. Spiegel Online passt die Texte nicht speziell für Alexa an. Die Kombination aus Dachzeile und Überschrift funktioniere online gut, gesprochen wirke es hingegen sonderbar.

Ein weiteres Problem ist die Struktur des Einleitungsabsatzes bei Spiegel Online, der gelegentlich am Ende einen Cliffhanger hat - weitere Informationen gibt es dann in der Meldung selbst. Der Alexa-Zuhörer bekommt aber eben nur den Einleitungsabsatz ohne weitere Erklärung. Aus dem Alexa-Skill heraus gibt es keine Möglichkeit, den gesamten Artikel vorgelesen zu bekommen. Im ungünstigsten Fall wird dem Zuhörer der Kern der Nachricht vorenthalten.

Medien sollten Inhalte für Alexa optimieren

Die Schlussfolgerung von Meedia: Ein Medium wie Spiegel Online müsste seine Nachrichten speziell für Alexa anpassen. Die online veröffentlichten Texte müssten entsprechend umgeschrieben werden, damit auch der Hörer alle relevanten Informationen erhält - gerne auch ohne Dachzeile, die ohnehin meist nur verwirrt und dem Hörer nicht weiterhilft.

Auch die Erfahrungen mit dem Alexa-Skill der Boulevardzeitung Bild fallen nicht gut aus. Bild liefert weniger die tatsächlich relevanten Nachrichten aus aller Welt, sondern vor allem die von Bild auserkorenen Mitteilungen. Dabei wird sehr oft auf das kostenpflichtige Bild-Plus-Abo verwiesen, dessen Inhalte mit einem Alexa-Lautsprecher nicht konsumiert werden können. Hier diene das Alexa-Skill also vornehmlich als Lockmittel für das Abo. Aber dafür müsse der Nutzer dann erst ein anderes Gerät bemühen, auf dem Lautsprecher kommt er damit nicht weiter.

Wenn die angesagte Uhrzeit falsch ist

Auch Radiosender verbreiten ihre Nachrichten über Alexa-Skills. Hier treten zwar keine Verständnisprobleme auf und die Artikel wirken nicht wie Werbetrailer, perfekt ist es hier aber auch nicht. Der Deutschlandfunk spielt über das Alexa-Skill den Nachrichtenblock ab - und beginnt mit der Ansage der Uhrzeit. Wer den Nachrichtenblock von 14:00 eine knappe Stunde hört, wird um 14:55 mit den Worten "es ist 14:00 Uhr" begrüßt.

Nachrichten-Skills gibt es auch von Fernsehsendern. Wie bei den Radio-Skills gibt es hier eher keine Verständnisprobleme, weil die Texte zum Zuhören passend geschrieben wurden. Allerdings laufe das auch nicht immer reibungslos, weil immer wieder mal das eingeblendete Bild fehle - wenn das Skill nicht auf einem Echo Show oder Echo Spot abgerufen wird, die solche Inhalte auf dem Display anzeigen.

Es gibt auch Ausnahmen

Positive Ausnahmen davon sind derzeit nach Meedia-Angaben die Angebote von T-Online, Computerbild, Main Echo und Handelsblatt. Die vier Medien passen ihre Texte speziell für Alexa an, ganz zufrieden ist Meedia aber meist noch nicht. Das Handelsblatt-Skill ist nicht sonderlich aktuell und die Begrüßung bei T-Online wird als sonderbar empfunden. Nur mit dem Angebot von Computerbild zeigt sich Meedia rundum zufrieden.

Meedia nennt einige mögliche Gründe, weshalb Medien bei der Verbreitung von Nachrichten über smarte Lautsprecher so nachlässig agieren. Noch fehle es an Reichweite und Monetarisierungsmöglichkeiten. All die geforderten Anpassungen kosten Arbeitskraft und müssten gemacht werden, auch wenn mit einem Alexa-Skill selbst kein Geld verdient werden kann.

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Bouncy 17. Apr 2018

Es steht doch deutlich im Artikel, dass der Skill getestet wurde - nicht die Information...

Bouncy 16. Apr 2018

Müssen sie ja nicht, es zwingt sie doch niemand, einen Skill anzubieten. Sie können es...

Bouncy 16. Apr 2018

SMMRY ist unheimlich, es läßt unkontrollierbar viel weg. Mal ist das ok, mal geht der...

jsm 16. Apr 2018

Das Problem ist das sich deine Definition von "Smart" und die der Hersteller von...

jsm 16. Apr 2018

Ich rege den Ausdruck "Werbewanze" an, ist nicht so lang und kompliziert.


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