Smart Metering: Intelligente Stromzähler ohne Vorratsdatenspeicherung bauen

Smart Metering muss schon bei der Gestaltung der Systeme datenschutzfreundlich gestaltet werden. Das forderte(öffnet im neuen Fenster) der baden-württembergische Landesdatenschützer Jörg Klingbeil. Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder hatten Ende Juni 2012 Vorschläge für intelligente Stromzähler entwickelt.
Klingbeil: "Schon bei der Konzeption und Gestaltung der technischen Systeme muss der Datenschutz berücksichtigt werden. Informationen zum Strombezug sollen möglichst ohne Personenbezug - also pseudonymisiert oder anonymisiert - und zudem in so großen Zeitabständen erhoben werden, dass daraus nicht auf das konkrete Nutzerverhalten geschlossen werden kann. Der Verbraucher muss zudem erkennen können, welche Daten über ihn durch den intelligenten Stromzähler übermittelt werden und wer darauf zugreifen kann; seine Rechte auf Löschung, Berichtigung und Widerspruch sind zu wahren. Für die Verbrauchsdaten ist eine angemessene Löschfrist festzulegen; eine Vorratsdatenspeicherung ist unbedingt zu vermeiden. Schließlich dürfen ihm günstige Tarife nicht nur dann angeboten werden, wenn er möglichst viel von seinem Verhalten preisgibt. Den 'gläsernen Stromkunden' darf es bei allem Verständnis für eine umweltfreundliche Energieerzeugung nicht geben."
Laut Angaben der Deutschen Telekom(öffnet im neuen Fenster) , einem der Anbieter von Smart Meters, zeigten Erfahrungen aus Pilotprojekten wie in Friedrichshafen, dass sich mit der Technik Stromfresser identifizieren und im Haushalt bis zu 15 Prozent Strom sparen lassen. Besonders beim breiten Einsatz von regenerativen Energien, dem Smart Grid , ist Smart Metering wichtig. Dazu sei aber eine kontinuierliche Kommunikation zwischen Kraftwerken, dezentralen Stromerzeugern und Verbrauchern nötig, so die Telekom. Würden die schlauen Zähler flächendeckend eingesetzt, entstünde ein Netz, in dem das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in Echtzeit ausbalanciert werden könne.
"Der aktuelle gemessene Energieverbrauch wird per Mobilfunk oder über einen Festnetzanschluss an den jeweiligen Energieversorger gesendet oder in ein Internetportal eingespeist. Hier lesen die Verbraucher ihren eigenen aktuellen Energieverbrauch ab" , so die Telekom.