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Smart Outdoor Watch im Hands On: Casios erste Smartwatch ist wuchtig und speziell

CES 2016
Mit der Smart Outdoor Watch hat Casio seine erste Smartwatch vorgestellt: Wie angekündigt handelt es sich explizit um eine Outdoor-Uhr mit dem dazugehörigen Schutz. Entsprechend dick und groß ist sie.
/ Tobias Költzsch
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Links eine nicht smarte Casio für 25 Euro, rechts die Smart Outdoor Watch für 500 US-Dollar. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Links eine nicht smarte Casio für 25 Euro, rechts die Smart Outdoor Watch für 500 US-Dollar. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Casio hat auf der Elektronikmesse CES 2016 mit der Smart Outdoor Watch(öffnet im neuen Fenster) seine erste Smartwatch präsentiert. Die Datenuhr ist selbst verglichen mit anderen großen Uhren wie Motorolas Moto 360 ein Schwergewicht. Das liegt daran, dass die Smart Outdoor Watch sowohl bis zu 50 Meter wasserdicht als auch speziell gegen schwere Schläge geschützt ist.

Casio Smart Outdoor Watch – Hands on (CES 2016)
Casio Smart Outdoor Watch – Hands on (CES 2016) (00:47)

Durch ihre Größe ist die Uhr nichts für schmale Handgelenke: Selbst an einem durchschnittlich großen Männerhandgelenk wirkt sie wuchtig. Die Verarbeitung ist allerdings exzellent: Das Metallgehäuse, die drei Knöpfe am rechten Rand, die metallverstärkten Anschlüsse der Armbänder – all das wirkt robust und widerstandsfähig.

Am linken Rand hat die Smart Outdoor Watch einen auffälligen Sensorbereich, hinter dem sich der Luftdrucksensor befindet. Dieser ermittelt unter anderem die Höhe, auf der sich der Träger der Uhr befindet. Darüber ist ein auffälliger Magnetport eingebaut, über den die Uhr geladen wird. Der Magnet ist nicht sonderlich stark: Das Ladekabel löst sich nach unserem Geschmack viel zu leicht wieder von der Uhr.

Tools mit Informationen zu den Umweltbedingungen

Der obere der drei Knöpfe am rechten Rand schaltet die sogenannten Tools durch, verschiedene Displays mit unterschiedlichen Informationen wie der aktuellen Höhe, dem Luftdruck, einem Kompass oder Angaben zum Sonnenauf- und -untergang sowie zu den Gezeiten. An Sensoren sind neben dem Luftdrucksensor ein Geschwindigkeitsmesser, ein Gyrometer und ein Magnetsensor eingebaut. Ein GPS-Empfänger fehlt der Smart Outdoor Watch – diese Information wird offenbar über das Smartphone bezogen.

Die Tool-Displays gehören zu den Extrafunktionen, die Casio seiner ersten Smartwatch spendiert hat. Grundsätzlich läuft sie mit Android Wear; da Googles Wearable-Betriebssystem aber dem Outdoor-Anspruch nur im geringen Maße gerecht wird, verwendet der japanische Hersteller zusätzliche Software.

Passende Informationen zur aktuellen Freizeitbeschäftigung

Dazu zählen – neben den Benachrichtigungen von Android Wear selbst – auch Echtzeitbenachrichtigungen zur aktuell ausgeführten Betätigung, Activity genannt. So kann die Casio-Smartwatch passende Informationen für Wanderer, Radfahrer oder Angler anzeigen. Auch spezielle Alarme lassen sich programmieren, etwa zu besonders guten Angelzeiten oder Sonnenaufgängen. Diese nennt Casio Moment Setter.

Wie gut diese Extra-Features funktionieren, konnten wir leider nicht überprüfen – Casio hat auf seinem Stand bei der CES kein einziges Modell, das voll funktionsfähig ist. Auf allen Smartwatches läuft lediglich ein Demo-Modus.

Zweilagiges Display mit Farb- und Schwarz-weiß-Schicht

Dieser zeigt aber zumindest eine weitere spezielle Funktion der Uhr: das zweilagige Display. Über einem Farbdisplay mit einer Auflösung von 320 x 300 Pixeln hat die Smart Outdoor Watch ein zweites, monochromes Display. Dieses wird aktiviert, sobald die Uhr nicht mehr mit einem Smartphone verbunden ist. Dann wird nur noch die Zeit in Schwarz-Weiß angezeigt, was die Akkulaufzeit von durchschnittlich einem Tag auf bis zu einem Monat verlängern soll. Die restlichen Funktionen der Uhr stehen dann nicht mehr zur Verfügung.

Um die Extra-Softwarefunktionen Tool, Activity und Moment Setter nutzen zu können, müssen sich Nutzer der Casio-Uhr neben der Android-Wear-App auch die App Casio Moment Setter+ installieren. Diese steht aktuell nur für Android zur Verfügung – die Smart Outdoor Watch ist zwar generell auch mit iOS kompatibel, kann mit iPhones momentan aber noch nicht die Extrafunktionen verwenden. Damit ist sie für iOS-Nutzer im Grunde nutzlos, fehlt doch die charakteristische Zusatzsoftware.

Fazit

Casios Einstieg in den Smartwatch-Markt ist ein besonderer: Keine Uhr für den Normalnutzer, sondern eine sehr spezielle Smartwatch hat der japanische Traditionshersteller vorgestellt. Mit ihrem robusten Gehäuse, den Luftdruck- und Magnetsensoren und der auf Trekking und andere Outdoor-Aktivitäten ausgelegten Software ist die Zielgruppe klar definiert.

Das muss nicht unbedingt schlecht für Casio sein: Mit einer Smartwatch, die sich von der Konkurrenz kaum unterscheidet, hätte der Hersteller bei einem derart späten Einstieg in den Markt sicherlich weniger Aussicht, sich durchzusetzen. Auch beim Preis ist ersichtlich, dass Casio es nicht unbedingt auf den Massenmarkt abgesehen hat: Die Smart Outdoor Watch soll 500 US-Dollar kosten, dazu kommen Steuern.

Erscheinen soll die Smartwatch im Frühjahr 2016. Wie viel sie in Deutschland kosten soll, ist noch nicht bekannt.


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