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Smart Paper: Forscher entwickeln Bluetooth-Papier

Das wasserabweisende Papier dient dank aufgedrucktem Bluetooth -Schaltkreis beispielsweise als Eingabegerät für Computer .
/ Tobias Költzsch
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Ein mit einem Nummernblock bedrucktes Stück Papier (Bild: Purdue University)
Ein mit einem Nummernblock bedrucktes Stück Papier Bild: Purdue University

Wissenschaftler der Purdue-Universität(öffnet im neuen Fenster) in den USA haben eine Möglichkeit entwickelt, Papier wasser-, öl- und staubabweisend zu machen und Schaltkreise darauf zu drucken. Durch die spezielle Beschichtung können mehrere Lagen an Schaltkreisen auf das Papier gedruckt werden, da sie nicht miteinander verlaufen.

Die Schaltkreise bilden ein Touchpad, das mittels Bluetooth mit anderen Geräten kommunizieren kann. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise ein Blatt Papier als Eingabegerät für einen PC nutzen, wie die Wissenschaftler in einem Video demonstrieren.

Dabei geben sie über ein aufgedrucktes Touchpad Zahlen in einen PC ein. In einem anderen Nutzungsszenario wird ein Musik-Player über aufgedruckte Bedienungselemente gesteuert. Unter anderem lässt sich die Lautstärke mit einem Schiebeschalter regulieren.

Keine Batterien oder Akkus nötig

Die Schaltkreise benötigen keine interne Stromquelle. Sie beziehen die notwendige Energie aus dem Kontakt mit menschlichem Gewebe – in den gezeigten Fällen also aus dem über das Papier streichenden Finger.

Als mögliche Anwendungsgebiete haben die Forscher smarte Pakete oder Lebensmittelverpackungen im Sinn. So könnten Verbraucher beispielsweise bei einem verpackten Lebensmittel leichter erfahren, ob es noch zum Verzehr geeignet ist. Bei Paketen könnte durch eine aufgedruckte Eingabefläche der Empfang quittiert und digital erfasst werden.

Den Wissenschaftlern zufolge kann herkömmliches Notizbuchpapier mit der Beschichtung unempfindlich gemacht und mit Schaltkreisen bedruckt werden. Wann die Technologie tatsächlich in marktreifen Produkten verwendet wird, ist aktuell noch unklar. Generell können Interessenten bei der Purdue-Universität eine Lizenzierung von Entwicklungen anfragen.


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