Abo
  • IT-Karriere:

Smart School: Andere diskutieren, im Saarland wird Schule gemacht

Auf dem IT-Gipfel der Bundesregierung wird noch viel über digitale Bildung geredet, im Saarland setzt man Ideen einfach um: Engagierte Lehrer haben mit Unterstützung der Wirtschaft eine zentrale Lehrumgebung - eine kleine Schul-Cloud - für digitale Bildung geschaffen. Und in einem Pilotprojekt wird die Schule zur Smart School.

Artikel von veröffentlicht am
Eine Lehrerin nutzt ein interaktives Whiteboard.
Eine Lehrerin nutzt ein interaktives Whiteboard. (Bild: Jeff Pachoud/AFP/Getty Images)

Bildung wird sich durch die Digitalisierung verändern - spätestens seit diesem Jahr ist das Politik und Verwaltung klargeworden. Günter Hoffmann, Lehrer an der Gesamtschule Bellevue im Saarland, wusste das schon Anfang des Jahrtausends. Während die Bundesregierung erst jetzt Milliarden zur Verfügung stellt, die Kultusministerkonferenz mit einem Strategiepapier den Rahmen für diesen Wandel schaffen will, haben er und seine Kollegen längst eine moderne Lehrerplattform umgesetzt - ganz ohne Politik und Verwaltung.

Inhalt:
  1. Smart School: Andere diskutieren, im Saarland wird Schule gemacht
  2. Das Sharepoint-Learning-Kit als Herz des Systems
  3. Mit dem richtigen Farbspektrum zur Smart School

Und nicht nur das, sie haben auch an vielen anderen Stellen modernisiert und ihre Schule so zum Pilotprojekt für die Smart School auf dem IT-Gipfel gemacht. "Wir sind einfach diese Verrückten, die jedes Mal, wenn sich Technologie weiterentwickelt hat, gesagt haben, wir müssen mit der Zeit gehen und dabei sein. Als erste Notebooks auch im Privatgebrauch immer beliebter wurden, haben wir Notebooks angeschafft. Als die Tablets kamen, haben wir einen Klassensatz Tablets besorgt und damit im Unterricht experimentiert", sagt Hoffmann uns auf der Konferenz des digitalen Bildungspakts.

Und sie haben sich die Lehrerplattform ausgedacht, die bereits über 30 Einrichtungen im Saarland nutzen. Um den Unterricht mit digitalen Mitteln für Schüler und Lehrer besser zu gestalten, ist ein zentraler Ort notwendig, an dem Lehrer ihre Materialien austauschen können, das war Hoffmann und seinen 15 Kollegen früh klar. Und so wurde aus zahlreichen Ideen eine zentrale Lehrumgebung, eine kleine Schul-Cloud. "Das Projekt ist gewachsen und gewachsen, bis es zu einer Lehrumgebung wurde, auf die wir wirklich stolz sind", sagt Hoffmann.

Ein Projekt, das kein Geld kosten darf

Ohne Hilfe hätten die Lehrer das allerdings nicht geschafft. "Wir Lehrer haben nicht ausreichende Kenntnisse in der Entwicklung und Programmierung, um ein solch mächtiges Projekt zu realisieren", sagt Hoffmann. Das Kultusministerium und der Schulträger konnten Hoffmann kaum helfen: "Bei Schulbüchern oder Tischen und Stühlen ist klar geregelt, welche Institution das Geld zur Verfügung stellt. Bei digitalen Medien? Dafür fühlt sich niemand zuständig." Und für diese Investitionen sei die Zuständigkeit bis heute nicht geklärt, weswegen sich die Lehrergemeinschaft Hilfe in der Wirtschaft suchte.

Stellenmarkt
  1. Hochschule Heilbronn, Heilbronn-Sontheim
  2. DRÄXLMAIER Group, Vilsbiburg bei Landshut

Es war nicht schwer, Unternehmer von der Idee zu überzeugen. Fachkundige Hilfe zu finden, gestaltete sich allerdings langwieriger. "Und deswegen sind wir ziemlich frech zu Microsoft gegangen und haben denen gesagt: Wir haben da eine Idee, könnt ihr uns dabei helfen?" Den Kontakt zum Softwarekonzern hatten die Lehrer, da sie bereits vor der Jahrtausendwende an der Office-Akademie mitentwickelt hatten.

Bei Microsoft fand man die Idee gut und war bereit, die Lehrer mit Software und Entwicklern zu unterstützen - doch sollte das geregelt ablaufen. Deswegen schloss Microsoft mit dem Saarland einen Kooperationsvertrag für die Zusammenarbeit im Bereich der Schulen, Universitäten und Wirtschaft. Die Lehrumgebung nach der Idee von Hoffmanns Team konnte unter dem Namen Lernwelt Saar umgesetzt werden. Eine wichtige Grundvoraussetzung gab es aber: Das Projekt durfte kein Geld kosten.

Das Sharepoint-Learning-Kit als Herz des Systems 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Overwatch GOTY XBO für 15€ und Blu-ray-Angebote)
  2. 99,90€ + Versand (Vergleichspreis 129,85€ + Versand)
  3. (u. a. Hell Let Loose für 15,99€, Hitman 2 für 15,49€ und PSN Card 25 Euro [DE] für 21,99€)
  4. (u. a. SanDisk SSD Plus 1 TB für 88€ + Versand oder kostenlose Marktabholung)

FattyPatty 16. Nov 2016

Den Tätowierer, der nur auf Tablets gemalt und geschrieben hat, würde ich besser nicht...

Surry 16. Nov 2016

Klar, in IT-Forschung sind die vielleicht ganz gut. Und die Schulen werden nach und nach...

theonlyone 16. Nov 2016

DAS würde ich als Nachteil ansehen. Was du als "Stress" beschreibst ist an sich schon...

TrollNo1 16. Nov 2016

Tja, 80% der Lehrer über 50 werden da eh nicht mitmachen. Ich muss grade stark an den...

sw (Golem.de) 16. Nov 2016

Hallo NobodZ, zuerst einmal: Bei Golem.de gibt es prinzipiell keine als Artikel getarnten...


Folgen Sie uns
       


Bose Frames im Test

Die Sonnenbrille Frames von Bose hat integrierte Lautsprecher, die den Träger mit Musik beschallen können. Besonders im Straßenverkehr ist das offene Konzept praktisch.

Bose Frames im Test Video aufrufen
Elektromobilität: Die Rohstoffe reichen, aber ...
Elektromobilität
Die Rohstoffe reichen, aber ...

Brennstoffzellenautos und Elektroautos sollen künftig die Autos mit Verbrennungsantrieb ersetzen und so den Straßenverkehr umweltfreundlicher machen. Dafür sind andere Rohstoffe nötig. Kritiker mahnen, dass es nicht genug davon gebe. Die Verfügbarkeit ist aber nur ein Aspekt.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Himo C16 Xiaomi bringt E-Mofa mit zwei Sitzplätzen für rund 330 Euro
  2. ADAC-Test Hohe Zusatzkosten bei teuren Wallboxen möglich
  3. Elektroroller E-Scooter sollen in Berlin nicht mehr auf Gehwegen parken

Zephyrus G GA502 im Test: Das Gaming-Notebook, das auch zum Arbeiten taugt
Zephyrus G GA502 im Test
Das Gaming-Notebook, das auch zum Arbeiten taugt

Mit AMDs Ryzen 7 und Nvidia-GPU ist das Zephyrus G GA502 ein klares Gaming-Gerät. Überraschenderweise eignet es sich aber auch als mobiles Office-Notebook. Das liegt an der beeindruckenden Akkulaufzeit.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Vivobook (X403) Asus packt 72-Wh-Akku in günstigen 14-Zöller
  2. ROG Swift PG35VQ Asus' 35-Zoll-Display nutzt 200 Hz, HDR und G-Sync
  3. ROG Gaming Phone II Asus plant neue Version seines Gaming-Smartphones

OKR statt Mitarbeitergespräch: Wir müssen reden
OKR statt Mitarbeitergespräch
Wir müssen reden

Das jährliche Mitarbeitergespräch ist eines der wichtigsten Instrumente für Führungskräfte, doch es ist gerade in der IT-Branche nicht mehr unbedingt zeitgemäß. Aus dem Silicon Valley kommt eine andere Methode: OKR. Sie erfüllt die veränderten Anforderungen an Agilität und Veränderungsbereitschaft.
Von Markus Kammermeier

  1. Arbeit Hilfe für frustrierte ITler
  2. IT-Arbeitsmarkt Jobgarantie gibt es nie
  3. IT-Fachkräftemangel Freie sind gefragt

    •  /