Smart Search: Microsoft will Werbung in Windows 8.1 einblenden
Microsoft will Werbewebseiten seiner Bing-Anzeigekunden in den Ergebnissen der Suchfunktion Smart Search in Windows 8.1 anzeigen. Das kündigte David Pann, Chef der Advertising Search Group von Microsoft, in einem Blogeintrag(öffnet im neuen Fenster) an. Die Anzeigen sind Thumbnails der beworbenen Webseiten und werden entsprechend gekennzeichnet.
Smart Search heißt die neue Suchfunktion in Windows 8.1, die auf eine Vielzahl von Quellen zurückgreifen kann. Dazu zählen der eigene Rechner oder das eigene Windows-Tablet, die darauf installierten Apps und die in der Cloud auf Skydrive hinterlegten eigenen Daten und das Web. Die Ergebnisse werden gruppiert nach Quellen dargestellt. Für die Websuche verwendet Microsoft die hauseigene Suchmaschine Bing.
Werbekunden könnten nun mit einer einzigen Werbekampagne auf Bing, Yahoo und der Windows-Suchfunktion ihre Zielgruppe erreichen, frohlockt Pann. Bing Ads, so die Bezeichnung für die Werbeanzeigen, sollen ein integraler Bestandteil der neuen Smart-Search-Funktion von Windows 8.1 werden, so der Manager.
Neben den Thumbnails können auch Links zu den Websites der Werbekunden, Karten und Rufnummern eingeblendet werden. Die Werbeanzeigen werden farblich hervorgehoben und mit einem Hinweis versehen. Das geht aus den Screenshots(öffnet im neuen Fenster) hervor, die Pann zusammen mit dem Blogeintrag veröffentlichte.
Microsoft sieht in den Anzeigen nichts Schlimmes und hebt sogar Vorteile für Windows-Nutzer hervor. "Wir liefern das bestmögliche Erlebnis mit den relevantesten Ergebnissen für Aufgaben, die die Nutzer erledigen wollen." Und natürlich sei das auch positiv für die Werbekunden: "Es ist unser Ziel, die Suchwerbung für unsere Kunden zu vereinfachen", so Pann.
Schon seit Februar 2006 will sich Microsoft das Einbinden von Werbung in Programme oder auch in das Betriebssystem patentieren lassen. Das US-Patentamt hat das Verfahren von Microsoft unter der Antragsnummer 20070157227(öffnet im neuen Fenster) im Juli 2007 veröffentlicht.
Im September 2008 sagte Craig Mundie, Microsofts damaliger Forschungs- und Strategiechef, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung: "Es gibt drei Wege, für Software zu zahlen: Kauf, Abonnement und Werbung. Wir haben seit unserer Gründung vor mehr als 30 Jahren nur die ersten beiden Wege genutzt". "Wenn wir nun aber anfangen, in Softwareprogrammen Werbung anzuzeigen, werden die Programme für die Verbraucher billiger – für uns ein neues Geschäftsmodell."
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